junge Frau vor Finanzunterlagen
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Anna ist Finanzbeamtin

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Was eine Finanzbeamtin verdient – Lohnt sich das?

Was eine Finanzbeamtin verdient – Lohnt sich das?

Steuererklärungen – was passiert eigentlich, nachdem wir sie verschicken? Sie landen im Finanzamt, auf den Schreibtischen von Menschen wie Anna. Sie ist Finanzbeamtin und beschäftigt sich Tag für Tag mit unseren Steuern. Aber: Lohnt sich das?

Über dieses Thema berichtet: Lohnt sich das? am .

Anna (28) ist Finanzbeamtin der Finanzverwaltung für Nordrhein-Westfalen. Täglich entscheidet sie, ob Steuererklärungen zulässig sind, oder ob etwas fehlt. Sie produziert Steuerbescheide, bearbeitet Anträge und stellt Bescheinigungen aus. Auch Mitteilungen anderer Ämter gehören bearbeitet. Anna ist außerdem Ansprechpartnerin für steuerpflichtige Bürger, egal ob es um Rückerstattung oder Nachzahlungen geht. "Das größte Vorurteil ist, dass Beamte den ganzen Tag nur Kaffee trinken. Schön wäre es, aber leider ist es nicht so", entkräftet sie das Klischee des entspannten Beamtenlebens.

Finanz- statt Lehramt

Anna war ein sicherer Job schon immer wichtig. In ihrem Umfeld hat sie oft miterlebt, wie Mitmenschen ihre Arbeit verloren haben. Ursprünglich wollte sie Lehrerin werden, doch sie merkte im Studium, dass ihr die Praxis fehlt. Sie entschied sich schließlich für ein duales Studium des Steuerrechts. So hat sie auch die Möglichkeit bekommen, verbeamtet zu werden. Auf den Beruf ist sie mit einer einfachen Google-Suche gekommen.

Geht die Steuererklärung auch einfacher?

Dank ihres Berufs bewegt sich Anna sicher durch das deutsche Steuersystem, doch für viele andere bleibt die Bürokratie eine Hürde. Die Angst davor, Fehler bei der Steuererklärung zu machen, ist nachvollziehbar: Statt schnellem Ausfüllen eines Formulars, erstreckt sich die Arbeit an der Steuererklärung im Schnitt über neun Stunden.

Ganz anders sieht es in Estland aus (externer Link): Dort braucht die Online-Erklärung nur wenige Minuten. Dank Automatisierung sind am Ende des Jahres alle Daten bereits im System erfasst. In Schweden übermittelt beispielsweise der Arbeitgeber bereits die Einkünfte seiner Angestellten, sodass am Ende eine vorausgefüllte Erklärung steht. Auch Österreich etabliert langsam die digitalen Maßnahmen, um die Steuererklärung automatisiert und einfach zu gestalten.

Was verdient eine Finanzbeamtin?

Anna fällt als Finanzbeamtin im gehobenen Dienst in die Besoldungsgruppe A9 in der Stufe 4. Ihr Bruttogehalt beläuft sich inklusive einer Strukturzulage von 114 Euro auf 3.563 Euro. Nach Abzügen bleiben ihr 3.018 Euro. Da Anna verbeamtet ist, zahlt sie für 346 Euro privat in die Kranken- und Pflegeversicherung ein. Am Ende des Monats hat sie somit 2.672 Euro zur Verfügung.

"Ich habe ein Traumleben", erzählt Anna. Ihr Beruf ist sicher und sie kann gut von ihrem Lohn leben. Auch für Hobbys hat sie Zeit und ist Teil einer Tanzgruppe.

Über Geld spricht man nicht? Wir schon. Auf dem YouTube Kanal "Lohnt sich das?" stellt der BR Menschen und ihre Berufe vor: Wie kann man mit dem Gehalt leben? Was kann man sich leisten? Wir begleiten viele Menschen in ihrem Beruf und zeigen ihr Leben. Rentiert es sich für das Gehalt zu arbeiten und damit das eigene Leben zu finanzieren?

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