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Verteidigung als Wirtschaftsfaktor: So kann Bayern profitieren

Verteidigung als Wirtschaftsfaktor: So kann Bayern profitieren

Der Krieg in der Ukraine, neue geopolitische Spannungen und die Debatte über höhere Verteidigungsausgaben: konkrete Herausforderungen für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Was bedeutet diese Entwicklung für Bayern, Deutschland und Europa?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Youtube am .

Wie verändert die Zeitenwende den Wirtschaftsstandort Bayern? Welche Rolle spielen etablierte Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen? Und wie lassen sich Innovationen schneller in die Anwendung bringen?

Darüber haben sich Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, Florian Hohenwarter, CEO von KNDS Deutschland, Prof. Rafaela Kraus von der Universität der Bundeswehr München und Balázs Nagy, Mitbegründer und CEO von TYTAN Technologies heute Abend im Haus der bayerischen Wirtschaft unterhalten. Den Stream der Veranstaltung können Sie hier nachschauen.

Im Video: Podiumsdiskussion im Haus der bayerischen Wirtschaft

Angriff auf die Ukraine markierte den Beginn einer neuen Epoche

Der russische Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 markierte eine Zeitenwende. Über Nacht musste Deutschland seine Sicherheits- und Verteidigungspolitik grundlegend neu ausrichten. Inzwischen wird deutlich: Die Zeitenwende verändert nicht nur Bundeswehr und NATO, sondern auch Wirtschaft, Forschung und Industrie. Steigende Verteidigungsausgaben schaffen zusätzliche Aufträge und eröffnen neue Perspektiven für Unternehmen – auch in Bayern.

Steigende Ausgaben für die Bundeswehr

Der Bund investiert dauerhaft deutlich mehr in Verteidigung. Neben dem Sondervermögen für die Bundeswehr hat der Bundestag 2025 die Schuldenbremse so geändert, dass bestimmte Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben künftig dauerhaft außerhalb der regulären Kreditobergrenze finanziert werden können. Gleichzeitig hat die NATO ihre Ausgabenziele angehoben. Damit wächst ein Markt, der weit über klassische Rüstungsunternehmen hinausreicht.

So profitiert Bayern von der Zeitenwende

Bayern gehört zu den wichtigsten deutschen Standorten der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Stärken liegen unter anderem in Luft- und Raumfahrt, Fahrzeugbau, Elektronik, Sensorik, Software und Künstlicher Intelligenz. Viele dieser Technologien lassen sich sowohl zivil als auch militärisch einsetzen. Davon können auch Maschinenbauer, Automobilzulieferer oder mittelständische Technologieunternehmen profitieren.

Doch der Weg in den Verteidigungsmarkt ist anspruchsvoll. Junge Technologieunternehmen benötigen häufig hohe Anfangsinvestitionen und müssen lange Entwicklungs- und Beschaffungszyklen überbrücken. Hinzu kommen hohe Anforderungen an Geheimschutz, IT-Sicherheit und Vergabeverfahren. Staatliche Programme und Innovationsplattformen sollen diese Hürden senken und den Technologietransfer beschleunigen.

Fachkräfte dringend gesucht

Auch auf dem Arbeitsmarkt könnte die Entwicklung Spuren hinterlassen. Gesucht werden vor allem Ingenieurinnen und Ingenieure, Softwareentwickler sowie Fachkräfte für KI, Cybersecurity und Elektronik. Viele Kompetenzen aus der Automobilindustrie lassen sich auf die Sicherheits- und Verteidigungsbranche übertragen. Einen vollständigen Ausgleich für den Stellenabbau in der Automobilindustrie kann sie jedoch aufgrund ihrer deutlich geringeren Größe nicht leisten.

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