Zwei Tage ist die Nachricht nun alt, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit München als Ausrichterstadt um die Olympischen Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben möchte. Eine Garantie, dass die Spiele auch tatsächlich in der bayerischen Landeshauptstadt ausgetragen werden, ist das natürlich nicht.
Und so bleibt auch für Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) nicht viel Zeit zum Feiern. "In Baden-Baden habe ich nur kurz angestoßen, bin dann aber ganz langweilig nach Hause gefahren und ins Bett gefallen", erzählt Krause im Interview mit BR24 und weist auf noch eine weitere Festivität hin: "Der Ministerpräsident und ich werden Olympia-Looping fahren." Am heutigen Montag wollen Markus Söder (CSU) und Krause gemeinsam in die Achterbahn auf dem Münchner Oktoberfest steigen.
Mit Dominik Krause sprachen wir bei BR24 um 16 Uhr, außerdem mit Tobias Barnerssoi, BR-Sportreporter. Das Video finden Sie eingebettet über dem Artikel.
Krause wirbt für schnelle Unterstützung vom Bund
Eine symbolträchtige Aktion. Schließlich sind die beiden beim Thema Olympia schon seit Monaten gemeinsam im Gleichschritt unterwegs, haben gesprochen, geworben, gehandelt – und schließlich die Wahl gewonnen. Nun sollen die nächsten Schritte gegangen werden, damit aus der Bewerbung auch tatsächlich ein Erfolg wird. Und dazu muss noch ein weiterer wichtiger Akteur mit in die sprichwörtliche Achterbahn einsteigen, und der sitzt in Berlin: "Wir brauchen aber den Bund möglichst schnell mit im Boot. Vor allen Dingen auch mit finanziellen Zusagen", so Krause.
Denn offene Punkte gibt es viele, Geld für die Infrastruktur ist knapp: "Was wir jetzt tun müssen, ist, in München mit unseren Infrastrukturprojekten anzufangen. Da können wir nicht warten. Bis 2036 ist nicht so viel Zeit. Wir müssen planen, den ÖPNV-Ausbau angehen, das Olympische Dorf, den Wohnungsbau und den Sportstättenausbau." Viel Zeit bleibt nicht. 2029 wird die Entscheidung fallen, wann und ob die Olympischen Spiele nach München kommen. Der früheste Termin - 2036 - wäre dann nur sieben Jahre entfernt.
Krause: Olympisches Dorf - "egal, ob Olympia kommt oder nicht"
Krause sieht die Olympischen Spiele 1972 als Vorbild, bei denen nur sechs Jahre zwischen Vergabe und Eröffnung lagen. Damals wurde laut Krause "Großartiges geleistet", die Infrastruktur der Stadt massiv verbessert. Gleiches schwebt ihm nun auch vor.
"Es ist toll, dass wir die Sportstätten wieder herrichten können. Jetzt mit Unterstützung von Land und Bund", sagt Krause und kündigt auch an, dass die Arbeiten am Olympischen Dorf bald beginnen sollen: "Das Olympische Dorf entsteht nicht im luftleeren Raum. Wie auch das bisherige olympische Dorf wird das neue im Nachgang auch benutzt. Das sind keine Luxusvillen, die da entstehen. Sondern - so planen wir es auch – bezahlbarer Wohnraum. Den brauchen wir so oder so. Deswegen legen wir jetzt gleich los. Egal, ob Olympia kommt oder nicht. Das ist genau das, was wir als Stadt auch brauchen."
Krause sieht Olympia-Bewerbung als "gigantische Chance"
Es kommt nun viel zu auf die Stadt München, auf die Bürger, aber auch auf den Oberbürgermeister. "Es ist eine große Herausforderung – aber vor allen Dingen eine gigantische Chance. Es macht wahnsinnig Spaß und es ist ja auch schön, dass die ganze Stadt mit fiebert", sagt Krause. Dass alles reibungslos läuft, glaubt wohl kaum jemand. Bis zur Entscheidung könnte es eine Achterbahnfahrt werden, die auf ihn zukommt. Aber darauf kann er sich am Montagabend gemeinsam mit Ministerpräsident Söder auf dem Oktoberfest vorbereiten.
Im Video: Münchnes OB Krause zur Olympia-Bewerbung
Dominik Krause
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