Ab Freitag verwandeln sich die Straßen rund um den Nürnberger Dutzendteich wieder in eine Rennstrecke. Die Veranstaltung am Norisring ist das vierte von insgesamt acht Rennwochenenden und bildet damit die Halbzeit in der diesjährigen Saison der Deutsche Tourenwagen Masters (DTM).
Fürther Marco Wittmann peilt dritten Meistertitel an
Unter den 21 internationalen Fahrern befinden sich auch drei gebürtige Bayern: Neben Luca Engstler aus dem Allgäu und dem Münchner Maro Engel kommt Marco Wittmann aus Fürth. "Für mich solch ein Heimspiel zu haben, 20 Minuten von der Strecke zu wohnen, zu wissen, dass Familie und der Freundeskreis da ist – das macht es sehr besonders", so der Porsche-Fahrer im BR24-Gespräch.
Mit 210 DTM‑Starts gehört Wittmann zu den erfahrensten Piloten der laufenden Saison. 2014 und 2016 feierte der 36-Jährige jeweils einen DTM-Meistertitel, nun soll der dritte folgen. Aktuell belegt Wittmann den vierten Platz im DTM-Gesamtklassement.
Zwei DTM-Rennen am Wochenende in Nürnberg
Seit Ende der 1940er Jahre fanden rund um Dutzendteich mehr als 80 Rennen statt, an diesem Wochenende werden am Norisring zwei DTM-Rennen absolviert: Am Samstag und Sonntag wird jeweils um 13.30 Uhr gestartet. Knapp eine Stunde lang fahren die Piloten auf dem Rundkurs, der mit 2,2 Kilometern der kürzeste im ganzen DTM-Kalender ist. "Nirgendwo kommt bei den Zuschauern auf der Tribüne das Auto so oft vorbei wie bei uns", erklärt Wolfgang Schlosser vom Motorsport Club Nürnberg, dem Veranstalter des Rennens. Er erwartet insgesasmt 125.000 Besucher an dem Rennwochenende.
Besondere Vorbereitungen für den Streckenverlauf am Norisring
Das Rennen der 550 PS starken Wagen erfordert einen logistischen Kraftakt: Rund 600 Freiwillige verwandeln die öffentlichen Straßen am Dutzendteich in eine Rennstrecke. In wochenlanger Arbeit errichten sie Schutzplanken, Sicherheitsfangzäune und Beton-Leitplanken.
Außerdem müssen mehr als fünf Kilometer Stromkabel verlegt werden und Sitzplatztribünen aufgebaut werden. Die Gullideckel müssen für die Rennen verschweißt werden: "Die Fahrzeuge haben so einen hohen Unterdruck", so Schlosser vom Motorsport Club Nürnberg. Wenn ein Rennwagen "mit seiner Sogwirkung über den Kanaldeckel fährt, zieht er den hoch, wird ihn ein Stück mitnehmen und dann wahrscheinlich irgendwo verlieren. Er hinterlässt ein großes Loch, wo der nächste reinfahren könnte."
DTM-Saisonfinale steigt auf dem Hockenheimring
Nach dem Rennen soll bereits am Sonntagabend der Straßenverkehr rund um den Nürnberger Dutzendteich wieder planmäßig fahren.
Die DTM-Saison 2026 endet am 11. Oktober mit dem Saisonfinale auf dem Hockenheimring in Baden-Württemberg.
"Für mich ein Heimspiel zu haben, 20 Minuten von der Strecke zu wohnen –das macht es sehr besonders": DTM-Fahrer Marco Wittmann (Mitte).
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