Das "allsehende Auge" ist eigentlich ein Freimaurersymbol und wurde erst später mit den Illuminaten in Verbindung gebracht.
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Das "allsehende Auge" ist eigentlich ein Freimaurersymbol und wurde erst später mit den Illuminaten in Verbindung gebracht.
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Das "allsehende Auge" ist eigentlich ein Freimaurersymbol und wurde erst später mit den Illuminaten in Verbindung gebracht.

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250 Jahre Illuminati: Wie aus dem Geheim- ein Populärbund wurde

250 Jahre Illuminati: Wie aus dem Geheim- ein Populärbund wurde

Ziehen die Illuminaten die Strippen hinter historischen Ereignissen – von der französischen Revolution bis zum 11. September? Nur Verschwörungsmythen und Romane behaupten das. Echte Spuren des Geheimbunds finden sich fast nur in Bayern.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Gegründet wurden "Die Erleuchteten" 1776 in Ingolstadt vom Philosophen und Kirchenrechtler Adam Weishaupt. Am Haus von dessen Paten, dem Universitätsprofessor Freiherr Johann Adam von Ickstatt, lässt sich bis heute in der Fußgängerzone eines der Symbole finden, das häufig mit dem Orden in Verbindung gebracht wird: ein "allsehendes Auge" - die Pyramide, die auch auf dem 1-Dollarschein abgebildet ist.

Hauptquartier in Ingolstadt

Es sei davon auszugehen, dass der Illuminatengründer hier regelmäßig ein- und ausgegangen sei, so Michael Klarner, der für "Ingolstadt erleben" Stadtführungen über die Geheimgesellschaft veranstaltet. Ein noch wichtigerer Ort soll sich nur ein paar Meter weiter in der Theresienstraße 23 befunden haben. Dort - so eine schwarze Gedenktafel - befand sich im Rückgebäude zwischen 1782 und 1785 der "Illuminatensaal", in dem sich der Bund versammelt haben soll.

Viele der Symbole, mit denen die Illuminaten heute in Verbindung gebracht werden, wurden ihnen aber erst nachträglich angedichtet. Die Pyramide mit dem Auge kommt eigentlich aus dem Freimaurertum und der mittelalterlichen Kirchenkunst. Mit Religion hatten die echten Illuminaten auch nicht viel zu tun. Ihr Symbol war die Eule der Minerva, die für Weisheit steht.

Jesuiten als Erzrivalen

Bei der Gründung ging es Weishaupt darum, die Werte der Aufklärung voranzutreiben. Seine Gegner waren die Jesuiten, die wegen ihres großen Einflusses auf Bildung und Politik drei Jahre zuvor in Deutschland verboten woran waren. Doch an der Ingolstädter Hochschule hatten sie weiterhin das Sagen - und das war für Weißhaupt, der dort Professor für Kirchenrecht war, ein Problem. "Er wollte die Schriften der französischen Aufklärung lesen, durfte es aber nicht, da die gesamte katholische Universität im Grunde aus Ex-Jesuiten bestand", so Markus Meumann von der Arbeitsstelle Illuminatenforschung an der Universität Erfurt. Deshalb gründete Weißhaupt mit einer Handvoll Studenten einen Lesezirkel, um die französischen Aufklärungswerke doch zu lesen - im Geheimen.

Weishaupt trat zudem den Freimaurern bei und studierte deren Strukturen für seinen eigenen Bund. Auch weitere Mitglieder kamen aus den Freimaurerlogen, etwa in München. Vier Jahre nach seiner Gründung zählte der Orden etwa 60 Mitglieder. Mit dem Beitritt des Freiherrn von Knigge wuchs er sogar auf circa 500 Personen - darunter auch Prominente wie Herder und Goethe - letzterer war allerdings nur einmal mit dabei.

15 Prozent der bayerischen Regierung von Illuminaten besetzt

Ein exklusiver Club zur Steuerung der Welt seien die Illuminaten aber nie gewesen, sagt Markus Meumann: "Tatsächlich wussten die meisten Mitglieder gar nicht, wer außer Ihnen noch Mitglied war." Über die eigenen Ortsgruppen hinaus, die selten aus mehr als zehn Personen bestanden, sei aus Sorge vor Entdeckung nur anonym korrespondiert worden.

Einen gewissen politischen Einfluss im absolutistischen Staat konnten sie ausüben: Das bayerische Bücherzensurkollegium war bis 1784 zum Großteil mit Illuminaten besetzt: Aufklärerische Schriften wurden gefördert, klerikale Schriften verboten. Zum Höhepunkt zählte der Orden knapp 1.400 Mitglieder. Zu wenig für die ihnen angedichtete Weltverschwörung. Bis zu ihrem Verbot konnte der Orden maximal 15 Prozent der Positionen in der Bayerischen Regierung, in der Verwaltung und den Kirchen mit Illuminaten besetzen, so Ingolstädter Stadtführer Klarner.

Mythos größer als der Orden

Zwischen 1784 und 1785 gab es in Bayern mehrere Verbote des Illiuminatenordens, einige Mitglieder verloren ihre Anstellung, andere wurden des Landes verwiesen. Gründer Adam Weishaupt floh nach Regensburg und dann nach Gotha. Außerhalb von Bayern breitete sich der Orden noch ein paar Jahre weiter aus. Für die Illuminatenforscher eine wichtige Zeit, aus der viele Dokumente über die Strukturen im Orden stammen. Schon wenige Jahre später wird die erste Verschwörungstheorie über die Illuminaten verbreitet: Dass der Geheimbund angeblich die Französische Revolution angezettelt habe. Diejenigen, die noch versuchten, den Bund außerhalb von Bayern am Leben zu erhalten, verstummten schließlich auch. 1793 gilt als das Ende der kurzen Geschichte des Illuminatenordens. Danach beginnen die Mythen.

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