Die Angeklagte sitzt mit Fußfesseln an einem Tisch im Verhandlungssaal.
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Bamberg: Pflegemutter wegen Totschlags zu Haftstrafe verurteilt

Bamberg: Pflegemutter wegen Totschlags zu Haftstrafe verurteilt

Bis zum Schluss bestritt die Angeklagte jede Schuld am Tod ihrer kleinen Schutzbefohlenen. Jetzt folgte das Gericht im Bamberger Pflegemutter-Prozess den Ausführungen der Mediziner. Das Urteil: eine Haftstrafe.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Wegen Totschlags ist am Donnerstag eine Pflegemutter vor dem Landgericht Bamberg zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 33-jährige Daniela D. im Dezember 2024 ihr 21 Monate altes Pflegekind so heftig geschüttelt habe, dass es ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt und daran verstarb.

"Schütteltrauma Grund für den Tod des Kindes"

Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Im Plädoyer führte sie aus, medizinisch sei eindeutig nachgewiesen worden, dass ein Schütteltrauma Grund für den Tod des Pflegekindes Klara gewesen sei. Daniela D. sei mit dem dritten Pflegekind, das sie nur wenige Wochen betreut habe, überfordert gewesen. Zudem war die 21 Monate alte Klara kleinwüchsig und hatte weitere Beeinträchtigungen, was die Betreuung noch einmal herausfordernder machte.

Die Nebenklage, die die leibliche Mutter vertritt, schloss sich der Forderung der Staatsanwaltschaft an und kritisierte im Plädoyer noch einmal das Vorgehen des Landratsamtes Bamberg, dass die Zuführung des 21 Monate alten Kindes in eine Pflegefamilie entschieden habe.

Verteidigung hatte Freispruch gefordert

Der Vertreter der Angeklagten forderte Freispruch für seine Mandantin. Die ergriff am Ende noch einmal das Wort und sagte: "Ich kann nicht gestehen, was ich nicht getan habe." Die Verteidigung sah es nicht als erwiesen an, dass ein Schleudertrauma zum Tod des Kindes geführt habe.

Die Pflegemutter aus dem Landkreis Bamberg gab an, das Mädchen habe sich in seinem Gitterbett befunden und plötzlich die Stäbe losgelassen. Die 33-Jährige habe das Kind im Fallen aufgefangen. Auf ihrem Arm sei das Kind dann verkrampft, habe sich erbrochen und sei in sich zusammengesackt. Der Pflegevater, ausgebildeter Sanitäter, habe sofort eine erste Reanimation eingeleitet, die der Notarzt dann fortgesetzt habe – am Ende erfolglos.

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