Der Modeschöpfer Valentino Garavani im Jahr 2000 in Rom.
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Modeschöpfer gestorben: Wie Valentino die Modewelt geprägt hat

Modeschöpfer gestorben: Wie Valentino die Modewelt geprägt hat

Mit dem Tod des italienischen Modemachers Valentino geht eine Epoche zu Ende: die der unabhängigen Designer, die noch ein Imperium aufbauen konnten. Wie hat das der am Montag verstorbene Valentino Garavani geschafft?

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Es gibt Modemacher und es gibt Modemacher, die nicht nur Eingeweihten bekannt sind, sondern es schaffen, eine Marke zu kreieren. Zu diesen gehörte der italienische Modeschöpfer Valentino, der am Montag mit 93 Jahren starb. Eine entscheidende Rolle zu seinem Erfolg spielte dabei Jackie Kennedy.

Das It-Girl Jacky Kennedy

Nach Aussage von Valentino lernte er sie 1968 kennen, fünf Jahre nachdem sie Witwe geworden war. Schon als First Lady war ihr Stil ikonisch, weg von den weiten Kleidern und üppigen Roben, hin zu einer schmäleren Kontur und einer Eleganz des Einfachen. Jackie Kennedy lebte mit ihren Kindern zeitweise in Italien, um ihnen eine Kindheit abseits der US-amerikanischen Öffentlichkeit zu ermöglichen.

Valentino entwarf ihr Hochzeitskleid für die Ehe mit Aristoteles Onassis - prächtig mit Spitze besetzt, hochgeschlossen, mit Stehkragen und fast gerade geschnitten. Auch sonst trug sie modern-funktionale Kleidung von Valentino – in seinen Lieblingsfarben schwarz, rot und weiß.

Über ihre Popularität entstand eine große Nachfrage nach den Kollektionen von Valentino. Sie war das It-Girl der 60er-Jahre (als dieser Begriff noch nicht existierte) – und Valentino wurde zu einem der erfolgreichsten Designer der 60er- und 70er-Jahre mit Boutiquen weltweit. Jedoch nicht mit Haute Couture, wie gerade in seinen Nachrufen immer wieder behauptet wurde.

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Modeschöpfer Valentino und Jackie Kennedy Onassis.

Weg von der Einzelanfertigung

Denn in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts explodierte die Mode geradezu. Zahlreiche Häuser entstanden, viele verschrieben sich aufwändig geschneiderten Kleidern, die in kleiner Stückzahl und manchmal sogar als Einzelstücke entstanden. Echte Haute Couture also. Das brachte Aufsehen, Berichte in Modemagazinen, beschränkte aber die Kundinnenzahl, da diese Modelle sehr teuer in der Herstellung waren.

Yves Saint Laurent erkannte Mitte der 60er-Jahre diese historische Beschränkung und gründete die erste Prêt-à-porter-Linie, die nicht maßgeschneiderte Designermode in großer Stückzahl anbot. 1969 folgte ihm Valentino nach mit einer eigenen Damenlinie. Damit öffnete sich die Mode größeren Käuferinnenschichten – und aus relativ kleinen Häusern mit wenigen Schneiderinnen entstanden Modekonzerne.

Markennamen statt Designerpersönlichkeiten

Anders als der fast gleichaltrige Armani gelang es Valentino aber nicht, seinen Erfolg über die Jahrzehnte aufrecht zu erhalten. 1998 verkauft Valentino Garavani, wie er eigentlich hieß, sein Modeimperium an eine Holding, die es bald weiterverkaufte. Heute gehört die Marke zum Modegiganten Kering.

Auch das ist eine typische Entwicklung, viele Designer haben ihre Marke veräußert, so Calvin Klein, Helmut Lang oder Yves Saint Laurent. Deren Nimbus ist immer noch interessant, denn in der Modewelt gilt es als extrem schwer, eine Marke im Hochpreissegment aufzubauen. Ein eingeführter Markenname stellt also einen Wert dar.

Momentan entwirft Alessandro Michele die Valentino-Kollektionen. Der kam von Gucci, das er zu einem der spannendsten und zeitweise sehr erfolgreichen Modehäuser gemacht hatte. Seine aktuelle Kollektion sieht allerdings mehr nach Michele als nach Valentino aus – die Zukunft des Valentino-Looks ist also ungewiss.

Im Video: BR24 Retro - Valentino 1975 in München

Modedesigner Valentino Garavani in einem Interview.
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Aus dem Archiv: Modedesigner Valentino Garavani in einem Interview.

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