FIFA-Chef Infantion (l.) und US-Präsident Trump (r.) nach dem Finale der Weltmeisterschaft am 19.7.26 in Rutherford, New Jersey (USA)
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FIFA-Chef Infantion (l.) und US-Präsident Trump (r.) nach dem Finale der Weltmeisterschaft am 19.7.26 in Rutherford, New Jersey (USA)
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FIFA-Chef Infantion (l.) und US-Präsident Trump (r.) nach dem Finale der Weltmeisterschaft am 19.7.26 in Rutherford, New Jersey (USA)

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"WM zu verkaufen": Was bedeutet der FIFA-Plan für den Fußball?

"WM zu verkaufen": Was bedeutet der FIFA-Plan für den Fußball?

Eine Tochtergesellschaft der FIFA könnte bald alle WM-Turniere vermarkten. Das soll immer mehr Geld bringen und FIFA-Chef Infantino womöglich auch langfristig nutzen. Die Hintergründe, die möglichen Folgen – und was ein Experte dubios findet.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer ist seit gut einer Woche vorbei – aber Gianni Infantino, Chef des Weltfußballverbands FIFA und enger Partner von US-Präsident Donald Trump, sorgt schon wieder für Aufregung. Der nicht ganz neue, aber jetzt weitergehende Plan: Eine Tochtergesellschaft der FIFA soll sich um alle Turniere und ihre Vermarktung kümmern. 20 bis 30 Prozent der Anteile sollen an private Investoren gehen – ein potenzielles Milliardengeschäft.

Die britische Zeitung "Times" titelt bereits: "WM zu verkaufen". Trifft es das? Was würde Infantinos Plan mit externen Investoren für zukünftige Turniere bedeuten? Und welches Ziel könnte der FIFA-Chef – neben immer mehr Einnahmen, die seine Macht sichern – noch verfolgen?

Will die FIFA tatsächlich die WM verkaufen?

Ein FIFA-Sprecher sagt: Es gehe nur um "sorgfältig ausgewählte Investoren". Diese würden keine "Kontrollrechte" erhalten, stattdessen behalte die FIFA die alleinige Entscheidungsgewalt "über die Führung des Fußballs, Wettbewerbe, den internationalen Spielkalender sowie alle regulatorischen und sportlichen Entscheidungen". Viele Kritiker bezweifeln das allerdings.

Zunächst müssen der FIFA-Rat und die Mehrheit der 211 Mitgliedsländer zustimmen. Das kann gut sein, weil gerade kleinere Nationalverbände finanziell massiv von Infantinos Präsidentschaft profitieren. Der WM-Deal könnte ihnen nochmal doppelt oder sogar dreimal so viel FIFA-Geld bringen. Die Investorengruppe anführen soll eine Investmentgesellschaft von Joshua Kushner – Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident und FIFA-"Friedenspreis"-Träger Trump.

"Strukturell und wirtschaftlich wäre es nachvollziehbar, wenn die FIFA ihre Eventrechte auslagert", sagt Markus Kurscheidt auf BR24-Anfrage. Er ist Professor für Sport Governance und Eventmanagement an der Universität Bayreuth. So würden auch nationale Ligen und andere Sportverbände teils vorgehen. "Dubios ist aber das Vorgehen: Es gab kein transparentes Verfahren, es riecht nach einer Abstimmung mit Trumps Leuten und Korruption, es gibt direkten Zustimmungsdruck auf die Mitgliedsverbände." Juristisch seien viele Fragen offen.

Gäbe es auch positive Aspekte?

Denkbar wären mehr Aufmerksamkeit für den Frauen- und Jugendfußball: Auch bei diesen Turnieren will die FIFA nach eigenen Angaben "das volle wirtschaftliche Potenzial der Übertragungsrechte und Sponsoringverträge" ausschöpfen. Sportökonom Kurscheidt hält das besonders beim Frauenfußball für realistisch. "Da sind wir aktuell auf einem ungleich niedrigeren Niveau als beim Männerfußball – entsprechend groß könnte aus Investorensicht das Wachstumspotenzial sein."

Fußball-WM: Was würde sich konkret ändern?

Das ist noch Spekulation, weil der Deal weder im Detail vorgestellt noch beschlossen ist. Kritiker befürchten, dass das Teilnehmerfeld immer weiter wächst – wie von Infantino angedeutet auf 64 Nationen oder sogar noch mehr. Die FIFA könnte nochmal versuchen, die Weltmeisterschaft alle zwei statt alle vier Jahre stattfinden zu lassen. Auch ein exklusiver FIFA-Pay-TV-Sender für die Übertragung wäre langfristig möglich. Regeländerungen wie breitere Tore wären ebenfalls zumindest denkbar.

Worüber sich die meisten Beobachter einig sind: Die Kommerzialisierung der Fußball-WM – mit immer mehr Sponsoring, Werbung, Events ums eigentliche Spiel herum – dürfte bei einer Teilprivatisierung der Rechte noch mehr werden. In jedem Fall würden private Investoren eigene Ideen einbringen, damit das Produkt "Fußball-Weltmeisterschaft" die höchstmögliche Rendite abwirft. "Echte Eingriffe in die bisherige Fußballkultur wären für die FIFA gleichzeitig mit großem Risiko verbunden", sagt Kurscheidt.

Wie positionieren sich die anderen Verbände?

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist gegen Infantinos Pläne. Auch der europäische Fußballverband UEFA kritisiert die Pläne bereits scharf – interessanterweise noch bevor die FIFA erste Medienberichte am Dienstagabend selbst bestätigte. Im Raum steht sogar die Androhung eines WM-Boykotts durch die europäischen Verbände. "Ob es dazu dann im Zweifel wirklich kommt, muss man sehen", sagt Sportökonom Kurscheidt. "Aber Europa fürchtet natürlich auch um seinen Status als Top-Standort des Fußballs, wenn Investoren aus anderen Weltregionen immer mehr Einfluss haben."

Auch aus Nord- und Mittelamerika sowie Asien, Infantino bisher wohlgesonnen, gibt es kritische Töne. Ein Sprecher der Bundesregierung betont: Wichtig sei, "dass große Sportereignisse für die Fans zugänglich und ihre besondere gesellschaftliche und verbindende Wirkung erhalten bleiben".

Welche Rolle spielt Infantinos weitere Karriere?

Die starke Vermutung: Sollte die FIFA-Tochtergesellschaft kommen, könnte Infantino das Unternehmen leiten – spätestens ab 2031 nach seiner letztmöglichen Amtszeit an der Verbandsspitze. Darüber, sagt zumindest ein FIFA-Sprecher, sei bisher aber nicht konkret gesprochen worden.

Mit Informationen des SID

Im Video: Fußball-WM - Kritik an FIFA-Plänen

Kritik an FIFA-Plänen
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Kritik an FIFA-Plänen

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