(Symbolbild) Blick von oben auf eine Ölförderplattform
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(Symbolbild) Preisanstieg für Energie ähnelt früheren Krisenzeiten
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Preisanstieg für Energie ähnelt früheren Krisenzeiten

Preisanstieg für Energie ähnelt früheren Krisenzeiten

Das Statistische Bundesamt hat sich mit den Energiepreisen in Krisenzeiten beschäftigt. Demnach fielen die Preissteigerungen meist ähnlich wie gerade durch den jüngsten Iran-Krieg aus. Aber weniger heftig als zu Beginn des Ukraine-Kriegs.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Wie schlimm ist die aktuelle Energiekrise wirklich? Eine Auswertung der vergangenen 50 Jahre durch das Statistische Bundesamt zeigt, dass die Preissteigerungen in früheren Krisen teils noch drastischer waren.

Preisniveau vor Iran-Krieg schon recht hoch - wegen Ukraine-Krieg

Da die letzte Energiekrise mit dem Beginn des Ukrainekriegs von 2022 erst vier Jahre zurückliegt, kommt es jetzt zu einem verstärkten Effekt. Die vorangegangenen Preisschübe waren immer noch spürbar, da kam mit dem Iran-Krieg gleich die nächste Krise.

Den Daten von Statista zufolge stieg der Rohölpreis (Brent) nach der faktischen Sperrung der Straße von Hormus durch Iran im März 2026 im Schnitt auf 103 US-Dollar, in der Spitze sogar auf 120 USD pro Barrel. Das entsprach einem Anstieg um fast zwei Drittel (+64 Prozent) gegenüber dem Vorkriegsniveau.

Rückblende 2022: Putin dreht Deutschland den Gashahn zu

Vor vier Jahren waren vor allem die Gaspreise noch viel stärker gestiegen als in diesem Jahr – Erdgas wurde extrem teuer (+330,5 Prozent). Es dauerte eine Zeit, bis Ersatz für russisches Gas gefunden war, doch das Niveau blieb bei Energiepreisen insgesamt hoch. Zu Beginn des Kriegs gegen die Ukraine hatten sich die Preise für Mineralölerzeugnisse mehr als verdoppelt (+108 Prozent), wobei der Importpreis für Erdöl laut Statistischem Bundesamt um 88 Prozent zulegte.

Grafik: So viel kostet 1 kWh Gas

Heizöltank im Keller: Vielleicht erst im Herbst wieder auffüllen?

Hauptproblem ist derzeit der stark schwankende Ölpreis, der Kraftstoffe schon im März um 20 Prozent und Heizöl sogar um 44 Prozent verteuerte. In der Ukraine-Krise war es aber deutlich mehr.

Verbraucherschützer wie von dem Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) raten derzeit von Heizölkäufen ab. Die Hoffnung ist, dass sich die Lage bei Dieselkraftstoff und damit auch beim Heizöl zum Herbst hin entspannt. In einer ersten Reaktion auf die blockierten Tankschiffe in der Straße von Hormus war vor allem Diesel gehortet worden, ohne den in der Wirtschaft nichts mehr laufen würde.

Grafik: So viel kostet Kraftstoff in Deutschland

Ölkrisen seit den 70er Jahren häufig noch viel schlimmer

In der ersten Ölkrise von 1973/74 hatten sich Kraftstoffe wesentlich stärker verteuert als bislang im Iran-Krieg. Auslöser war damals der Jom-Kippur-Krieg zwischen Israel und den arabischen Nachbarstaaten. Im OPEC-Förderkartell organisierte (arabische) Staaten drosselten damals bewusst ihre Fördermengen, um wirtschaftlichen Druck auf westliche Staaten auszuüben. Die hatten Israel unterstützt, allen voran die USA.

Im Februar 1974 war importiertes Erdöl schließlich mehr als dreimal so teuer wie im Vorjahresmonat. Mineralölprodukte kosteten im Schnitt fast zwei Drittel (+66 Prozent) mehr als im Februar 1973. Der Heizölpreis war im Winter bereits um 183 Prozent gestiegen.

Zweite Ölkrise durch Iran- und Golfkrieg 1979/80 mit Langzeitwirkung

Bei der zweiten Ölkrise, die sich fünf Jahre nach der ersten entwickelte, stand Iran im Mittelpunkt. 1979 war es dort zur Islamischen Revolution gekommen, die zu Förderausfällen führte und im September 1980 den Ersten Golfkrieg auslöste. Der Importpreis für Erdöl verdoppelte sich und stieg in den folgenden Jahren immer weiter bis zum März 1985. Die Entwicklung der Gaspreise folgte häufig mit einer Verzögerung von einigen Monaten dem Ölpreis.

Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 zugleich auch eine Energiekrise

Der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 gilt als Höhepunkt der Finanzkrise, die nicht nur die Börsenpreise schwanken ließ. Auch bei Heizöl- und Kraftstoffen gab es Marktturbulenzen, die sich im Folgejahr 2009 mit der Euro-Schuldenkrise verstärkten.

Bereits im Juli 2008 erreichte der Preis für Erdöl seinen bis dahin höchsten Stand mit Preisen um 132 Dollar je Barrel, nach einem Anstieg um mehr als 50 Prozent zum Vorjahr. Bis 2012 ging es kräftig auf und ab mit den Energiepreisen.

Corona brachte nur vorübergehend Entspannung am Energiemarkt

Die Corona-Pandemie ab 2020 brachte mit einem starken Einbruch der Weltwirtschaft auch die Energiepreise unter Druck. Im April 2020 war der Ölpreis so niedrig wie seit August 1999 nicht mehr, bedingt durch einen Einbruch der Nachfrage.

Darauf stellten sich auch die Erdöl-Förderländer und die petrochemische Industrie ein, die daraufhin ihre Produktion stark drosselten. Da die wirtschaftliche Erholung bereits in der Corona-Krise überraschend schnell erfolgte, gab es deshalb einen umso stärkeren Anstieg der Energiepreise. Dieser Aufwärtstrend wurde anschließend durch den Ukraine-Krieg verstärkt, der die Preise für Öl und Gas deutlich steigen ließ.

Grafik: So viel kostet Erdöl

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