Menschen stoßen mit Weingläsern an
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Die Winzergemeinschaft Franken (GWF) will künftig in einer eigenen Anlage Wein entalkoholisieren.
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Die Winzergemeinschaft Franken (GWF) will künftig in einer eigenen Anlage Wein entalkoholisieren.

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Alkoholfreier Wein: Hoffnungsschimmer für Winzer

Alkoholfreier Wein: Hoffnungsschimmer für Winzer

Fast jedes zehnte Bier im Handel ist inzwischen alkoholfrei. Verglichen damit ist alkoholfreier Wein ein Nischenprodukt. Winzer in Franken wollen das ändern und investieren jetzt in eine eigene Anlage zur Entalkoholisierung. Wie das funktioniert.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Bayern bekommt die erste Anlage, die dem Wein Alkohol entzieht. Bislang mussten die Winzerinnen und Winzer ihren Wein zum Entalkoholisieren nach Baden-Württemberg und nach Rheinland-Pfalz fahren. Weil das sehr aufwendig ist, will die Winzergemeinschaft Franken (GWF) jetzt investieren: Für 800.000 Euro soll eine Anlage nach Unterfranken kommen, mit der ab April alkoholfreier Wein hergestellt werden kann.

Wie wird Wein entalkoholisiert?

Dem Wein wird erst nach der Gärung der Alkohol entzogen. Im Vergleich zum Bier ist das schwieriger, denn Wein enthält fast doppelt so viel Alkohol. Der Wein wird unter Vakuum erhitzt, sodass der Alkohol verdampft. Zudem gibt es das Verfahren der Umkehrosmose: Dabei wird der Wein durch Membranen gepresst, um ihn vom Alkohol zu trennen. In beiden Verfahren gehen Aromen verloren. Diese werden teilweise aufgefangen und zurückgeführt.

Alkoholfreier Wein beginnt im Weinberg

Alkoholfreie Weine entstehen inzwischen nicht nur im Keller, sondern werden bereits im Weinberg mitgedacht: Rebsorte und Lesezeitpunkt sind auf dieses Ziel abgestimmt. Anfangs schmeckten die alkoholfreien Weine sehr süß. Inzwischen schätzen viele Verbraucher das Angebot ohne Promille. In Franken gab es 2024 sogar ein alkoholfreies Weinfest.

Wein-Branche verändert sich

Veränderte Konsumgewohnheiten haben Folgen für die traditionsreiche Branche: Vor zehn Jahren gab es 10.000 Winzer und Winzerinnen in Franken. Inzwischen sind es noch rund 3.000 und es werden zunehmend weniger, meint der Fränkische Weinbaupräsident Artur Steinmann: "Wer lieber Traktor fährt, als sich um die Kundschaft zu kümmern wird diesen Wettbewerb nicht überleben."

Alkoholfreien Wein sieht er als wichtige Ergänzung. Steinmann rechnet mit einem Wachstum und einem Marktanteil von rund zehn Prozent in den kommenden Jahren, aktuell liegt der bei unter zwei Prozent. Die Entalkoholisierungsanlage sei eine Investition in die Zukunft.

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