Ein Mann sitzt am Steuer und hält eine Bierflasche in der Hand.
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Bildrechte: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
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Deutscher Sensor erkennt Alkohol per Fingerabdruck

Deutscher Sensor erkennt Alkohol per Fingerabdruck

Die Ludwigshafener Firma Trinamix zeigt auf der Technikmesse CES in Las Vegas einen Alkoholtest, der ganz ohne Pusten funktioniert. Stattdessen reicht ein Fingertipp. Die Technik könnte sogar ins Lenkrad eingebaut werden.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Die Ludwigshafener Firma Trinamix, eine Tochter des Chemiekonzerns BASF, hat auf der Technikmesse CES in Las Vegas einen ungewöhnlichen Alkoholtest vorgestellt. Das Besondere: Statt in ein Röhrchen zu pusten, legt man einfach den Finger auf einen Sensor. Nach wenigen Sekunden zeigt das Gerät an, ob und wie viel Alkohol im Blut ist.

Licht durchleuchtet den Finger

Die Technologie basiert auf Infrarotlicht. Der Sensor schickt unsichtbares Licht durch die Fingerkuppe und analysiert, wie es vom Gewebe reflektiert wird. Befindet sich Alkohol im Blut, verändert sich das Reflexionsmuster. Johannes Meder von Trinamix erklärt das Prinzip: "Wenn man eine Substanz, eine Chemikalie wie Alkohol im Blut mit Licht bescheint, dann wird ein Teil vom Molekül einbehalten sozusagen. Und ein anderer Teil wird zurückgestrahlt." Abhängig vom Molekül könne man dann unterscheiden: "Genau wie das menschliche Auge in der Lage ist, zu sagen, das ist grün und das ist schwarz, können wir dann sagen, das ist Alkohol oder kein Alkohol." Die Funktionsfähigkeit des Systems wurde laut Trinamix in einer klinischen Studie validiert.

Einbau ins Lenkrad denkbar

Trinamix hat den Sensor gemeinsam mit dem Unternehmen Aumovio entwickelt, das auf Fahrzeugsysteme spezialisiert ist. Das Ziel: Der kompakte Sensor soll weltweit an Autohersteller verkauft werden. Diese könnten ihn beispielsweise ins Lenkrad oder in Displays einbauen. Das Auto würde dann vor dem Losfahren prüfen, ob der Fahrer nüchtern ist.

Der Hintergrund: In verschiedenen Ländern wächst der regulatorische Druck auf Autohersteller, Systeme zur Fahrerüberwachung einzubauen. In den USA etwa schreibt ein neues Gesetz vor, dass Neuwagen ab 2026 mit Technologien ausgestattet sein müssen, die betrunkenes Fahren verhindern können.

Komfort statt Kontrolle?

Das System hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischen Alkoholtests: Der Fahrer muss nicht in ein Röhrchen pusten, sondern berührt lediglich kurz einen Sensor.

Ob sich die Technologie tatsächlich durchsetzt, hängt von mehreren Faktoren ab: Wie genau ist der Sensor im Alltag? Wie reagieren Autofahrer auf die ständige Kontrolle? Und sind Autohersteller bereit, die Technik in ihre Fahrzeuge zu integrieren? Auf der CES konnten Interessierte den Sensor bereits selbst ausprobieren. Das Ergebnis bei einem nüchternen Test: grünes Licht, null Promille.

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