Arbeiten an den Kirchenfenstern von Gerhard Richter für das Kloster Tholey in den Werkstätten für Glas- und Mosaikkunst Gustav van Treeck
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Vom Hinterhof in den Kirchenchor: Glasmalerei von van Treeck

Vom Hinterhof in den Kirchenchor: Glasmalerei von van Treeck

Gerhard Richter, Markus Lüpertz, Ólafur Elíasson: Viele Künstler haben zuletzt Kirchenfenster gestaltet. Gleich zwei wichtige Manufakturen für Glasmalerei kommen aus München. Zum Beispiel die Werkstätten für Glas- und Mosaikkunst Gustav van Treeck.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Raphaela Knein steht neben einem großen Tisch mit Dutzenden Glasplatten in verschiedenen Grüntönen. Die Umrisse sind ziemlich wild, "ein Puzzle für Erwachsene" nennt die Glasmalermeisterin die Arbeit. Hier entsteht gerade eines von mehreren Glasfenstern der Münchner Künstlerin Mahbuba Maqsoodi für das Kloster Reute bei Ravensburg. Um die feinen Farbverläufe ihrer Vorlage in Glas nachzubilden, werden die Platten mit Glasfarbe bemalt und dann stellenweise wieder abgeätzt. So kann man jede erdenkliche Farbe in jeder gewünschten Form nachbilden.

Zusammen mit Katja Zukić leitet Raphaela Knein die Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Gustav van Treeck. Seit 1887 produziert die Firma am gleichen Ort: in der Schwindstraße mitten in der Münchner Maxvorstadt. Im Vorderhaus präsentiert eine kleine Galerie Ausstellungen und aktuelle Projekte, im Hinterhaus liegen die Werkstätten. Auf drei Etagen mit insgesamt 1.000 Quadratmetern findet hier alles statt: vom Zuschnitt der Gläser bis zum Brennen und Verbleien. "Es ist zwar ungewöhnlich, aber es ist machbar und es ist auch wunderschön, weil die Leute, die hierherkommen, entdecken natürlich diesen Flair, diesen Zauber der Historie noch einmal wieder und verstehen das dann auch sehr viel besser. Und es ist oft so ein Aha-Moment: Ja klar, irgendwer muss ja die Sachen, die Kirchenfenster oder die angewandte Glaskunst auch machen", erklärt Geschäftsführerin Katja Zukić.

Weltklasse-Fenster aus einem Münchner Hinterhof

Viele zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler haben Interesse daran, einmal ein Kirchenfenster zu gestalten. Denn Glasfenster sind Werke für die Ewigkeit. So wie sie heute konstruiert werden, halten sie bis zu 1.000 Jahre. Ab und zu mal reinigen, sonst muss man nichts weiter tun. Das Besondere: Die Farben verblassen nicht. Alte Fenster sehen wir heute genau so, wie die Menschen im Mittelalter sie gemacht haben.

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Nicht nur Kirchenfenster: Auch die Münchner U-Bahnstation Dülferstraße ist mit Glas aus den Werkstätten van Treeck gestaltet

Einer der bedeutendsten Aufträge, den van Treeck in jüngerer Zeit verwirklicht hat, sind die Chorfenster von Gerhard Richter im Kloster Tholey im Saarland: fast zehn Meter hoch, zentral im Chor angebracht. Es ist das Werk, mit dem Gerhard Richter sein Oeuvre offiziell abgeschlossen hat.

Neben solchen neuen Aufträgen für moderne Kirchenfenster wird bei van Treeck aber auch viel restauriert. Zum Beispiel die Glaselemente des Maurischen Kiosks von König Ludwig auf Schloss Linderhof. Eines der größten Restaurierungsprojekte, das die Glasmaler von van Treeck seit vielen Jahren begleitet, sind die Fenster der Münchner Frauenkirche: "Die Kirche bekommt eine Schutzverglasung, gegen Vandalismus, aber auch zum Schutz vor Witterung, vor allem Hagel", erklärt Raphaela Knein.

Glasfarben verblassen nicht

Und auch das ist noch nicht alles: Außer Glasmalereien fertigt van Treeck auch Mosaike – die ja ebenfalls aus Glassteinchen bestehen – und sogar Kleinmöbel aus Glas: "Wir haben begonnen, mit namhaften Designern zusammenzuarbeiten und Produkte zu entwickeln, das sind Tische, das sind Leuchten, das sind Tischaccessoires wie Schalen, Windlichter, Spiegel, alles Mögliche ...", so Katja Zukić.

Natürlich gibt es heute weniger Aufträge für Kirchenfenster als früher. Aber van Treeck hat neue Wege gefunden, den einzigartigen Werkstoff Glas zu verarbeiten. Im kommenden Jahr feiert das Unternehmen 140. Jubiläum. Die Strahlkraft der Farben, die Transparenz und die Wirkung im Licht sind so faszinierend wie am ersten Tag.

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Restaurierung der Glaselemente des Maurischen Kiosk von Schloss Linderhof in den Werkstätten Gustav van Treeck

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