"Wenn ich damals auf mein Herz gehört hätte, dann hätte ich wahrscheinlich mein Leben lang bei Sechzig gespielt," sagt Kevin Volland. Nach Jahren in der Bundesliga und der französischen Ligue 1 trägt der 33-Jährige seit diesem Sommer wieder das Trikot des TSV 1860 München. In der neuen Folge von "Pizza & Pommes" sprechen die Hosts Felix Neureuther und Philipp Nagel mit dem Offensivakteur darüber, warum er sich nicht für noch mehr Geld, sondern für seine Heimat, Identifikation und Fußballromantik entschieden hat.
Volland suchte "diesen Drive"
Nach seiner Station beim 1. FC Union Berlin hätte Volland zu einem Verein wechseln können, der ihm zum Karriereabschluss nochmal ein königliches Gehalt zahlt. Doch der ehemalige Nationalspieler stellte sich andere Fragen: "Wo hast du jetzt noch mal richtig Bock, wo bekommst du noch mal diesen Drive für dich selbst?"
Sehnsucht nach "Fußballromantik" und "Leidenschaft"
Die Antwort darauf konnte nur sein: zurück zum Heimatverein, denn ihm hat etwas gefehlt im Fußballgeschäft: "Wenn du siehst, wie sich der Fußball in den letzten Jahren entwickelt hat, dann war ich an dem Punkt, wo ich unbedingt diese Fußballromantik und diese Leidenschaft in dem Verein gebraucht habe."
"Ich glaube, den vielleicht ein Stück weit normaleren Fußball noch zu haben, den ehrlichen Fußball zu haben, das hast du bei Sechzig." Kevin Volland
Volland: "Fans tragen den Verein"
An seinem Verein schätzt er "das Familiäre, das Emotionale, die Leidensfähigkeit auch von den Fans“. Das muss man ganz hoch anrechnen." In der aktuellen Drittligasaison stellen die Sechzger die meisten Auswärtsfans. "Die Fans tragen den Verein auch ein Stück weit", findet Volland.
Kritik an Saudi-Wechseln: "Verdienst eh überdimensional"
Den Reiz eines Wechsels nach Saudi-Arabien kann der Allgäuer schwer nachvollziehen: "Du verdienst als Fußballer eh schon, egal in welcher Liga, überdimensional." Auch sportlich gesehen findet Volland einen Wechsel in den Wüstenstaat merkwürdig: "Wenn du am Peak bist, in den fünf Top-Ligen performen kannst und vielleicht Champions League spielen kannst, dann kann ich es nicht verstehen."
25er-Eisenstollen von Király im Knie?
Mit Blick auf den Nachwuchs schlägt Volland nachdenkliche Töne an. Das Verhalten junger Spieler habe sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. "Wenn du früher bei Sechzig ein bisschen gemuckt hättest, dann wäre dir Gábor Király mit seinen 25er-Eisenstollen eine Minute später in die Knie geflogen", erinnert sich der 33-Jährige schmunzelnd.
Verhalten der jungen Spieler ändert sich
Heute sei vieles anders. Die neue Generation wachse mit Social Media auf, orientiere sich an Clips und Inszenierungen ihrer Idole. "Ich sage mal, die TikTok-Generation, die schauen sich an, wie sich ihre Superstars bei Real Madrid geben." Dabei gehe aus seiner Sicht oft etwas verloren: der Respekt. Schon Kleinigkeiten wie das Begrüßen in der Kabine seien nicht mehr selbstverständlich. Volland mahnt deshalb zur Bodenständigkeit und zu einem Verständnis von Fußball, das auch von Haltung geprägt ist.
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