Seit dem 1. April 2025 dürfen Fahrzeuge mit E-Kennzeichen bis zu drei Stunden gebührenfrei auf öffentlichen Parkplätzen parken. Das Angebot ist zunächst bis Ende 2026 befristet. Vor allem in Innenstädten wolle man E-Autos attraktiver machen, um dort Fahrzeuglärm zu verringern und Luftreinhaltung zu fördern. "Wir wollen gezielt Anreize setzen, um Menschen zu ermutigen, sich für ein Elektroauto zu entscheiden", sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dem BR.
Was Fahrzeughalter beachten müssen
Ein "E" am Ende des Kennzeichens bekommen Autos, die rein mit Batterie betrieben werden - aber auch wasserstoffbetriebene Fahrzeuge sowie Plug-in-Hybride. Letztere dürfen dafür weniger als 50 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstoßen oder müssen eine rein elektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometer haben.
Kostenlos parken dürfen diese Autos allerdings nur solange, wie es an der betreffenden Stelle erlaubt ist - und maximal drei Stunden. Eine Kennzeichnung der Parkdauer muss über eine Parkscheibe erfolgen. Kommunen haben aber auch die Möglichkeit, Parkautomaten so umzustellen, dass Fahrerinnen und Fahrer bis zu drei Stunden ein kostenloses Ticket ziehen können. Auch Park-Apps sollen das kostenfreie Parken für E-Fahrzeuge ermöglichen.
Nur öffentliche Parkplätze
Kostenfreies Parken ist nur auf öffentlichen Parkplätzen gestattet und gilt für klassische Oberflächenparkplätze und Parkplätze in Seitenstraßen. Solche öffentlichen Stellplätze seien laut des Innenministeriums beispielsweise durch das blaue "P"-Verkehrszeichen erkennbar.
Nicht in die Regelung inbegriffen sind Privatstellplätze. "Das können vor allem Parkplätze sein, die mit einer Schranke versehen sind, oder Parkhäuser, bei denen man bei der Einfahrt ein Ticket ziehen muss", so das Innenministerium. Im Zweifelsfall sollen Fahrerinnen und Fahrer sich beim Parkautomaten den Aushang durchlesen und sich so über die Parkbedingungen informieren.
Umsetzung in Würzburg
In Würzburg ist das System neu. Dort erhofft man sich eine Verbesserung der Klimabilanz. Ein Sprecher der Stadt kritisiert jedoch - wie auch der bayerische Städtetag – die ausschließlich kommunale Finanzierung. Eine genaue Berechnung bezüglich der anfallenden Kosten durch den Gebührenausfall gibt es noch nicht. Zudem befürchtet der Sprecher eine Erhöhung des Parksuchverkehrs in der Würzburger Innenstadt. Fahrerinnen und Fahrer von E-Autos könnten womöglich durch die neue Regelung weniger schnell begehrte Parkplätze räumen, wenn drei Stunden gratis sind.
Kostenfreies Parken in Schweinfurt schon seit 2016
Für die Stadt Schweinfurt hat die Verordnung keine Auswirkungen. Dort dürfen Autos mit E-Kennzeichen bereits seit 2016 kostenfrei auf öffentlichen Parkplätzen stehen. Aus jahrelanger Erfahrung kann Schweinfurt keinen Gebührenausfall in bezifferbarer Höhe melden. Die Stadt schätzt die bayernweite Regelung als positiv ein, würde aber den Ausschluss von Plug-in-Hybriden begrüßen, da bei ihnen nicht sichergestellt sei, ob der Elektromotor tatsächlich verwendet werde.
Für und wider in Fürth
Die Stadt Fürth wiederum hatte das Gratis-Parken für E-Autos in einem Pilotprojekt bereits zwei Jahre getestet – und vor gut einem Jahr wieder beendet. Alle Autofahrer sollten gleich behandelt werden, argumentierte der Leiter des Straßenverkehrsamts damals: Denn schließlich würden Elektroautos genauso viel Platz in Anspruch nehmen wie andere Pkw.
Der Bund hat die neue Regelung bis 2026 befristet. Bis dahin, so das Innenministerium, sollen Erfahrungen gesammelt werden.
Im Video: E-Autos dürfen bis zu 3 Stunden Kostenlos parken
E-Autos: Dürfen bis zu 3 Stunden Kostenlos parken
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