Warnstreik der Gewerkschaft Verdi am 27.01.2026 in Würzburg
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Warnstreiks in Bayern: Wer streikt und welche Folgen hat das?
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Warnstreiks in Bayern: Wer streikt und welche Folgen hat das?

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Warnstreiks in Bayern: Wer streikt und welche Folgen hat das?

Warnstreiks in Bayern: Wer streikt und welche Folgen hat das?

Zeitgleich laufen gerade einige Tarifrunden. Das bekommen auch die Bürgerinnen und Bürger zu spüren. Die Gewerkschaft Verdi hat diese Woche zur Streikwoche erklärt – mit entsprechenden Folgen. Ein Überblick über das, was läuft oder geplant ist.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Was Beschäftigte im Bereich Daseinsvorsorge so leisten, das wird immer dann deutlich, wenn sie einmal nichts leisten. Die Gewerkschaft Verdi rechnet mit tausenden Streikenden in den unterschiedlichen Tarifkonflikten in den nächsten Tagen. Betroffen von den Aktionen sind unter anderem Unikliniken, der Nahverkehr, aber auch die AOK Bayern.

Großstreik im öffentlichen Dienst am Dienstag

Druck machen vor dem nächsten Treffen am Verhandlungstisch am Mittwoch: Auch in Bayern rufen die Gewerkschaften zu Aktionen auf. Hauptstreiktag ist der Dienstag. Aufgerufen sind rund 150.000 Tarifkräfte im Freistaat.

Das trifft dann die sechs Unikliniken, wobei an den Häusern der LMU und der TU in München, in Regensburg und Augsburg schon am Montag gestreikt wird. Am Dienstag kommen dann die Kliniken in Erlangen und Würzburg hinzu. Die Versorgung der Patienten sei durch Notdienstvereinbarungen sichergestellt. Patienten müssen aber damit rechnen, dass nicht nötige Operationen verschoben werden.

Auf dem Streikplan stehen am Dienstag auch alle Universitäten und teils Hochschulen wie in Amberg oder Rosenheim, Straßenmeistereien, die Staatstheater in Augsburg, Nürnberg, München. Und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ruft zum Protest zum Beispiel in Werkstätten oder der zentralen Bußgeldstelle auf. Die Polizei in Uniform darf nicht mitmachen, weil sie verbeamtet ist. Das gilt auch für über 90 Prozent der Lehrkräfte im Freistaat. Zentrale Streikkundgebungen gibt es in München und Erlangen.

Streik-Aktionen im Nahverkehr vor allem am Mittwoch

Druck machen ist auch im kommunalen Nahverkehr angesagt. Auch dort läuft die eigene Tarifrunde bei den rund 20 Kommunen, die ihn noch selber betreiben. Die Gewerkschaft Verdi kündigt einen zweiten Warnstreik am Mittwoch an. Betroffen sind die Ballungsräume München und Nürnberg mit den U-Bahnen, Straßenbahnen und Buslinien, die nicht von privaten Unternehmen im Auftrag betrieben werden. In München soll das DFB-Viertelfinalspiel FC Bayern gegen Leipzig trotz des Streiks stattfinden.

Auch für Passau, Dachau und ab Dienstag schon in Bayreuth gilt der Streikaufruf. Fahrgäste müssen sich wie schon beim ersten Aktionstag darauf einstellen, dass nicht mehr viel unterwegs ist im kommunalen Nahverkehr.

Die S-Bahnen trifft es allerdings nicht. Die gehören zur Deutschen Bahn und haben einen eigenen Tarifvertrag. Der Warnstreik ist ganztägig angesagt – vom Betriebsbeginn ganz in der Früh bis zum Dienstende am Donnerstag in der Früh. Offen ist, ob es den Kommunen gelingt, gegenzusteuern. Das hängt auch von der Streikbereitschaft ab. Auf eines müssen sich die, die ins Auto steigen, gefasst machen: auf Staus gerade in der Früh und am Abend.

Warnstreik auch bei der AOK

Ganztägig gestreikt wird am Dienstag auch bei der AOK Bayern. Auch dort wird gerade über höhere Einkommen verhandelt. Kundinnen und Kunden der Versicherung müssen sich laut Gewerkschaft Verdi darauf einstellen, dass Geschäftsstellen im Freistaat geschlossen bleiben, dass die Hotline nicht gut zu erreichen ist und dass die Antragsbearbeitung sich verzögert.

Kritik der Arbeitgeber an den Tarifforderungen

Die Forderungen in den Tarifverhandlungen sind unterschiedlich. Im öffentlichen Dienst wollen die Gewerkschafen – federführend Verdi und der Beamtenbund – unter anderem sieben Prozent mehr Geld, mindestens aber 300 Euro im Monat und höhere Zuschläge durchsetzen. Im kommunalen Nahverkehr fordert Verdi bis zu 16 Prozent höhere Entgelte und kürzere Arbeitszeiten. Der Dienst beim Freistaat oder den Nahverkehrsbetrieben müsse angesichts des nach wie vor hohen Preisniveaus und der gestiegenen Mieten ausreichend vergütet werden – so ein Argument.

Die Arbeitgeber weisen die Forderungen angesichts der Kassenlage als nicht finanzierbar zurück. Die Aktionen jetzt seien unverständlich und belasteten die Bürgerinnen und Bürger. Weiterverhandelt wird für die Länder (außer Hessen) zentral ab Mittwoch in Potsdam, für den Nahverkehr in Bayern am Freitagnachmittag in München.

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