Prof. Kruse und Dr. Knubben schauen sich Grünschnitt an
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Proteinfutter aus Gras gewinnen, daran forscht die Universität Hohenheim
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Proteinfutter aus Gras gewinnen, daran forscht die Universität Hohenheim

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Tierfutter: Proteine aus heimischem Gras?

Tierfutter: Proteine aus heimischem Gras?

Gras enthält Protein. Aber nur Kühe können diese Proteine verwerten, weil sie einen Pansen haben. Wissenschaftler der Universität Hohenheim forschen nun an einem Proteinfutter aus Gras auch für Schweine und Hühner - eine Forschung mit Hürden.

Über dieses Thema berichtet: Unser Land am .

Es gibt 4,7 Millionen Hektar Grünland in Deutschland, bisher wird es aber nur genutzt, um Kühe zu füttern. Das könnte sich ändern: Nach Ansicht von Forschern der Universität Hohenheim in Baden Württemberg sind die Proteine im Grünschnitt auch für Schweine und Hühner geeignet. Dafür müssen sie aber speziell aufbereitet werden. Wenn es gelänge, Proteinfutter aus heimischem Gras auch für Nicht-Wiederkäuer herzustellen, wäre das ein Meilenstein.

Soja-Importe ersetzen

Bisher ist Soja der wichtigste Eiweißlieferant in der Tierernährung. Deutschland importiert pro Jahr rund 3,7 Millionen Tonnen Soja, vor allem aus Ländern wie Brasilien und den USA. Diese Abhängigkeit zu beenden, daran arbeiten Andrea Kruse und ihr Team. "Wir könnten 90 Prozent der Soja-Importe durch Proteinfutter aus heimischem Grünland ersetzen", sagt die Wissenschaftlerin und Professorin.

Grüne Bioraffinerie

Damit Schweine und Hühner die Proteine im Gras verstoffwechseln können, müssen die Proteine aus ihrer Faserstruktur herausgelöst und aufbereitet werden. Das passiert in drei Schritten: Erst wird das frische Schnittgut in einer Schneckenpresse zerkleinert und gepresst. Heraus kommt ein grüner Saft mit einem hohen Anteil an löslichen Proteinen. Im zweiten Schritt werden die Proteine mit Hilfe von Zitronensäure ausgefällt und in einer Zentrifuge aus dem Saft extrahiert. Das Ergebnis ist eine dickflüssige grüne Proteinpaste. Die wird dann zu Proteinflocken getrocknet.

Erfolgreiche Fütterungsversuche

Die Flocken wurden in einigen Testreihen an Schweine und Hühner verfüttert und gut angenommen. Allerdings enthalten Grasflocken nur etwa 26 Prozent Rohprotein, Sojaschrot dagegen etwa 45 Prozent. Es sind auch zu viele Bitterstoffe und Farbstoffe enthalten. Das Team um Andrea Kruse müsste dringend weiterforschen. Für umfangreiche Fütterungsversuche wären circa 500 Kilogramm Flocken nötig, aufbereitet aus 30 Tonnen Grünschnitt.

Kein Geld für weitere Forschung

Kruse hat einige Forschungsanträge gestellt, aber alle wurden abgelehnt. "Wir haben kein Geld bekommen", sagt sie. "Leider wird diese grüne Bioraffinerie in Dänemark sehr stark gefördert und in Deutschland nicht." Um den Anschluss nicht zu verlieren, forschen die Wissenschaftler nun im kleinen Maßstab weiter. Die Hoffnung: Vielleicht findet sich ein Partner aus der Industrie. Denn Proteinflocken aus Gras könnten grundsätzlich auch für menschliche Ernährung interessant sein.

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