Herpesbläschen am Mund
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Lippenherpes: Ursachen, Symptome, Vorbeugung und Behandlung (ab Minute 03:27)
Bildrechte: picture alliance / Zoonar | Stanislav Sablin
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Lippenherpes: Ursachen, Symptome, Vorbeugung und Behandlung (ab Minute 03:27)

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Herpes: Wie bekommt man Lippenbläschen schnell wieder weg?

Herpes: Wie bekommt man Lippenbläschen schnell wieder weg?

Es kribbelt, juckt, brennt und schmerzt. Der Übeltäter: Lippenherpes. Rund 90 Prozent aller Deutschen tragen das Herpes-simplex-Virus in sich. Was kann man tun, um einen Ausbruch zu verhindern? Und wenn es zu spät ist: Was hilft gegen Herpes?

Über dieses Thema berichtet: aktiv und gesund am .

Lippenherpes wird durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) verursacht und kann neben den Lippen auch Nase, Augen oder seltener die Ohren befallen. Auch an der Zunge und an der Mundschleimhaut kann Herpes simplex auftreten. Der Arzt spricht dann auch von Mundfäule. Rund 90 Prozent der Erwachsenen sind mit dem Virus infiziert. Längst nicht alle aber bekommen die charakteristischen Symptome wie juckende und brennende Bläschen.

Der Herpes-simplex-Virus Typ 2 tritt vor allem im Genitalbereich auf. Auch das Virus, das Windpocken verursacht und für Gürtelrose verantwortlich ist, gehört zur Familie der Herpesviren.

Die meisten Menschen infizieren sich mit dem Herpes-Virus bereits im Kindesalter durch Speichelkontakt oder Schmierinfektionen. Die Viren setzen sich in den Nervenknoten, den Ganglien, fest. Dort schlummern sie ein Leben lang und warten darauf, reaktiviert zu werden.

Ursachen: Warum bricht Lippenherpes aus?

Die Ursachen, die zu einer Reaktivierung der Herpes-Viren führen können, sind zahlreich. Dazu gehören zum Beispiel starke Sonneneinstrahlung, Reizungen des Ganglions (Entzündung, zahnärztliche Behandlung) oder Stress, Menstruation, Fieber, Infekte und weiteres.

Ein Hoffnungsschimmer besteht aber: Nach dem 35. Lebensjahr werden die Ausbrüche in der Regel seltener. Sind es dann trotzdem noch mehr als sechs pro Jahr oder sind sie ungewöhnlich hartnäckig, sollte man in jedem Fall zum Arzt gehen.

Herpes: Symptome und Verlauf eines Ausbruchs

Ein Herpes-Ausbruch kündigt sich typischerweise durch Jucken, Brennen oder Schmerzen an. Der Verlauf lässt sich in mehrere Phasen einteilen: erste Anzeichen wie Kribbeln, Bläschenbildung an den Lippen, Aufplatzen und Nässen der Bläschen, Verkrustung und Abheilung. Die Dauer eines Ausbruchs beträgt etwa zehn bis 14 Tage.

Behandlung von Herpes

Die Therapie bei Herpes hängt individuell davon ab, wie ausgeprägt der Befall ist. Kleinere Ausbrüche auf Haut oder Schleimhäuten benötigen oft keine spezielle Behandlung. In der Regel heilen die Bläschen von selbst wieder ab.

Um den Heilungsprozess zu beschleunigen, werden verschiedene Mittel empfohlen. Allen gemein ist, dass sie nur die Symptome einer Herpesinfektion behandeln können - wie Schmerzen, erhöhte Temperatur und Entzündungsreaktionen. Sie beeinflussen den symptomatischen Verlauf der Infektion aber nicht wesentlich. Eine komplette Beseitigung des Virus ist bislang nicht möglich.

Cremes und Hausmittel gegen Herpes

Jeder sollte für sich ausprobieren, welche Wirkstoffe und Hausmittel bei ihm am besten helfen. Wichtig ist, sofort beim ersten Kribbeln aktiv zu werden.

Antivirale Cremes: Salben mit Wirkstoffen wie Aciclovir oder Penciclovir können die Heilung etwas beschleunigen, wenn sie frühzeitig aufgetragen werden.

Herpespflaster: Damit klebt man die betroffenen Stellen ab und schützt sie damit. Herpespflaster halten die Wunde feucht, wodurch die Bildung von Schorf auf dem Bläschen verhindert wird. Das fördert die Wundheilung.

Pflege und Kühlung: Halten Sie die betroffene Stelle sauber und trocken. Verwenden Sie kalte Kompressen, um Schwellungen zu reduzieren.

Zinksalbe soll helfen, die Bläschen austrocknen zu lassen.

Teebaumöl und Melissentinktur: Mit einem Mulltupfer oder Wattestäbchen aufgetragen, sollen sie helfen, den Lippenherpes zu bekämpfen.

Zahnpasta: Manche empfehlen, die Bläschen dünn mit Zahnpasta einzureiben, um die Virusreplikation einzudämmen.

Wichtig ist, dass die Wirksamkeit dieser Mittel individuell unterschiedlich sein kann und eine ärztliche Behandlung in schweren Fällen nicht ersetzen kann.

Orale Medikamente: In schweren Fällen oder bei häufigen Ausbrüchen können Ärzte antivirale Tabletten verschreiben.

Antibiotika: In einigen Fällen können sogar Antibiotika notwendig werden, wenn es zu einer Superinfektion der Bläschen mit Bakterien gekommen ist.

Herpes-Ausbruch: Unbedingt auf Hygiene achten

Die Flüssigkeit in den Bläschen ist sehr ansteckend. Da wir uns mehrere Hundert Mal am Tag ins Gesicht fassen, ohne es bewusst wahrzunehmen, sollte man auf sorgfältige Handhygiene achten, um Viren und Bakterien nicht zu verteilen. Gerade in den Augen und im Genitalbereich kann das sonst zu gefährlichen Infektionen führen. Wenn das Auge, insbesondere die Hornhaut, in Mitleidenschaft gezogen wird, drohen Hornhautnarben und Hornhauttrübung. Das kann zu Sehstörungen bis hin zu Erblindung führen.

Besonders solange die Herpeswunden noch nicht vollständig mit Schorf bedeckt sind, sollte man auf keinen Fall Gläser, Besteck und Handtücher mit anderen nutzen. Und auch wenn es schwerfällt: Küsschen sind tabu. Zudem ist es für Infizierte ratsam, jeglichen Hautkontakt zu vermeiden.

Im Video: Tipps gegen Herpes

Frau fasst sich mit dem Finger an den verzerrten Mund.
Bildrechte: picture-alliance/dpa/Christin Klose
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