Trinkwasser kommt aus einem Wasserhahn.
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Die bayerische Staatsregierung will das System der Fernwasserleitungen auf mehr als 1.200 Kilometer ausbauen. (Symbolbild)
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Die bayerische Staatsregierung will das System der Fernwasserleitungen auf mehr als 1.200 Kilometer ausbauen. (Symbolbild)

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Ausbau der Fernwasserleitung: Nordbayern braucht mehr Wasser

Ausbau der Fernwasserleitung: Nordbayern braucht mehr Wasser

Der Freistaat Bayern plant den Ausbau der Fernwasserleitung für das niederschlagsarme Nordbayern. Das kostet mehrere Milliarden Euro und dauert Jahrzehnte. Aber wird das am Ende ausreichen? Ein Experte hat Zweifel und empfiehlt ergänzende Maßnahmen.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

"Unsere Fernwasserleitung ist voll ausgebucht", sagt Mirjam Bergold vom Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum (WFW). Konkret bedeutet das: "Wenn zusätzliche Kommunen zusätzliches Wasser benötigen, müssen wir sagen, dass wir im Moment keine größeren Mengen zur Verfügung stellen können." Aktuell würden sich im Notfall viele Kommunen gegenseitig mit Wasser aushelfen. Doch das könnte aufgrund des Klimawandels und steigender Trockenperioden in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr möglich sein.

Fernwasser könnte in Zukunft eine größere Rolle spielen

Bei sinkenden Grundwasserständen könnten Wasserwerke in niederschlagsarmen Regionen nicht mehr in der gewohnten Menge das Wasser fördern – "und brauchen deshalb größere Fernwassermengen, um die Menschen vor Ort versorgen zu können", so Bergold. Seit Jahren ist deshalb der Ausbau der Fernwasserleitung geplant, die Wasser in die regenarmen Gebiete nach Nordbayern bringen soll.

Aquäduktsystem wird mehr als fünf Milliarden Euro kosten

Aktuell kommt das Fernwasser durch die Leitung, die im schwäbischen Genderkingen beginnt. Über Verteilsysteme gelangt das Wasser in die Kommunen. In Zukunft soll das Fernwassernetz über eine sogenannte Spange weiter bis in die Oberpfalz und zur Talwassersperre ins niederbayerische Frauenau reichen, erklärt Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) im BR24-Gespräch. Das Infrastruktursystem für Wasser müsse auf mehreren Standbeinen stehen, ansonsten werde die Wasserversorgung für die Zukunft nicht sicher sein.

"Was die Trinkwasserversorgung angeht, werden wir in den nächsten 20 bis 30 Jahren, weiterbauen", so Glauber. Geschätzter Kostenpunkt: mehr als fünf Milliarden Euro, "die der Freistaat investieren muss, um dieses Aquäduktsystem über ganz Bayern zu ziehen", erklärt der Umweltminister. Die bayerische Staatsregierung will das System auf mehr als 1.200 Kilometer ausbauen, um Wasser aus wasserreichen Regionen in trockene Gebiete zu leiten.

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Das System der Fernwasserleitungen in Bayern

"Muss man Trinkwasser für die Klospülung verwenden?"

Auch Thomas Rauschenbach von der Fraunhofer-Allianz für Wasserforschung spricht sich grundsätzlich für einen Ausbau von Fernwasserleitungen aus. Er nennt sie eine "Art Versicherung" für die zweite Hälfte des Jahrhunderts, in der der Klimawandel voranschreitet. Allerdings: In seinen Augen macht der Ausbau nur in Ergänzung mit anderen Maßnahmen Sinn.

Die können mitunter schon im Alltag greifen. "Warum muss man Trinkwasser für die Klospülung verwenden? Man kann Wasser, das schon einmal durch die Waschmaschine gelaufen ist, für die Klospülung verwenden", argumentiert Rauschenbach im Gespräch mit BR24.

Wasser von Starkregenereignissen speichern

Neben diesem Wiederverwendungsaspekt fordert er auch einen stärkeren Fokus auf lokale Wasserspeicherung in Form von Rückhaltebecken. "Dass man es möglich macht, bei Starkregenereignissen Wasser aufzufangen und das durch Grundwasseranreicherung dem Grundwasser wieder zuzuführen." Dadurch würde das Wasser nicht an der Oberfläche abfließen, sondern dem betroffenen Gebiet weiterhin zur Verfügung stehen.

Wasser wiederverwenden, Wasser speichern, Wasser sparen – der Umgang mit Wasser muss sich in mehreren Bereichen ändern, so Rauschenbach. Damit auch in 30 Jahren weiterhin ausreichend Wasser aus der Leitung kommt.

Zum Video: Die anhaltende Trockenheit setzt die Wasserversorgung in Nordbayern unter Druck

Ein Waldweg in der Sonne.
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Trockenheit: Wasserversorgung stößt an Grenzen

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