ARCHIV - 08.08.2025, Bayern, Nürnberg: Fußball: 2. Bundesliga, 1. FC Nürnberg - Darmstadt 98, 2. Spieltag im Max-Morlock-Stadion. Trainer Miroslav Klose (1. FC Nürnberg) reagiert am Spielfeldrand. (zu dpa: «Nürnberg unter Druck: Klose setzt im Tor auf Mathenia») Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 08.08.2025, Bayern, Nürnberg: Fußball: 2. Bundesliga, 1. FC Nürnberg - Darmstadt 98, 2. Spieltag im Max-Morlock-Stadion. Trainer Miroslav Klose (1. FC Nürnberg) reagiert am Spielfeldrand. (zu dpa: «Nürnberg unter Druck: Klose setzt im Tor auf Mathenia») Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Wirkt zunehmend ratlos: Nürnbergs Trainer Miroslav Klose
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Wirkt zunehmend ratlos: Nürnbergs Trainer Miroslav Klose

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Klose in der Krise: Das Zauberwort könnte Systemwechsel heißen

Klose in der Krise: Das Zauberwort könnte Systemwechsel heißen

Der 1. FC Nürnberg steckt tief in der Krise. Trainer Miroslav Klose kämpft um seinen Job. Die Mannschaft wirkt verunsichert und braucht noch dringend Qualität. Helfen könnte wie schon im letzten Jahr ein Systemwechsel.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport im Radio am .

Gerade in der ersten Halbzeit gab der 1. FC Nürnberg im Auswärtsspiel bei Preußen Münster wieder mal ein desolates Bild ab. Das Team von Miroslav Klose schien nicht verstanden zu haben, was es im Abstiegskampf - und in dem befindet sich der Club schon nach dem dritten Spieltag - wirklich braucht.

"Fahrlässig in den Zweikämpfen", "nicht kompakt genug", "kein Kombinations- und Umschaltspiel", so die Mängelliste, die Klose nach der Partie aufstellte. Die Gründe für den historisch schlechtesten Start der Franken sind vielschichtig, doch gerade die letzte Saison macht auch Hoffnung.

Wie lange hält Sportvorstand Chatzialexiou zu Klose?

Die Fans sehen die Schuld weniger beim Trainer und viel mehr bei Sportvorstand Joti Chatzialexiou. Der schob mit der in dieser Situation gern genutzten Floskel "Fußball ist ein Ergebnissport" am Freitag nach dem Spiel den Druck auf den Trainer.

Doch einen Tag später stärkte er Klose im BR24Sport-Interview den Rücken. Es gelte nun, "in diesen kritischen Situationen zusammenzustehen als Mannschaft und als Trainerteam", so Chatzialexiou. Das Spiel gegen Paderborn (Freitag ab 18.30 in der Radioreportage und im Liveticker) coacht Klose also in jedem Fall. Ob er die Länderspielpause danach bekommt, um Automatismen einzustudieren, hängt wohl stark vom Ausgang am Freitag ab.

Nürnberg hofft auf Becker-Transfer

Klose ist nicht unschuldig in dieser Krise, die schon in der Rückrunde begann. Der Club hat in den letzten zwölf Spielen saisonübergreifend nur zwei Siege holen können. Der Weltmeister hat es aber auch nicht leicht, muss mit einem nach wie vor unfertigen Kader arbeiten. Vor allem hochklassige Spieler fehlen sechs Tage vor Ende der Transferphase, auch wenn Chatzialexiou weiterhin hofft, diese noch verpflichten zu können. Am Mittwoch verkündete der FCN den Transfer von Hindolo Mustapha von Crystal Palace. Der 19-Jährige gilt als großes Talent, bringt aber auch nicht die Erfahrung, die der Kader so dringend benötigt.

Die brächte Finn Ole Becker von der TSG Hoffenheim mit. Er soll der lang ersehnte Ersatz für Jens Castrop auf der Achterposition werden. Laut "BILD" ist sich der FCN mit dem Spieler schon einig, es geht nur noch um die Ablösesumme. Intern hofft man wohl auf ein Becker-Debüt schon am Freitag.

Kloses Systemfrage: Dreier- oder Viererkette

Viel erlebt hat auch Kapitän Robin Knoche in seiner Karriere. Der 31-Jährige ist derzeit aber komplett außer Form und saß in Münster 90 Minuten auf der Bank. Sein Vertreter Fabio Gruber war mit dem Kapitänsamt so überfordert, dass er die Abwehr in Münster auch nicht stabilisieren konnte. Durch Knoches Bankplatz hatten viele mit einem Systemwechsel zur Viererkette gerechnet. Knoche sagt man nach, nicht so geeignet für diese Abwehrformation zu sein.

Doch Klose startete in Münster dennoch mit Dreierkette. Man habe auf die Münsteraner Doppelspitze reagieren wollen, so seine Erklärung hinterher. Doch die hatte die Viererkette nach der Halbzeit deutlich besser im Griff als die Dreierabwehrreihe vor dem Seitenwechsel. Gegen Paderborn dürfte Klose nun wohl endgültig auf eine Viererkette setzen.

Systemwechsel rettete Klose schonmal den Job

Zumal ein Systemwechsel schon in der letzten Saison der Schlüssel zur Wende war. Auch damals erwischte der Club einen schwierigen Start. Sieben teils glückliche Punkte standen nach sieben Spielen zu Buche. Wie in diesem Jahr fehlte Kloses Team die Konstanz über 90 Minuten. Meist wachte man erst in Halbzeit zwei auf - wie in Münster. Auch damals war Kloses Weiterbeschäftigung in Gefahr.

Doch der Wechsel zur Dreierkette mit offensiven Außenverteidigern brachte die Wende. Im Derby deklassierte der 1. FC Nürnberg die SpVgg Greuther Fürth mit 4:0 und entwickelte sich bis zur Winterpause zur Mannschaft der Stunde in der 2. Fußball-Bundesliga. Kloses Team, das zuvor offensiv harmlos gewesen war, blühte auf, erst recht Sturmtalent Stefanos Tzimas.

Auf eine ähnliche Entwicklung hoffen sie in Nürnberg nun auch wieder.