Der Kakadu ist mittlerweile zu einem prominenten Teil der FC-Bayern-Mannschaft geworden. Seitdem das Team die Porzellan-Figur bei den Meisterfeierlichkeiten im vergangenen Jahr aus einem Münchner Nobelrestaurant stibitzt hat, begleitet sie den FCB in der Ära Kompany zu allen besonderen Events. Beim Rathausbalkon und den üblichen Weißbierduschen in der vergangenen Saison war sie zu Gast und zuletzt feierte der Kakadu sein Comeback, nachdem der FC Bayern gegen den VfB Stuttgart die 35. Meisterschaft klargemacht hatte.
Wie der Kakadu zum Kultsymbol des FC Bayern wurde
Leon Goretzka zauberte den Kakadu plötzlich hervor, als die Spieler den ersten großen Titel der Saison zelebrierten. Und die Marketingabteilung hatte sich auch einen besonderen Gag ausgedacht: Die Meister-T-Shirts zierte der hellrosa gefiederte Vogel. "Der hat schon die letztjährigen Feierlichkeiten dominiert. Der hat jetzt lange warten müssen, bis wir ihn wieder rausgelassen haben aus seinem Käfig", sagte Goretzka bei DAZN. "Er ist am Start. Er trinkt Champagner."
Glücksbringer auf der Brust: Das neue Bayern-Heimtrikot
Nun sollen weitere Titel folgen - den nächsten Schritt will der FC Bayern am Mittwoch im Rückspiel im Halbfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain (am 6. Mai, ab 21 Uhr, live in der Radioreportage bei BR24Sport) gehen. Und der Kakadu soll nun als ganz besonderer Glücksbringer dabei sein. Der FC Bayern wird gegen PSG die neuen Heimtrikots der Saison 2026/27 tragen - und auf der Brust der Münchner Spieler wird ein goldener Aufnäher zu sehen sein, auf dem in Weiß der Kakadu prangen wird.
Der Kakadu: vom Insider-Gag zur Marketingstrategie
Für FC-Bayern-Fans sollen die präsentierten Produkte natürlich für einen Kaufimpuls sorgen. Das Meister-T-Shirt (30 €), den Kakadu-Pulli (50 €), Kakadu-Tassen (15 €) - oder das neue Trikot (100 €) mit dem entsprechenden Badge (10 €). Mehr als 200 € könnte der geneigte Anhänger dem Rekordmeister für Kakadu-Merch bezahlen.
Neuer Teamspirit unter Kompany statt Streit im Verein
Eine clevere Marketingstrategie, keine Frage. Doch in dem Vogel steckt dann doch ein Stückchen mehr als nur eine Masche, um noch mehr Fanutensilien an den Mann, die Frau oder Kinder zu bringen. Der Vogel steht tatsächlich für einen neuen Team-Spirit, den Kompany in die Mannschaft gebracht hat. Nach Jahren der Konflikte im Verein, in denen es auch teilweise in der Kabine Unstimmigkeiten gegeben haben soll, Spieler sich gegen Trainer gestellt haben und der Verein generell in der Öffentlichkeit kein geschlossenes Bild gegeben hatte, ist in den vergangenen zwei Jahren wieder etwas zusammengewachsen. Die Mannschaft tritt als Einheit auf.
Goretzkas letzte Saison: Abschied mit Kultvogel Kakadu
Kein Zufall, dass ausgerechnet Goretzka immer wieder mit dem Kakadu auftritt. Der 31-Jährige spielt seine achte Saison bei den Münchnern, stand immer wieder auf der Abschussrampe und spielt nun seine letzten Spiele beim FC Bayern. Im Sommer wird er den Verein ablösefrei verlassen. Doch Goretzka trägt keine Bitterkeit nach außen, beim Feiern ist er stets an erster Stelle, scheint diese Spiele und den Teamspirit besonders genießen zu wollen.
"Ich habe richtig Bock darauf, 2020 zu wiederholen, aber eben mit unseren Fans. Das wäre noch mal eine andere Nummer", sagte Goretzka im Vereinsmagazin "51" mit Blick auf das Triple vor fünf Jahren. Sportlich aber gebe es Parallelen. Das "Selbstverständnis" von damals sei "in den vergangenen Wochen zurückgekommen", meinte Goretzka. Das sei zwar keine Garantie für den Titel in der Königsklasse, "aber da ist das spezielle Gefühl, das du mit Glück vielleicht ein-, zweimal in deiner Karriere hast. Wir haben eine Mannschaft, in der jedes Rad ins andere greift. Wir haben individuelle Qualität und parallel diesen Hunger, diese Laufbereitschaft." Und eine gewisse Leichtigkeit, die auch durch kleine Insider-Witze wie dem Kakadu Ausdruck verliehen wird.
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