230 Millionen Menschen fragen ChatGPT jede Woche nach Gesundheitsfragen. Das erklärt OpenAI in einem neuen Bericht. Nun möchte der KI-Konzern diesen Nutzern weiter entgegenkommen und ein eigenständiges Produkt für sie anbieten: ChatGPT Health.
Was ist ChatGPT Health?
Die neue Funktion wurde Anfang Januar vorgestellt. Bislang kann nur eine ausgewählte Gruppe in den USA sie nutzen. Diese können zum Beispiel Daten aus Fitness-Trackern und Gesundheits-Apps zusammenfügen und sogar elektronische Patientenakten mit dem Chatbot verknüpfen.
ChatGPT Health soll dann Laborergebnisse interpretieren, komplexe medizinische Texte verständlich machen oder beim Erstellen von Ernährungsplänen helfen. OpenAI betont, das System sei "in enger Zusammenarbeit mit Ärzten" entwickelt worden und und solle medizinische Versorgung "unterstützen, nicht ersetzen".
🎧 Wie verändert KI unser Leben? Und welche KI-Programme sind in meinem Alltag wirklich wichtig? Antworten auf diese und weitere Fragen diskutieren Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub jede Woche in "Der KI-Podcast" – dem Podcast von BR24 und SWR.
Wie sicher sind die Daten?
Auch in "Der KI-Podcast" von BR24 und SWR berichten Hörer immer wieder, dass sie KI für gesundheitliche Hilfestellungen einsetzen, beispielsweise um Blutbilder zu analysieren oder Arztbriefe übersetzen zu lassen. Ersten Studien zufolge kann das auch tatsächlich funktionieren. Zumindest bei eher simplen Fragestellungen agieren Chatbots durchaus kompetent. Das zeigte etwa eine Studie im Fachjournal "JAMA Network Open".
Dennoch dürfte die Nutzung der KI für gesundheitliche Daten nicht ohne Risiken sein. Gesundheitsdaten sollen laut OpenAI zwar verschlüsselt und getrennt von anderen Chats gespeichert werden. Aber es bleibt ein Risiko, etwa bei Hackerangriffen oder Leaks.
Das könnte auch einer der Gründe sein, weshalb ChatGPT Health fürs erste in Europa nicht verfügbar sein wird. OpenAI hat bisher nicht angekündigt, GPT-Health auch in Deutschland anzubieten. Strenge Regulierung nach der Datenschutz-Grundverordnung oder der EU-Medizinprodukte-Verordnung könnten der Grund dafür sein.
ChatGPT als Massenprodukt
So oder so zeigt ChatGPT Health, dass OpenAI weiter daran interessiert ist, sein Programm ChatGPT nicht nur an Experten zu vermarkten, sondern auch an die breite Öffentlichkeit. In nur drei Jahren hat es ChatGPT von einem unbekannten Programm zu weltweit fast einer Milliarde Nutzer geschafft – das durch ChatGPT Health noch mächtiger werden dürfte.
Dass OpenAI aber auch Geschäftskunden nicht außen vor lassen möchte, zeigt sich daran, dass zeitgleich ein neues Programm namens OpenAI for Healthcare vorgestellt wurde. Ein Paket für Kliniken und Gesundheitsorganisationen. Hier sind die Zielgruppe nicht Privatpersonen, sondern Ärzte, die etwa mit KI bessere Entlassungsbriefe entwerfen oder Verwaltungsaufgaben automatisieren sollen.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
