Der Schatten eines Mannes auf dem Boden, der eine Kabelrolle und einen Akkuschrauber in den Händen hält. (Symbolbild)
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Wer soll die Arbeit noch machen? In vielen Berufen werden bis 2035 in Bayern weitere Arbeitskräfte fehlen (Symbolbild)
Bildrechte: picture alliance/dpa|Julian Stratenschulte
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Wer soll die Arbeit noch machen? In vielen Berufen werden bis 2035 in Bayern weitere Arbeitskräfte fehlen (Symbolbild)

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Arbeitskräfte: Wo in Bayern bis 2035 besonders viele fehlen

Arbeitskräfte: Wo in Bayern bis 2035 besonders viele fehlen

Rund 290.000 Arbeitskräfte könnten bis 2035 in Bayern fehlen, prognostiziert eine neue Studie. Doch je nach Region und Branche sind die Unterschiede groß: Wo im Freistaat das Angebot besonders stark schrumpft – und welche Rolle KI spielen wird.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt – das Angebot aber noch stärker: Die Prognos AG kommt in ihrer Studie im Auftrag der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) für 2035 auf eine Lücke von rund 290.000 Personen in Bayern. Es macht sich besonders der demographische Wandel bemerkbar: Die Babyboomer gehen in Rente, zu wenig junge Leute kommen auf den Arbeitsmarkt.

Solche Prognosen müssen – das wissen die Autoren – immer mit Vorsicht betrachtet werden. Wächst die Wirtschaft wie vorausgesagt und entwickeln sich die Bevölkerungszahlen wie angenommen? In der Studie wird darum auch in verschiedenen Szenarien gerechnet. Aber selbst im äußersten Fall fehlen 2035 noch 210.000 Kräfte und damit mehr als zurzeit.

Regionen unterschiedlich stark betroffen

Der Rückgang der Nachfrage findet laut der Studie in allen bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten statt, aber in manchen etwas stärker als in anderen. Das Angebot an Arbeitskräften wird laut der aktuellen Prognose vor allem in den ländlichen Kreisen Ober-, Mittel- und Unterfrankens sowie der Oberpfalz stärker sinken als in den Ballungsräumen München, Nürnberg, Fürth oder auch Bamberg.

Trifft eine Region mit einem moderaten Nachfragerückgang auf eine starke Angebotsminderung, könnte der Mangel an Arbeitskräften besonders gravierend ausfallen. Das hat nicht nur damit zu tun, ob eine Region wirtschaftlich gut aufgestellt ist oder nicht. Es hängt auch davon ab, welche Branchen angesiedelt sind und welche Art von Arbeitskräften diese brauchen.

Dort, wo jetzt schon viele ältere Menschen leben, müssen sich Unternehmen mehr Gedanken machen, wie sie das benötigte Personal bekommen. Auf der anderen Seite bietet das diesen Regionen aber auch eine Chance: Wenn sie es richtig anpacken, bleiben die jungen Menschen vor Ort und müssen nicht mehr in die großen Städte, um einen Job zu finden.

In diesen Berufsgruppen sind die Engpässe besonders groß

Was für die Regionen gilt, das gilt laut Studie auch für die Berufsgruppen: Bei manchen steigt der Bedarf, bei anderen wird es ein Überangebot geben. Die Prognos-Studie hat dabei die 36 "Hauptberufsgruppen" untersucht. Das Ergebnis: In 28 davon wird es zum Teil deutliche Engpässe geben. Dazu zählen zum Beispiel Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer, Reinigungskräfte, Jobs im Gebäudemanagement und im Sicherheitsgewerbe. Auch in den Pflegeberufen wird der Bedarf nicht kleiner werden.

Auf ein Überangebot an Kräften können Firmen im Marketing, in den Medien oder der Druckbranche zurückgreifen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird laut Prognose den Engpass an Personal in dem einen oder anderen Bereich zwar verringern, jedoch wird KI ihn nicht gänzlich aufheben.

Bedarf an Arbeitskräften aus dem Ausland weiter groß

Was aber helfen solche Studien und was kann getan werden, damit die Lücke vielleicht doch kleiner ausfällt, als jetzt angenommen? Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft will den Regionen mit den Ergebnissen das liefern, was sie zum Gegensteuern brauchen. So fehlt es gerade auf dem Land öfter als in der Stadt an Verkaufspersonal. Dort sind meist Frauen und diese oft in Teilzeit beschäftigt. Hier könnte man ansetzen, meint vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Insgesamt aber ließe sich die Lücke in vielen Bereichen nicht schließen. Angesichts der Demographie sei auch Bayern auf Personal aus dem Ausland angewiesen. So sieht es auch Michael Böhmer von der Prognos AG. Können weniger Arbeitskräfte gezielt angeworben werden, wird der Engpass größer.

Dieses "Gefühl, nach außen zu vermitteln, dass man bei uns gute Zukunftsperspektiven hat, sollten wir auch wieder mehr in den Mittelpunkt stellen", so der Appell der Bayerischen Wirtschaft.

Gewerkschaften fordern bessere Rahmenbedingungen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern schließt sich dem an. Der Arbeitskräftebedarf ist für den Vorsitzenden Bernhard Stiedl eine große Herausforderung. Noch immer scheitert Erwerbstätigkeit häufig an einem Mangel an Kinderbetreuung, Pflegeplätzen, Weiterbildungsangeboten oder Infrastruktur – gerade außerhalb der Ballungsräume. "Deshalb braucht es mehr Investitionen in Bildung, Qualifizierung und Betreuung. Auch qualifizierte Zuwanderung wird Bayern dauerhaft brauchen."

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