Friedrich Merz und Ilse Aigner beim Neujahrsempfang der CSU Miesbach
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Treffen mit Merz: Wird Ilse Aigner Bundespräsidentin?

Treffen mit Merz: Wird Ilse Aigner Bundespräsidentin?

Ein Treffen am Tegernsee sorgt für Gesprächsstoff: Beim Neujahrsempfang der CSU Miesbach spricht CDU-Chef Friedrich Merz über die Zukunft Deutschlands. Sein Besuch heizt auch Spekulationen an – mit Blick auf die Bundespräsidentenwahl 2027.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im BR Fernsehen am .

Draußen eine schneeweiße Winterlandschaft, drinnen Blasmusik: Der CSU-Kreisverband Miesbach präsentiert sich von seiner besten Seite. Allen voran die örtliche Stimmkreisabgeordnete und Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner. Seite an Seite zieht sie mit Kanzler Friedrich Merz vor rund 800 Gästen in den Veranstaltungssaal ein. Die beiden kennen sich seit fast 30 Jahren. "Ich darf wirklich sagen, dass wir gut befreundet sind – und das freut mich sehr", sagt Aigner.

Merz plädiert für eine Frau im höchsten Staatsamt

Solche Sätze befeuern die Spekulationen. Im Februar 2027 steht die Wahl einer Bundespräsidentin oder eines neuen Bundespräsidenten an. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier darf nicht erneut kandidieren. Die Union beansprucht das höchste Staatsamt für sich – wen sie ins Rennen schicken will, ist noch offen.

Eines hat Merz bereits klargemacht: Eine Frau im Schloss Bellevue fände er gut. Seit 1949 hatten zwölf Männer, aber noch keine einzige Frau das höchste Amt im Staat inne.

Immer wieder fällt in diesem Zusammenhang der Name Ilse Aigner. Der frühere CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sieht "die Ilse an erster Stelle", der ehemalige hessische CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier sagt: "Frau Aigner wäre eine ausgezeichnete Wahl."

"Ausgesprochen geeignet" für das Bundespräsidentenamt

Auch beim Neujahrsempfang der CSU Miesbach geraten viele Gäste ins Schwärmen, wenn es um "die Ilse" geht. "Für ausgesprochen geeignet" hält Monika Finger aus Waakirchen die amtierende Landtagspräsidentin. Sie traue Aigner zu, das Amt "mit Ruhe und Würde" auszufüllen.

Thomas Köhler aus Rottach-Egern sagt, er könne sich "keine bessere Persönlichkeit für dieses wichtige Amt" vorstellen. "Verbindend", "ehrlich", "authentisch" – so beschreiben weitere Gäste ihre Bezirksvorsitzende.

Aigner gilt als bodenständig

Auch über Miesbach hinaus ist Aigner bekannt und beliebt. Die 61-Jährige aus Feldkirchen-Westerham gilt als bodenständig: Nach dem Realschulabschluss machte sie eine Ausbildung zur Radio- und Fernsehtechnikerin, lebt bis heute im Elternhaus in Oberbayern.

An politischer Erfahrung mangelt es ihr nicht: Aigner war Bundestagsabgeordnete und Bundeslandwirtschaftsministerin, später bayerische Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin. In der CSU ist sie tief verwurzelt.

Als Präsidentin des Bayerischen Landtags habe sie seit 2018 zudem an Format gewonnen, heißt es nicht nur in der CSU. Gelobt wird sie auch von politischen Konkurrenten, etwa für ihre moderierende Rolle, ihren strengen Umgang mit der AfD im Landtag und ihren Einsatz für demokratische Werte. Auch der Fraktionschef der Freien Wähler, Florian Streibl, kann sich Aigner als Bundespräsidentin vorstellen. Das wäre "eine Riesen-Ehre, auf die wir zunächst stolz sein können", sagt er BR24.

Aigner hält sich bedeckt

Doch will Aigner das Amt überhaupt? Bei allen Spekulationen hält sie sich auffallend zurück. Ein klares Dementi gibt es von ihr ebenso wenig wie eine offene Bewerbung. Stattdessen hat sie sich einen Satz zurechtgelegt, den sie gerne wiederholt, wenn sie gefragt wird. Auch diesmal wieder: "Es gibt schlimmere Schicksale. Es ist ja ein Kompliment, wenn man überhaupt in Erwägung gezogen wird." Jetzt darüber zu philosophieren, sei nicht der richtige Zeitpunkt.

Ein Jahr ist in der Politik eine Ewigkeit. Es gilt die Regel: Wer sich zu früh aus der Deckung wagt, verliert. Zudem müsste Aigner noch einige Hürden nehmen. Eine davon heißt Markus Söder. In der CSU führt kein Weg ins Schloss Bellevue an ihm vorbei. Das Problem: Würde Aigner Bundespräsidentin, wäre Söders Traum vom Kanzleramt wohl endgültig ausgeträumt. Zwei CSU-Politiker in den höchsten Staatsämtern – das wäre selbst für die Schwesterpartei CDU vermutlich einer zu viel.

Welche Chancen hat Aigner?

Zudem ist offen, ob die CDU der CSU das Amt überhaupt überlassen würde – es wäre ein Novum. Als mögliche Kandidatinnen aus der CDU werden unter anderem Bundesbildungsministerin Karin Prien und die frühere Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer genannt.

Für Ilse Aigner heißt es daher: abwarten – und darauf hoffen, dass die CDU-Spitze um Merz sie zur richtigen Zeit klar und entschieden unterstützt. So deutlich, dass auch Söder kaum widersprechen könnte.

Im Video: Neujahresempfang - Kanzler Merz am Tegernsee

Kanzler Merz mit Ilse Aigner
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Friedrich Merz hatte am Sonntag ein volles Programm am Tegernsee: Die CSU Miesbach hatte ihn zum Neujahrsempfang eingeladen.

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