Lob für sportliche Leistung ist immer etwas Schönes. Wenn auch noch der eigene Trainer "absolute Weltspitze" und "enorme Charakterstärke" attestiert, dürfte das nicht nur erfreuen, sondern auch bis unter die Haarspitzen motivieren. Und so war es auch.
Bei der Generalprobe vor den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo zeigten die Oberstdorferinnen Coletta Rydzek und Laura Gimmler eine ganz starke Leistung. Beim Weltcup in Goms holte sich das Duo den Sieg. Ausschlaggebend war vor allem der starke Schlusssprint von Rydzek, die in dieser Saison schon insgesamt dreimal auf dem Podest stand.
Generalprobe geglückt
Die 28-jährige Oberstdorferin fährt mit einer breiten Brust zu den Olympischen Winterspielen. Auch Laura Gimmler zeigt sich pünktlich zum Saisonhöhepunkt in Topform. Beim Weltcup in Goms feiert sie neben dem Teamsprint-Sieg auch mit Platz zwei ein Einzelpodest.
Bundestrainer Peter Schlickenrieder sieht bei den Olympischen Spielen im italienischen Val di Fiemme, wo die Wettkämpfe der Langläuferinnen und Langläufer stattfinden, die größten Medaillenchancen im Team. "Da wollen wir unsere beste Leistung bringen. Wenn wir uns dort gut platzieren, freuen wir uns riesig", sagte der ehemalige Langläufer. So will er den Druck von einzelnen Athletinnen nehmen.
Schlickenrieder stolz auf Entwicklung
Nicht nur die sportliche, sondern auch die Charakterentwicklung des gesamten Langlauf-Teams gefällt Schlickenrieder: "Die tolle Entwicklung ihrer Persönlichkeit können alle Läuferinnen gut auf die Loipe übertragen. Der richtige Umgang mit Stärken und Schwächen ist wichtig für die sportliche Leistung", so der DSV-Funktionär. Denn ohne diese Fähigkeit, kann kein Sportler vorne mitlaufen.
Besonders im Sprint entscheiden Mut und taktisches Gespür über Sieg und Niederlage. Hier sticht Rydzek in dieser Saison heraus. "Was man bei der Coletta sieht, ist schon ein sehr ganzheitlicher Sportler, der weit über die rein organische Leistungsfähigkeit hinausgeht", lobt Schlickenrieder seinen Schützling. Das sportliche Gespür liegt für ihn in der Familie.
Die Rydzeks "können alles"
Auch Rydzeks Bruder Johannes ist kein Unbekannter. Der 34-jährige Kombinierer konnte bei den Winterspielen in Pyeongchang 2018 zwei Goldmedaillen gewinnen. Für Schlickenrieder ist der Erfolg der Rydzek-Geschwister keine Überraschung. "Das sind gute Allgemeinsportler. Die können alles, was gleitet. Die würden auch im Slalom oder Riesenslalom eine gute Figur abgeben", sagt der. Ein früher Kontakt mit Schnee und eine Prägung durch das Elternhaus können später also mal ein großer Vorteil werden. Coletta und Johannes Rydzek sind das perfekte Beispiel dafür.
