Der FC Bayern München stößt unter seinem Trainer Vincent Kompany in neue Dimensionen in der Fußball-Bundesliga vor. Nach dem 3:1 (1:1) am 17. Spieltag beim 1. FC Köln stellen die Münchner einen neuen Hinrunden-Rekord auf. Nach 15 Siegen, zwei Remis und keiner Niederlage steht zur Saisonhalbzeit die Bilanz von: 47 Punkten und 66:13 Toren. Damit übertreffen die Münchner die Guardiola-Mannschaft aus der Saison 2013/14 (damals 47 Punkte, 44:9 Tore), die bislang die Bestmarke hielt.
Auch wenn Kompany sagt: "Ich will mich nicht vergleichen – es ist unmöglich, sich mit Pep zu vergleichen. Das ist schon von Beginn an ein verlorener Kampf!" - Der Belgier hat seinen früheren Coach nun zumindest in dieser Statistik übertroffen. Zudem hat sein Team auch so viele Hinrundentore wie noch nie geschossen. Der legendäre Saisonrekord von 101 Treffern von 1971/72, also aus der Maier-Müller-Beckenbauer-Zeit, wackelt bedenklich. Schließlich schießen die Kompany-Fußballer im Schnitt knapp vier Tore pro Partie.
Kölner Pyro-Nebel: Partie knapp zehn Minuten unterbrochen
Dabei hatte der FC Bayern anfangs eigentlich gar keinen so richtigen Durchblick in Köln. Einerseits spielerisch: Die erste Großchance blieb Said El Mala vorbehalten, der Kölner ließ den FCB-Verteidiger Min-jae Kim stehen und schoss den Torhüter Manuel Neuer aus spitzem Winkel an (2. Minute).
Andererseits darf das mit dem Durchblick wörtlich genommen werden: Schon davor zündeten die Kölner Anhänger ziemlich viel Pyrotechnik: Da sich bald darauf ein ziemliches Nebelmeer entwickelte, musste die Partie dann 9:45 Minuten lang unterbrochen werden.
Köln-Keeper Schwäbe mit Glück, Neuer patzt beim Gegentor
Danach dauerte es einige Minuten, bis die kalten Spielerbeine wieder munter wurden und die Münchner endgültig das Kommando übernahmen: Hiroki Ito scheiterte nach einem guten Luis-Diaz-Zuspiel an FC-Keeper Marvin Schwäbe (21.). Ebenso wie der neu in die Startelf gerückte Serge Gnabry mit einem Weitschuss (34.). Anschließend hatte Schwäbe Glück, als er einen Rückpass nicht stoppen konnte, der Ball aber um Zentimeter an seinem Tor vorbei hoppelte (36.).
Weniger Glück hatte dagegen sein Gegenüber Manuel Neuer. Der musste kurz darauf einen zentralen Schuss des Kölners Linton Maina abwehren, lenkte ihn allerdings ins eigene Toreck ab - die überraschende Führung für die Kölner (41.).
Gnabry bringt den FC Bayern mit sehenswertem Tor auf Kurs
Die hatte allerdings nicht lange Bestand, weil die Münchner sich wieder aufs Angreifen besannen: Der Rechtsaußen Michael Olise legte den Ball nach innen zu Gnabry, der sich die Kugel einmal vorlegte und aus spitzem Winkel sensationell über Schwäbe hinweg das 1:1 erzielte (45.+5). Das Tor brachte die Münchner zwar wieder auf Kurs. Doch diesen Schwung, den so ein sehenswerter Treffer bringt, nahmen sie erst einmal nicht mit in die zweite Hälfte.
Auch da hatte Köln die ersten Chancen durch Jakub Kaminski auf seiner Seite (56./58.), Leon Goretzka schoss auf der anderen Seite weit drüber (66.). Köln verteidigte in diesen Minuten stark. Erst die Einwechslungen von Lennart Karl (für Gnabry) und Dayot Upamecano (für Jonathan Tah) brachten wieder ein wenig Unruhe ins Spiel - und den Strafraum der Kölner.
Kim und Karl sorgen für die späte Entscheidung
Es war die letztlich nötige Unruhe für die Münchner, die dann nach einer einstudierten Eckenvariante die Entscheidung herbeiführten. Über Olise und Diaz landete der Ball am langen Pfosten der Kölner. Von dort köpfte Ito den Ball zurück an den Fünfmeterraum zu Kim - und der traf von dort aus per Kopf ins Tor (71.). Ein durchaus bitterer Gegentreffer für die zuvor so leidenschaftlich verteidigenden Kölner.
Die letztlich auch noch das 1:3 durch Lennart Karl kassierten. Das 17-jährige Großtalent profitierte dabei von einer Ribéry-esken Vorlage: Der Kolumbianer zog von links nach innen - und statt dann aufs Tor zu schießen, legte er den Ball überlegt Karl vor, der ihn von halb links ebenso überlegt ins Tor schob (84.). Somit beenden die Münchner die beste Hinrunde der Bundesliga-Geschichte ungeschlagen - und mit einem Erfolg in Köln.
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