Manuel Neuer (links) ist nicht der Erste mit Rücktritt vom Rücktritt.
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Rolle rückwärts beim DFB: Neuer ist nicht der erste Rückkehrer

Rolle rückwärts beim DFB: Neuer ist nicht der erste Rückkehrer

Manuel Neuer kehrt nach fast zwei Jahren ins Tor der deutschen Nationalmannschaft zurück. Der 40-jährige Kapitän des FC Bayern ist nicht der Erste, der ein nicht mehr für möglich gehaltenes Comeback feiert, wie der Blick in die Historie zeigt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Am Donnerstag hat Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen WM-Kader vorgestellt – und Manuel Neuer wird zur Weltmeisterschaft ins Tor der Nationalmannschaft zurückkehren. Und das, obwohl er nach der Heim-EM seine Karriere im DFB-Team für beendet erklärt hatte. Neuer ist dabei aber kein Einzelfall, wie der Blick in die Historie zeigt.

Kroos' Erfahrung fürs Sommermärchen 2.0

Für Nagelsmann ist es die zweite Rückholaktion. Schon vor der Heim-EM 2024 holte er im März Toni Kroos zurück ins Nationalteam. Der ehemalige Münchner, der 2014 in Rio de Janeiro Weltmeister wurde, hatte beim Achtelfinal-Aus gegen England 2021 bis dato sein letztes Spiel mit dem Adler auf der Brust. "Es ist und bleibt eine Heim-EM, das lässt keinen aktiven Fußballer komplett kalt", kommentierte Kroos seine Rückkehr nach 998 Tagen. Sein Intermezzo endete nach der Niederlage im Viertelfinale gegen Spanien. 2025 beendete er bei Real Madrid seine Karriere.

Breitner kehrte mehrfach zurück

Auch Paul Breitner zog es mehrfach ins Nationalteam. Nach dem Weltmeistertitel 1974 hatte die FC-Bayern-Legende im Alter von nur 22 (!) Jahren seinen Rücktritt erklärt. Grund dafür war ein Zerwürfnis mit DFB-Verantwortlichen, weil die Spielerfrauen nicht am offiziellen Festakt teilnehmen durften.

Ein Jahr später war er für zwei Länderspiele wieder da. Sie sollten bis 1981 aber die einzigen bleiben. Breitner und Bundestrainer Jupp Derwall versöhnten sich. "Wir sind zwar Europameister geworden, aber um Weltmeister zu werden, reicht es nicht. Dazu brauchen wir eine so starke Persönlichkeit wie Breitner", erklärte Derwall sein Umdenken. Zum Titel reichte es 1982 nicht, Deutschland wurde mit Leitwolf Breitner Vizeweltmeister. Das verlorene Finale gegen Italien war Breitners letzte Partie im DFB-Trikot.

Auch Völler hatte viele DFB-Comebacks

Auch Rudi Völler ließ sich überreden. Der ehemalige 1860-Profi und heutige DFB-Sportdirektor wollte nach dem WM-Titel 1990 nicht mehr für die Nationalmannschaft auflaufen, machte auf Bitten von Bundestrainer Berti Vogts aber noch bis zur EM 1992 weiter. Nach dem verlorenen Endspiel, das Völler verletzungsbedingt verpasst hatte, beendete er seine DFB-Karriere. Zwei Jahre später war die Not im deutschen Sturm so groß, dass ihn Bundestrainer Vogts erneut bekniete. Nach dem WM-Viertelfinal-Aus gegen Bulgarien war dann aber endgültig Schluss.

Matthäus-Rückkehr nach Klinsmann-Zoff

Lothar Matthäus ist bis heute Rekord-Nationalspieler. Für seine Bilanz brauchte er aber zwei Anläufe. Nach dem EM-Titel 1980 und dem WM-Titel 1990 schien seine Karriere im Trikot der Nationalmannschaft 1996 beendet. Wegen Differenzen mit Jürgen Klinsmann nahm ihn Berti Vogts nicht zur EM 1996 mit, die mit dem Titel für Deutschland endete. Zuvor hatte Matthäus wegen eines Achillessehnenrisses monatelang gefehlt. Zur WM 1998 stieß der Franke wieder zum Team und trat nach der EM 2000 schließlich endgültig ab.

Im Video: Bundestrainer Julian Nagelsmann beruft seinen WM-Kader

Manuel Neuer
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Manuel Neuer

Stefan Effenberg: Eine DFB-Karriere nach dem Stinkefinger

"Unter dem Bundestrainer Vogts wird es den Nationalspieler Effenberg nicht mehr geben!" Nach diesen Worten schien die Nationalmannschaftskarriere von Stefan Effenberg nach seiner Stinkefingergeste bei der WM 1994 beendet zu sein. Auch, weil der Münchner keinerlei Reue zeigte: "Ich kann nicht sagen, dass es mir leidtut." Vier Jahre hielten Trainer und Spieler daran fest, ehe Vogts nach der enttäuschenden WM 1998 den "Tiger" doch zurückholte. Effenberg absolvierte danach nur noch fünf Spiele. Eine Rückkehr unter Vogts Nachfolger Erich Ribbeck lehnte er ab.

Müllers Rückkehr ins DFB-Team nach Löw-Ausbootung

Thomas Müllers 100. Länderspiel im November 2018 war zunächst sein letztes. Danach entschied sich Bundestrainer Joachim Löw für einen Umbruch und gegen den Weltmeister von 2014. Auf großen Druck der Öffentlichkeit holte Löw ihn für die EM 2021 zurück.

Nach dem WM-Vorrunden-Aus in Katar 2022 deutete Müller einen Rücktritt an: "Ich hab's mit Liebe getan, da könnt ihr euch sicher sein." Doch dazu kam es nicht. Stattdessen gehörte Müller ab September 2023 im Freundschaftsspiel gegen Japan wieder zum Kader. Es war Flicks letztes Spiel als Bundestrainer. Unter Nachfolger Nagelsmann spielte er bei der Heim-Europameisterschaft 2024 keine große Rolle mehr und beendete danach seine DFB-Karriere.

Hummels Karriere endet vor der Heim-EM

Wie Müller fiel auch Mats Hummels Löws Planungen zum Opfer. Auch der Ex-FC-Bayern-Profi war zwischen 2019 und 2021 kein Teil der Nationalmannschaft. Bei der Europameisterschaft trennte er im ersten Gruppenspiel gegen Frankreich den eigentlich enteilten Kylian Mbappé sensationell vom Ball. Bis Herbst 2023 spielte er für den DFB. Danach nominierte ihn Bundestrainer Nagelsmann nicht mehr. Obwohl er großen Anteil am Königsklassen-Finaleinzug von Borussia Dortmund hatte, wurde er nicht ins EM-Aufgebot berufen.

Video: Nagelsmann-PK im Re-Live

Julian Nagelsmann
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Julian Nagelsmann

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