Der FC Bayern hat am Mittwochabend eine der einseitigsten Achtelfinal-Paarungen in der Historie der europäischen Königsklasse beschlossen. 10:2 hieß es letztlich nach Hin- und Rückspiel des deutschen Rekordmeisters gegen Atalanta Bergamo.
Wichtige Bayern-Stützen fehlen im Rückspiel
Dabei sind die Italiener bei Weitem keine Mannschaft, deren Status eine solche Abreibung rechtfertigen würde. Ganz im Gegenteil. Bergamo warf Borussia Dortmund aus der Königsklasse. Noch vor zwei Jahren triumphierte "La Dea" im Endspiel der Europa League gegen ein bis dahin ungeschlagenes Bayer 04 Leverkusen.
Harry Kane
Und auch bei den Bayern hatte nicht alles auf ein so müheloses Weiterkommen gegen die Lombarden hingedeutet. Zwar hatte das Team von Coach Vincent Kompany das Hinspiel nahezu in Bestbesetzung mit 6:1 gewonnen, aber bei dem 4:1 im Rückspiel fehlten mit Joshua Kimmich und Michael Olise zwei wichtige Stützen gelbgesperrt, während andere Stars wie Dayot Upamecano und Konrad Laimer eine Pause erhielten.
Atalanta müht sich vergeblich
Anders als noch in der Vorwoche versuchte Atalanta dieses Mal nicht mitzuspielen, sondern versuchte der rekordverdächtigen Offensive der Münchner mit tiefstehenden Abwehrreihen beizukommen. Allein, es half nichts. Am Ende stand der nächste Sieg für den FCB. Zu keinem Zeitpunkt der Partie bekam man das Gefühl, dass dieses Spiel anders enden würde als mit einem Sieg der Bayern vor heimischem Publikum.
Jonas Urbig
Auch die B-Elf dominiert Atalanta
Der zweite Anzug der Bayern war an diesem Abend eine Nummer zu groß. Zugegeben, eine B-Elf mit Kane, Luis Diaz, Jonathan Tah und Aleksandar Pavlovic würden sich wohl die meisten Trainer wünschen. Aber angesichts der Namen, die Kompany ohne Sperren, Verletzungen und Belastungssteuerung hätte aufbieten können, muss man seine Auswahl für diesen Abend als solche bezeichnen.
Machtdemonstration des FC Bayern
Der Auftritt des FCB wirkt wie eine Machtdemonstration. Doppelpacker Kane brachte das Selbstverständnis, das die Bayern momentan ausmacht, nach dem Spiel auf den Punkt.
"Es wird ein schwieriges Spiel. Wenn du auf Real Madrid in der Champions League triffst, erwartest du einen Kampf. Aber wir werden bereit sein. Wir fürchten uns vor niemandem, auch wenn es schwer wird", schickte der Engländer bei DAZN eine Kampfansage an den Viertelfinalgegner Madrid, als ob die Bayern sich in der Königsklasse seit 2012 nicht immer wieder an den Königlichen die Zähne ausgebissen hätten.
Die klare Neun-Punkte-Führung in der Bundesliga und das 10:2 gegen Atalanta dürften den Spielen gegen den vermeintlichen Angstgegner Real tatsächlich einiges an Schrecken genommen haben. Trotzdem stellt das "Weiße Ballett" um die Superstars Vinicius, Kylian Mbappe, Jude Bellingham und Trent Alexander-Arnold natürlich eine andere Hausnummer dar als die Bergamasken.
Teenies Pavic und Ofli feiern Debüts
Das weiß auch Kompany, der in der Medienrunde keinen Favoriten küren wollte. "Ich weiß es nicht. Ich möchte das jetzt in einer Pressekonferenz nicht entscheiden", sagte der Belgier und warnte: "Real Madrid ist das beste Team in der Geschichte der Champions League. Es wird also eine schöne Herausforderung für uns."
Bis es in der Woche nach Ostern zum Hinspiel kommt, dürfte der 39-Jährige personell wieder weitgehend aus dem Vollen schöpfen können. Und wenn doch jemand fehlen sollte, hat der frühere Innenverteidiger vorgebaut. Am Mittwochabend verhalf er dem 18-jährigen Deniz Ofli und dem 16-jährigen Filip Pavic mit deren Einwechslungen zu ihren Profi-Debüts.
Nächster Bayern-Schritt gegen Real Madrid?
Nicht nur, aber auch vom Ausgang des Aufeinandertreffens mit Real wird letztlich abhängen, wie man sich an das Achtelfinale gegen Atalanta erinnert. Je nachdem wie weit die Reise für die Bayern noch geht, könnte es als eines der ikonischen Ergebnisse auf dem Weg zu einem der ganz großen Titel im kollektiven Gedächtnis der FCB-Fans verankert bleiben. Es sei denn, im weiteren Turnierverlauf gelingen noch markantere Siege gegen noch größere Gegner.
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