Anwohner klagten gegen den Bau dieses 16-Milliarden-Rechenzentrums in Saline, Michigan erfolglos. Sie befürchten Wassserknappheit und Anstieg der Strompreise.
Anwohner klagten gegen den Bau dieses 16-Milliarden-Rechenzentrums in Saline, Michigan erfolglos. Sie befürchten Wassserknappheit und Anstieg der Strompreise.
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Das 16 Milliarden Dollar teure Rechenzentrum in Saline, Michigan für Oracle und OpenAI wird trotz Klagen von Anwohnern gebaut.
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Das 16 Milliarden Dollar teure Rechenzentrum in Saline, Michigan für Oracle und OpenAI wird trotz Klagen von Anwohnern gebaut.

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Rechenzentren für KI sollen leistungsstark und nachhaltig werden

Rechenzentren für KI sollen leistungsstark und nachhaltig werden

Europa will seine Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz massiv ausbauen. Doch große Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen Strom und Wasser. Wissenschaftler zeigen, wie sie nachhaltiger geplant und genutzt werden können.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Abend am .

Europa will bei Künstlicher Intelligenz unabhängiger von USA und China werden. Ökonomen fordern mehr eigene Rechenkapazitäten (externer Link), die EU-Kommission will sie in den nächsten Jahren verdreifachen (externer Link). Rechenzentren für KI haben aber massive Folgen für die Umwelt: Tausende Server stehen in riesigen Hallen und laufen rund um die Uhr. Schon heute verbrauchen Rechenzentren in Deutschland rund fünf Prozent des Stroms, so Jens Gröger vom Öko-Institut (externer Link) in Berlin: "In fünf Jahren könnte es doppelt so viel sein. In Frankfurt wird Elektrizität bereits knapp. Dort werden 50 Prozent des Stroms von Rechenzentren verbraucht."

Stromnetz am Limit

Große KI-Rechenzentren belasten vor allem lokal die Infrastruktur, betont Lutz Stobbe vom Fraunhofer-Institut IZM (externer Link). Das kann die Strompreise für Anwohner und örtliche Industrie erhöhen. Es kann auch passieren, dass der Energiebedarf so hoch ist, dass sich ein Rechenzentrum gar nicht realisieren lässt, so der Experte: "Großprojekte für Rechenzentren scheitern, weil die Kapazitäten an Umspannwerken und auch die Puffersysteme, um das Stromnetz stabil zu halten, nicht da sind."

In den USA reagierten Betreiber, indem sie sich eine eigene Stromversorgung aufbauten – meist mit Gasturbinen, so Stubbe. Das verursache hohe CO₂-Emissionen, aber damit würden sich Investoren wie Elon Musk Marktanteile sichern. Ökologie sei zweitrangig.

Wasserverbrauch, Lärm, hohe Strompreise

Neben Strom (externer Link) brauchen Rechenzentren enorme Mengen an Wasser zur Kühlung (externer Link). Das kann lokale Wasserressourcen so stark beanspruchen, dass Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe darunter leiden, führt Lutz Stobbe weiter aus. Er verweist auch darauf, dass es zunehmend zu Widerstand seitens der Bevölkerung in den USA kommt. Dort sei es bei einem Großprojekt für ein Rechenzentrum mit geplanter 2,45-Gigawatt-Leistungsaufnahme zu Verzögerungen gekommen. Anwohner protestierten aus Sorge vor Wasserknappheit und steigenden Strompreisen, Umweltverbände erhoben Klage.

Rechenzentren verursachen außerdem erheblichen Lärm, selbst wenn sie nicht mit Gasturbinen betrieben werden, so Jens Gröger: "Riesige Ventilatoren sorgen für Kühlung. Dazu kommen Dieselgeneratoren für die Ersatzstromversorgung." Alle paar Tage werde dann ein Dieselgenerator, so schwer wie 15 Lkw, vor sich hin tuckern.

Windstrom und Abwärme nutzen

Lutz Stobbe und Jens Gröger empfehlen für Europa eine kluge Planung für die Standorte von KI-Rechenzentren. Sie sollten dort stehen, wo erneuerbare Energie direkt verfügbar ist, etwa in der Nähe großer Windparks. So lässt sich grüner Strom nutzen, ohne das Netz zusätzlich stark zu belasten. Dabei könnten sie sogar die häufig überschüssige Windenergie nutzen und das Stromnetz stabilisieren. Ebenso wichtig ist die Nutzung der Abwärme durch die Hitze, die Server produzieren. Sie könnte etwa in Treibhäusern der Landwirtschaft oder der chemischen Industrie, in Fernwärmenetzen oder anderen energieintensiven Betrieben vor Ort eingesetzt werden. Dadurch reduziert sich der Gesamtenergiebedarf und die Infrastruktur wird effizienter, statt einfach nur größer.

Kleine, effiziente Künstliche Intelligenz statt US-Gigantismus

Beim Ausbau der KI warnt Jens Gröger davor, dem Gigantismus der USA zu folgen. Dort entstehen riesige Rechenzentren für sehr große Sprachmodelle, die für viele praktische Aufgaben gar nicht nötig sind. Für die "nützlichen Aufgaben", von denen sich Europa die positiven Effekte der KI verspricht, reichten kleinere Anlagen mit etwa fünf Megawatt Leistung oft aus. Solche Rechenzentren ließen sich über das Land verteilen und gezielt dort ansiedeln, wo genug Wind- und Solarstrom verfügbar ist.

Das Ziel: effektive, zweckorientierte KI und dazu passende, effiziente Infrastruktur mit geringem Strombedarf, der aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann.

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