An Mega-Events hat es dieses Jahr in Bayern und in München etwas gefehlt. Gab es noch 2024 ein eigens aufgebautes Konzertareal für Adele auf dem Münchner Messegelände in Riem und eine wochenlange Berichterstattung zu zwei lang erwarteten Konzerten von Taylor Swift in München, fiel es dieses Jahr fast überschaubar aus.
Trotzdem gab es punktuelle Highlights und Superstars auf einer ausverkauften Tour. Die britische Popsängerin Dua Lipa spielte zwei ausverkaufte Shows in der Olympiahalle, die Konzerte der Sängerinnen Tate McRae und Katy Perry waren ebenfalls ausverkauft. John Legend und Ed Sheeran spielten ihre einzigen Deutschland-Shows in der Landeshauptstadt.
Die größte Enttäuschung: Keine Rolling Stones in München
Für Fans der Rolling Stones begann das Jahr aber erstmal mit einer bitteren Enttäuschung. Obwohl es quasi als bestätigt galt, die Stones selbst über ihre sozialen Netzwerke die Gerüchte um eine Europa-Tournee anheizten und im Hintergrund die Vorbereitungen bereits liefen, wurde die Tour abgesagt. Auch 2026 werden sie nicht kommen. Medienberichten zufolge habe das gesundheitliche Gründe.
Vorerst letzte Konzerte im Olympiastadion
Heuer hätten sie dafür noch im Münchner Olympiastadion auftreten können. Seit September bis voraussichtlich 2028 ist das aber für keinen Künstler und keine Band mehr möglich. Es stehen dringend notwendige Sanierungsarbeiten an dem historischen Bau von 1972 an.
Das vorzeitig letzte Solo-Konzert war daher schon im Juli. Sänger Robbie Williams performte vor 70.000 Menschen - einem ausverkauften Stadion - seine Mega-Hits wie "Angels" und "Feel". Ende August besuchten 100.000 Menschen die Location, im Rahmen der vierten Ausgabe des "Superbloom"-Festivals. Das Line-up konnte wieder überzeugen: internationale und nationale Stars wie der irische Folkrockmusiker Hozier, US-Sänger Post Malone oder die bayerische Italo-Schlager-Band Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys waren da. Sängerin Nelly Furtado - berühmt durch Titel wie "I'm like a bird" aus den 2000ern - zog sich nach ihrem letzten Auftritt auf dem Superbloom vorerst aus der Öffentlichkeit zurück.
Premiere in der Allianz Arena - mit schlechtem Sound
Wo das Superbloom-Festival nächstes Jahr stattfinden wird, ist noch nicht klar. Für große Konzerte in der Größenordnung von Robbie Williams wird die Allianz Arena einspringen, sie gilt als offizielles Ausweichquartier der Olympiapark München GmbH. Im Sommer gab es den Testlauf mit Guns N'Roses.
Statt Fußballfans pilgerten also das erste Mal knapp 55.000 Rockfans in den Münchner Norden nach Fröttmaning. So richtig viel Stimmung kam im Laufe des Abends allerdings nicht auf. Es machte sich bemerkbar, dass die Allianz Arena für Fußball gebaut wurde, nicht für Konzerte. Den Sound beschrieben Fans als eher "breiig und unverständlich". Für 2026 sind bereits vier Konzerte in der Arena angekündigt: Helene Fischer, Linkin Park, The Weeknd und die Foo Fighters. Dann gilt es, sich mit einer besseren Technik zu beweisen.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!
