Manuel Baum, Trainer FC Augsburg
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VAR abschaffen? FC Augsburg zürnt nach Elfer-Ärger

VAR abschaffen? FC Augsburg zürnt nach Elfer-Ärger

Der Augsburger Elvis Rexhbecaj plädiert nach der Niederlage gegen Mainz für ein Ende des VAR: "Ich wünsche mir, dass es wieder ist wie früher." Auch Trainer Manuel Baum schießt mächtig gegen das Schiedsrichtergespann.

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

Vier Spiele war der FC Augsburg vor dem gestrigen Samstag ungeschlagen. Mit zwei Unentschieden gegen Union Berlin und den SC Freiburg, aber vor allen Dingen mit wichtigen Siegen gegen den FC Bayern und St. Pauli hatte der FCA nicht nur ordentlich Selbstvertrauen getankt, sondern auch das allzu penetrant umhergeisternde Abstiegsgespenst verjagt. Nun, nach dem 0:2 gegen den Tabellennachbarn Mainz, beginnt der Spuk womöglich erneut.

VAR abschaffen? "Wünsche mir, dass es wieder ist wie früher"

Der geballte Augsburger Frust entlud sich am Samstag insbesondere am Schiedsrichtergespann – das bekanntermaßen nicht mehr nur aus den vier Kollegen auf und in der unmittelbaren Nähe des Spielfelds besteht, sondern seit 2017 auch aus Unparteiischen vor einem Bildschirm. Der Video-Assistant Referee (VAR) ist nicht unumstritten. Und geht es nach Elvis Rexhbecaj, gehört er spätestens nach dem gestrigen Samstag abgeschafft.

"Es ist bitter, denn selbst mit der Lupe siehst du fast gar keinen Kontakt. Der VAR macht einfach viel zu viele Fehler, warum auch immer. Ich könnte mit Fehlentscheidungen des Schiedsrichters besser leben als mit Fehlentscheidungen nach Videobeweis. Das dürfte es eigentlich gar nicht geben", schimpfte Rexhbecaj. Er plädiere daher für eine Rückkehr zum alten System: "Jede Mannschaft hat damit zu kämpfen. Vorige Woche waren es drei andere Vereine, wo Skandal-Entscheidungen getroffen wurden. Der VAR macht einfach viel zu viele Fehler, warum auch immer. Ich wünsche mir, dass es wieder ist wie früher."

Duell gegen Mainz - umstrittener Elfmeter in der Anfangsphase

Grund für den Ärger war eine Szene aus der Anfangsphase der Partie: In der 5. Minute zeigte Schiedsrichter Patrick Ittrich auf den Punkt. Rexhbecaj schien Stefan Bell bei einem Klärungsversuch im Strafraum am Bein getroffen zu haben. Der VAR überprüfte die Entscheidung minutenlang, wobei die TV-Bilder keinen klaren Treffer Rexhbecaj an Bells Knie zeigten.

Letztlich blieb Ittrichs Entscheidung aber bestehen. Nadiem Amiri trat für die in Karnevalstrikots aufgelaufenen Mainzer an und verwandelte den Elfmeter mit einem satten Schuss ins rechte untere Eck zum 1:0 (8.). Einen Rückstand, den der FCA nicht mehr aufholen konnte, ehe ein weiterer (deutlich unstrittigerer) Elfmeter für den 2:0-Endstand aus Mainzer Sicht führte.

"Aberwitzig" - Manuel Baum wütet gegen Entscheidung

Auch Trainer Manuel Baum echauffierte sich im Anschluss an die Partie über die Entscheidung in der 5. Minute: "Im Videokeller wurde ein Kontakt gesucht, aber nicht gefunden. Da wäre es das Mindeste gewesen, dass der Schiedsrichter rausgeschickt wird, um sich das selbst anzuschauen. Dann wäre er zum Schluss gekommen, den Elfmeter zurückzunehmen. Es ist für mich komplett unverständlich, warum das nicht geschehen ist. Man sieht in keinem Bild eine Berührung, da bewegt sich nicht einmal ein Stutzen. Man sieht nur einen Spieler, der hinfällt", polterte Baum. Aus seiner Sicht sei es "aberwitzig, dass ein nicht sichtbarer Kontakt dazu führt, dass die Entscheidung bestehen bleibt".

Baum: "Sind in den vergangenen Wochen öfter benachteiligt worden"

Schiedsrichter Ittrich sah keinen Anlass für diesen Ärger. Er erklärte die Szene bei DAZN: "Ich stand auf dem Platz und habe gesehen, dass der Spieler Bell ganz klar den Ball spielt und der Spieler Rexhbecaj voll durchzieht und es zu einem klaren Kontakt am Fuß kommt und ich höre ihn auch. Ich habe mich dann für Elfmeter entschieden und war dann im Kontakt mit dem Video-Assistenten. Die haben die Bilder geprüft und konnten es weder widerlegen noch belegen." Der gefoulte Spieler selbst sprach von einer "leichten Berührung".

Für Baum steht dieser Fall stellvertretend für eine ganze Reihe an Schiedsrichter-Entscheidungen. "Wir sind als FC Augsburg in den vergangenen Wochen öfter benachteiligt worden. Daran können wir nichts ändern, aber ich will das auch nicht einfach so hinnehmen", sagte Baum und fügte an: "Es geht auch darum, die Klasse zu halten." Der FC Augsburg steht aktuell auf Rang 13 der Tabelle. Drei Punkte trennen ihn vom SV Werder Bremen auf dem Relegationsplatz. Der FC St. Pauli (Rang 17) ist fünf Punkte entfernt.

Video: Die Highlights der Partie FSV Mainz gegen FC Augsburg

Im Zweikampf Kaishu Sano (Mainz) gegen Alexis Claude-Maurice (FCA).
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