Jubel nach dem ersten ATP-Titel
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"SchnaWall": Mit Emotionen und Analytik zum Finalsieg "dahoam"

"SchnaWall": Mit Emotionen und Analytik zum Finalsieg "dahoam"

Beim ATP-Turnier in München sorgt das oberbayerische Tennis-Doppel für den Sensationssieg. Dabei sind Jakob Schnaitter und Mark Wallner ein ungleiches Duo, zwei Typen, die sich ergänzen - und nun die Tenniswelt erobern?

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport im Radio am .

Alexander Zverev war als großer Favorit schon im Halbfinale ausgeschieden, das Endspiel zwischen Ben Shelton und Fabio Cobolli stand noch aus, da bahnte sich beim ATP-Turnier in München eine Sensation an: Jakob Schnaitter und Mark Wallner, ein Wasserburger und ein Münchner, hatten sich von der Qualifikation bis ins Doppelfinale gespielt. Es war die Chance auf ihren ersten ATP-Titel, auf ihren bisher größten Erfolg - ausgerechnet auf heimischem Boden, vor heimischem Publikum, bei ihrem "Finale dahoam".

Beim Matchball trifft Jakob Schnaitter den Ball mit dem Schlägerrahmen, wie ein matschiges Schokoladenei segelt es übers Netz und über die französischen Gegner ins Feld. Schnaitter lässt sich auf die Knie fallen, sein Doppel-Partner Mark Wallner nimmt ihn in den Arm. "Da ging dann irgendwie das Gefühl aus meinen Beinen, als der Ball gelandet ist", so beschrieb Schnaitter den Moment nach der Siegerehrung, die Augen noch immer feucht. Der 30-Jährige nannte es das "verrückteste Gefühl, das ich je hatte."

"SchnaWall"-Fans fieberten im Stadion mit

Jakob Schnaitter ist 30 Jahre alt, Mark Wallner 26. Seit 2022 treten sie gemeinsam im Doppel an. Ihr Debüt auf der ATP-Tour feierten sie vor zwei Jahren in München dank einer Wildcard. Beide haben am College in den USA gespielt, ihr Heimtrainer Marc Meigel aus Ismaning beschreibt sie als zwei unterschiedliche Typen: "Jakob ist definitiv der Emotionale, der aber eine große Waffe ist, wenn er die Emotionen in der richtigen Bahn hat und Mark ist der analytische, akribische Arbeiter, der Fels in der Brandung ist, gleichzeitig aber sehr mächtig spielt."

In München hatten sie sich perfekt ergänzt, fokussiert und spielerisch kämpften sie sich Runde für Runde zum Sensationssieg. "Das ist ein Traum, der in Erfüllung geht", sagt Wallner. Realisieren konnten die beiden den Erfolg nach dem erfolgreichen Finale zwar noch nicht, Wallner aber ist sich sicher: "Es wird uns schon noch irgendwann hitten und dann wird ordentlich gefeiert."

Der Emotionale und der Analytische

Fast genauso schwer wie der Titeltriumph war es, die vielen Tickets für Freunde und Familie zu besorgen. "Auf geht's SchnaWall, auf geht's", riefen die Fans der Lokalmatadoren von der Tribüne.

Für den ersten Turniersieg gab es den dicksten Scheck ihrer bisherigen Laufbahn: 157.320 Euro. Noch wichtiger aber: "Schnawall" stehen jetzt in den Top 40 der Doppelweltrangliste, rutschen in den großen Turnieren ins Hauptfeld. Von daheim aus wollen die Spätstarter in der Tenniswelt jetzt so richtig loslegen.