Im Vordergrund sitzt eine junge Frau mit Bille. Im Hintergrund zu sehen ist die Zuschauerbank eines Gerichtssaals.
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Mareike Nützel hat das duale Studium zur Rechtspflegerin gemacht.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
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Mareike Nützel hat das duale Studium zur Rechtspflegerin gemacht.

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Arbeiten im Gericht als Rechtspflegerin – Lohnt sich das?

Arbeiten im Gericht als Rechtspflegerin – Lohnt sich das?

Rechtspfleger übernehmen viele Aufgaben, die früher Richtern und Richterinnen vorbehalten waren – ganz ohne Jurastudium. Aber lohnt sich der Job auch finanziell?

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Mareike ist Rechtspflegerin beim Landgericht Stuttgart. Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger arbeiten an Gerichten, Staatsanwaltschaften und in der Justizverwaltung. Je nach Bereich leiten sie beispielsweise Testamentseröffnungen, tragen nach einem Hausverkauf die neuen Eigentümerinnen und Eigentümer ins Grundbuch ein oder vollstrecken Geld- und Freiheitsstrafen.

Verantwortungsvoller Job in der Justiz

Mareike arbeitet in der Justizverwaltung: Hier ist sie unter anderem für die Ernennung und Überprüfung von ehrenamtlichen Richterinnen und Richtern zuständig. "Ich komme morgens in mein Büro und nehme mir meine To-dos vor, aber es kann immer etwas Unvorhergesehenes kommen", erklärt Mareike. 80 Prozent ihres Vollzeit-Jobs arbeitet Mareike beim Landgericht. Die restlichen 20 Prozent ist sie beim Oberlandesgericht Stuttgart angestellt.

Hier arbeitet sie im Social-Media-Team. Dort ist sie gemeinsam mit einem Kollegen das Gesicht des Instagram-Accounts des Justizministeriums Baden-Württemberg. "Der Account dient der Nachwuchsgewinnung, um für alle Laufbahnen, die es in der Justiz gibt, Werbung zu machen", erklärt Mareike. Gerade wenn man an Gerichte denke, fielen einem oft nur Richter ein, aber es gebe noch so viele andere Berufe. "Zum Beispiel kennt Rechtspfleger fast keiner, obwohl wir ein wichtiger Bestandteil eines Gerichts sind."

Rechtspflege statt Jura

Dass Mareike einmal in die Justiz gehen würde, hat sich schon früh herausgestellt. "In der zehnten Klasse gab es bei uns eine Studienberatung und da kam bei mir Jura raus", erklärt sie. Nach dem Abitur habe sie das lange Studium allerdings abgeschreckt – das Risiko, nach einem gescheiterten Staatsexamen vor dem Nichts zu stehen, war ihr zu groß.

Darum entschied sie sich stattdessen für ein duales Studium zur Rechtspflegerin. Das dauert insgesamt drei Jahre und das Besondere: Bereits während der Ausbildung bekommen Rechtspfleger den Status "Verbeamtung auf Widerruf".

Was verdient eine Rechtspflegerin?

Je nach Bundesland kann sich die Besoldungsgruppe beim Berufseinstieg unterscheiden. Mareike ist Rechtspflegerin in Baden-Württemberg und ist daher in der Besoldungsgruppe A10 in den Beruf eingestiegen. Damit verdient sie aktuell ein monatliches Bruttogehalt von 3.728 Euro, wovon ihr nach Abzug von Steuern noch 3.052 Euro netto bleiben. Als Beamtin zahlt sie 331 Euro an die private Kranken- und Pflegeversicherung. So bleiben ihr noch monatlich etwa 2.721 Euro.

"Mit Rechtspflege habe ich meinen Traumberuf gefunden", betont Mareike. "Ich bin glücklich in der Gerichtsverwaltung."

Über Geld spricht man nicht? Wir schon. Auf dem YouTube Kanal "Lohnt sich das?" stellt der BR Menschen und ihre Berufe vor: Wie kann man mit dem Gehalt leben? Was kann man sich leisten? Wir begleiten viele Menschen in ihrem Beruf und zeigen ihr Leben. Rentiert es sich für das Gehalt zu arbeiten und damit das eigene Leben zu finanzieren?

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