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Neureuthers Vorfreude und Vorsicht: "Olympia hat große Kraft"

Neureuthers Vorfreude und Vorsicht: "Olympia hat große Kraft"

In wenigen Tagen starten die Olympischen Winterspiele in Cortina d'Ampezzo und Mailand. In "Blickpunkt Sport" hebt Felix Neureuther die große Strahlkraft hervor, die von Olympia ausgeht - er warnt aber auch vor der Schattenseite.

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

Am 6. Februar starten die Olympischen Winterspiele in Cortina d’Ampezzo und Mailand. In den italienischen Dolomiten und in der Modemetropole laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Den Sportstätten wird der letzte Feinschliff verpasst. Auch ARD-Experte Felix Neureuther stimmte sich am Sonntag bei "Blickpunkt Sport" im BR Fernsehen auf die Spiele ein - mit großer Vorfreude, aber auch Vorsicht.

Denn bei all der Euphorie gehört auch zur Realität: Die Durchführungskosten der Spiele belaufen sich auf etwa fünf Milliarden Euro. Die Sportstätten wurden teils aufwendig um- oder neu aufgebaut. Die Alpinrennen finden mit Cortina d'Ampezzo und Bormio an zwei verschiedenen Austragungsorten statt. Und auch politisch gesehen ist die Stimmung angespannt - nicht zuletzt wegen der Ankündigung, dass vereinzelt auch Beamte der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE vor Ort sein werden.

Die Dokumentation Felix Neureuther · Olympia im Wandel? sehen Sie am 2. Februar, 20.15 Uhr, im Ersten und ab 30. Januar in der ARD Mediathek.

Turin 2006 als Negativbeispiel?

Felix Neureuther beschäftigt sich schon lange intensiv mit Olympia. Der ehemalige Weltklasse-Skirennfahrer und heutige ARD-Experte kennt die Chancen, die Risiken, die Euphorie, aber auch die Schattenseiten: "Olympia hat eine unfassbare Kraft, die Massen begeistern kann, die Emotionen wecken kann", sagte Felix Neureuther am Sonntag bei "Blickpunkt Sport". Neureuther mahnte aber: Die Spiele können am Ende nur dann eine positive Auswirkung auf den Sport, die Region und die Bevölkerung haben, "wenn die Sportstätten so aufgebaut werden, dass der Nachwuchs sie nützen wird." Im Idealfall würden die Hallen, Stadien und Bahnen zukünftig sogar erneut für Winterspiele verwendet werden - "das würde nur Sinn machen", so Neureuther.

In der Vergangenheit sah die Realität anders aus. Als Negativbeispiel nannte Neureuther die Winterspiele 2006 in Turin: "Was dort mit der Bobbahn, mit der Skisprung-Anlage, auch mit dem Biathlon-Stadion passiert - das liegt alles brach, das ist dieses sogenannte Millionengrab." Ein gefundenes Fressen für Olympia-Kritiker: "Da verlierst du sehr viele Menschen für diese olympische Idee."

Kritik an der Bobbahn in Cortina d'Ampezzo

Die Vorfreude auf Olympia inmitten der Alpen, in einer Wintersport-Region, war groß. Drei Mal in Folge hatten die Winterspiele zuletzt an Orten weit entfernt von Europa, von den Alpen, von der Wiege des Skisports stattgefunden - 2014 kämpften die Athleten im russischen Sotschi um Medaillen, 2018 in Pyeongchang in Südkorea, 2022 fanden die sogenannten Corona-Spiele in Peking statt. Obwohl die Rückkehr der Winterspiele nach Europa anfangs gefeiert wurde, blieb auch im Vorfeld von Olympia 2026 die Kritik nicht aus: Vor allem die Bobbahn in Cortina d‘Ampezzo sorgte für Unmut.

Eigentlich sollte die bestehende Anlage nur renoviert werden. Am Ende musste die Olympia-Bobbahn von 1956 abgerissen und neu gebaut werden. 120 Millionen Euro – und das bei gerade mal 35 Bob- und Skeleton-Athleten in der Region. Die Gefahr: Auch die Bobbahn in den italienischen Dolomiten könnte zur Olympia-Ruine werden. Neureuthers Hoffnung ist nun, dass die Bahn für Weltcups, aber auch als Trainingsstätte genutzt wird.

Wie nachhaltig die Spiele am Ende sind, wie viel die Bevölkerung und vor allem die Jugend von den Olympischen Spielen 2026 in Cortina d'Ampezzo und Mailand profitieren kann, wird sich erst in vielen Jahren und Jahrzehnten herausstellen. In wenigen Tagen stehen nun aber erst mal die Medaillenentscheidungen im Fokus der Aufmerksamkeit: die Kämpfe um Gold, Silber und Bronze.