Viele Autofahrer, Autohändler und Umweltschützer warten darauf: das neue Förderprogramm für Elektroautos. Union und SPD hatten sich im Koalitionsausschuss Ende November darauf verständigt, drei Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. So sollen "insbesondere Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen beim Kauf oder Leasing" von E-Autos finanziell unterstützt werden. Geld soll es sowohl für reine Elektro- als auch wieder für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor geben.
Was plant die Bundesregierung bisher?
Geplant war ein Basiszuschuss von 3.000 Euro pro Fahrzeug für Privathaushalte. Familien sollen mehr Geld bekommen. Wie genau die staatliche Unterstützung aussehen soll, will Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am Freitag bekanntgeben. Die Lobbyorganisation Agora Verkehrswende und die Stiftung Klimaneutralität haben auf der Grundlage einer repräsentativen Umfrage unter potenziellen Autokäufern und eines Rechtsgutachtens Vorschläge erarbeitet.
Was fordern Verbände und Klimaschützer?
Danach sollte die Förderung auf Personen mit einem Bruttoeinkommen von bis zu 4.000 Euro pro Monat begrenzt werden, sodass vor allem Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen profitierten. Die von der Bundesregierung angedachte Obergrenze von 80.000 Euro Jahreseinkommen pro Haushalt sei mit Blick auf Single-Haushalte zu hoch angesetzt. Außerdem sollte es nur für vollelektrische Fahrzeuge Geld geben, nicht für Hybrid-Autos. Dies mache industrie- und klimapolitisch am meisten Sinn, sagt Christian Hochfeld von Agora Verkehrswende.
Die Bundesregierung dürfte das anders sehen. Mit dem Förderpaket versucht sie, einerseits die E-Mobilität voranzubringen, andererseits der Autobranche aus der Krise zu helfen. Dazu sei es wichtig, auch Hybrid-Fahrzeuge zu fördern, so die Koalition. Viele Kunden seien beim Kauf eines reinen E-Autos noch vorsichtig.
Welche E-Autos sollten gefördert werden?
Die Stiftung Klimaneutralität warnt davor, den Kauf von teuren Fahrzeugen finanziell zu unterstützen. Das Förderprogramm sollte sich auf günstige und mittlere Preisklassen konzentrieren. Hier seien die Preisunterschiede zwischen E-Auto und Verbrenner am höchsten.
In der Preisklasse über 60.000 Euro schneiden Elektrofahrzeuge oft schon günstiger als vergleichbare Verbrenner ab, insbesondere wenn man die Gesamtkosten über die Lebensdauer betrachtet. Thorsten Losse-Müller von der Stiftung Klimaneutralität sagt: "Für die teuren Fahrzeugsegmente braucht es deshalb keine zusätzliche staatliche Förderung." Stattdessen wäre es wichtig, den Kauf von gebrauchten E-Autos möglichst schnell in das Förderpaket aufzunehmen.
Was sagt die Autobranche?
Unabhängig von den Förderdetails, glaubt die Autobranche an einen kräftigen Schub. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) rechnet mit einer steigenden Nachfrage nach neuen Elektroautos, wenn die Förderung kommt. Dann könnte es rund 740.000 Neuzulassungen geben. Das wären fast 30 Prozent mehr als in diesem Jahr. "Unsere Vorhersage beruht auf der Annahme, dass die geplante Unterstützung der Bundesregierung für private E-Auto-Kunden rückwirkend zum Jahresbeginn 2026 startet", betont Verbandspräsidentin Imelda Labbé.
Gleichzeitig müsste die Ladeinfrastruktur weiter stark ausgebaut werden. Das fordern auch Verkehrsexperten und Verbände wie Agora Verkehrswende. Die bürokratischen Hürden müssten reduziert werden, um schnell die Zahl der Ladesäulen zu erhöhen.
Programm soll an bisherige Förderung anknüpfen
Das Thema E-Auto-Förderung ist nicht neu. Bis Ende 2023 gab es in Deutschland den sogenannten Umweltbonus. Weil die Ampel-Regierung nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts dringend sparen musste, wurden die Haushaltsmittel gestrichen und der Zuschuss eingestellt. Die Nachfrage nach E-Autos brach ein.
Jetzt hoffen Bundesregierung und Autoindustrie mit der neuen staatlichen Unterstützung auf eine Trendwende. Vorausgesetzt, das Förderprogramm des Umweltministers ist gut gemacht.
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