Fast hätte Antonia Niedermaier für eine Sensation gesorgt. Die Rosenheimerin fuhr auf der schweren fünften Etappe der Tour de France Femmes zwischenzeitlich sogar virtuell im Gelben Trikot. Zwar wurde ihr Ausreißversuch vor dem Ziel noch vereitelt, doch die 23-Jährige vom Rennstall Canyon/Sram durfte sich dennoch freuen: Als Sechste des Tages verbesserte sie sich auf Rang vier der Gesamtwertung und übernahm das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin.
Niedermaier: "Super harter Tag"
Rund 85 Kilometer vor dem Ziel setzte sich Niedermaier gemeinsam mit 18 weiteren Fahrerinnen vom Feld ab. Der Vorsprung wuchs zwischenzeitlich auf fast zwei Minuten an, wodurch Niedermaier sogar virtuell das Gelbe Trikot trug. "Es war ein super harter Tag, aber es war auch schön", sagte Niedermaier der Sportschau. Es sei gar nicht geplant gewesen, dass sie so früh in einer Ausreißergruppe gelandet sei. "Aber es war am Ende gut für uns."
Im Hauptfeld drückten aber die Teams von Reusser und Vollering aufs Tempo, so dass es gut 22 Kilometer vor dem Ziel zum Zusammenschluss kam. Am Ende musste sich Niedermaier mit Platz sechs auf der Etappe begnügen, verbesserte sich aber dennoch auf Rang vier der Gesamtwertung.
Reusser verteidigt Gelbes Trikot
Den Tagessieg auf dem 140 Kilometer langen Teilstück mit acht Bergwertungen sicherte sich Topfavoritin Demi Vollering aus den Niederlanden vor der Schweizer Gesamtführenden Marlen Reusser und der Polin Kasia Niewiadoma. Reusser verteidigte damit erfolgreich das Gelbe Trikot. Die Zeitfahr-Weltmeisterin führt das Gesamtklassement nun mit zwölf Sekunden Vorsprung auf Vollering an. Niedermaier liegt 2:40 Minuten zurück und wahrt damit ihre Chancen auf einen Podestplatz.
Die sechste Etappe am Donnerstag führt über 153,4 Kilometer von Montbrison nach Tournon-sur-Rhône und bietet erneut ein anspruchsvolles Profil. Am Freitag wartet mit der Bergankunft am legendären Mont Ventoux der nächste Höhepunkt, bevor die Tour de France Femmes am Sonntag in Nizza endet.
