Viel Neues in Mittelfranken. Mit dem neuen Coach Omar Adlani, der neuen Kapitänin Nastassja Lein und sechs Neuzugängen startete der 1. FC Nürnberg in die Saison. Zum ersten Mal hatten die Clubfrauen den Klassenerhalt in Deutschlands höchster Spielklasse geschafft und wollten sich nun in der Bundesliga festigen. Mit Vizemeister VfL Wolfsburg wartete zum Saisonstart gleich ein schwieriger Gegner auf den Club.
Clubfrauen starten perfekt in erste Bundesliga-Partie
Es war ein munterer Schlagabtausch zu Beginn. Auf den ersten Abschluss von Fany Proniez, die bereits in der 2. Minute VfL-Keeperin Stina Johannes forderte, folgte zwei Minuten später eine Top-Chance von Lara Prasnikar, bei der Club-Torhüterin Romero ihr Können bewies.
Doch die Clubfrauen wirkten zwingender und mutiger und brachten immer wieder Chaos in den Strafraum der Wölfinnen. In der 14. Minute packte Proniez dann einen traumhaften Abschluss aus 16 Metern aus, den sie mit ihrem schwächeren Linken perfekt ins Kreuzeck zur 1:0-Führung setzte.
Nürnberg bietet Show vor heimischer Kulisse
Die Gästinnen aus Wolfsburg wollten in der 23. Minute antworten. Svenja Huth dribbelte mit Tempo in den Strafraum, hatte die Übersicht für ihre Nationalmannschaftskollegin Cora Zicai, die komplett frei zum Abschluss kam, aber mit einem zu zentralen Schuss ihr erstes Saisontor verpasste. Der VfL wirkte in der Offensive noch nicht überzeugt genug und in der Defensive oftmals unsicher.
Die Clubfrauen hingegen traten im heimischen Max-Morlock-Stadion mit breiter Brust auf und legten in der 39. Minute nach. Eine Ecke von Nastassja Lein konnte Wolfsburg nicht klären. Keira Bednorz, im Mai von Eintracht Frankfurt zum Club gewechselt, ging bei einem Zweikampf im Strafraum zu Boden, ein Abpraller landete dann aber direkt vor ihren Füßen, sodass sie die Kugel im Liegen über die Linie schieben konnte.
VfL Wolfsburg dreht Spiel in fünfzehn Minuten
Nach dem Seitenwechsel schien der VfL weiterhin verunsichert, hatte nun aber auch etwas Glück. Die Torschützinnen aus Nürnberg hingegen wurden zu tragischen Figuren des Spiels. Erst holte sich Proniez nach einem ungestümen Zweikampf gegen Prasnikar ihre zweite gelbe Karte ab und wurde zurecht vom Platz gestellt (51.). Dann foulte Bednorz Zicai im Strafraum und verursachte damit einen Strafstoß. Janina Minge verwandelte souverän zum Anschlusstreffer (56.).
Danach schienen die Gästinnen wie ausgewechselt. Eine Ecke bekamen die Clubfrauen nicht geklärt und Zicai nutzte das eiskalt zum 2:2-Ausgleich aus (61.). Kurz danach profitierte die Wolfsburgerin von einem Missverständnis der Abwehr im Strafraum und staubte zur 3:2-Führung ab (65.). Innerhalb von fünfzehn Minuten hatten die Wölfinnen das Spiel gedreht.
Wolfsburg nimmt Nürnberg auseinander
Im Rückstand verließ die Gastgeberinnen nun vollständig das Vertrauen. Einen gefährlichen Rückpass schnappte sich Weronika Arasniewicz (68.) zur 4:2-Führung. Kurze Zeit später passte die FCN-Defensive wieder nicht auf. Eine gefährliche Ecke in den Fünfmeterraum faustete Keeperin Lourdes Romero mit beiden Fäusten ins Netz (75.) – 2:5.
Doch der Albtraum der Clubfrauen wollte nicht aufhören. Die Unterzahl machte ihr Spiel zwar schwieriger, doch das erklärte nicht die fatalen Fehler, die sich vor allem die Abwehr nun leistete. Defensiv-Neuzugang Alexsandra Lobanova foulte Minge im Strafraum. Die Wölfin verwandelte auch den zweiten Elfmeter souverän (79.). In der Schlussphase erhöhten dann noch Camilla Küver (89.) und Ella Peddemors (90.+5) jeweils mit schönen Fernschüssen auf 8:2.
Die Clubfrauen müssen nach einer 2:0-Führung und einem stolzen Auftreten in der ersten Halbzeit die zweithöchste Niederlage in der Bundesliga einstecken, nach der 1:9-Niederlage ebenfalls gegen Wolfsburg im Februar 2024. Am zweiten Spieltag (30. August, 14.00 Uhr) wartet mit Eintracht Frankfurt ein nicht weniger schwerer Gegner auf den 1. FC Nürnberg.
Tabellenführung und Abstiegskampf, aktuelle Spielpaarungen, Ergebnisse und Liveticker, Torjägerlisten, Laufleistung- sowie Zweikampfstatistiken und noch viel mehr: Fußball im Ergebniscenter von BR24Sport.
