Abendlicher dichter Straßenverkehr auf dem Mittleren Ring in München.
Abendlicher dichter Straßenverkehr auf dem Mittleren Ring in München.
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Von München bis Aschaffenburg: Neue Daten zeigen, wann der Verkehr in den zehn größten bayerischen Städten am häufigsten zum Erliegen kam.
Bildrechte: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON I BR Grafik
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Von München bis Aschaffenburg: Neue Daten zeigen, wann der Verkehr in den zehn größten bayerischen Städten am häufigsten zum Erliegen kam.

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Bayerns Städte im Stau-Check – das Verkehrsjahr 2025

Bayerns Städte im Stau-Check – das Verkehrsjahr 2025

Der deutsche Stau-Hotspot ist das Nürnberger Zentrum, die Ingolstädter fahren am frühesten zur Arbeit und in Fürth kommt man am schnellsten vorwärts. Eine BR24-Daten-Auswertung zeigt: Bayerns Städte im Stau-Check.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Wann staut sich's am meisten? Neue Daten zeigen, zu welcher Uhrzeit der Verkehr in den zehn größten bayerischen Städten 2025 am häufigsten zum Erliegen kam und geben Hinweise darauf, wann man künftig besser nicht ins Auto steigt. Klicken Sie sich durch die Daten!

Wenn Sie wissen möchten, wann in Ihrer Stadt im vergangenen Jahr das Stauniveau am höchsten war, wählen Sie sie in der Grafik aus. Die Grafik zeigt Ihnen, wie sich das Stauniveau in den zehn größten Städten Bayerns an den Werktagen Montag bis Freitag im Verlauf des Jahres verändert hat.

Wer zum Beispiel in der Stadt München am 8. April 2025 - vor allem zwischen 16 und 18 Uhr - mit dem Auto unterwegs war, brauchte viel Geduld. Zu dieser Zeit lag das Stauniveau in der Stadt bei über 100 Prozent. Das heißt: Eine Fahrt dauerte zweimal so lang wie bei freier Fahrt. Damit ging der Tag als staureichster Tag der Landeshauptstadt in die Verkehrsstatistik des Jahres ein. Ursächlich dafür war eine Kombination aus dem regulären Berufsverkehr und dem Verkehrschaos rund um die Baumaschinen-Messe Bauma (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) im Osten Münchens.

Diese Daten stammen vom Spezialisten für Kartierungs- und Geolokalisierungstechnologie TomTom. Einige von ihnen wurden im aktuellen Traffic-Index (externer Link) veröffentlicht. Grundlage für die Analyse sind anonymisierte Daten von Fahrzeugen und mobilen Geräten.

Die Stau-Formel: Unfälle plus Ferien

In Aschaffenburg waren die Menschen vor allem am 8. Mai betroffen. Dort verlor ein Sattelzug eine große Mengen Speiseöl (externer Link) auf der Fahrbahn. Daraufhin mussten wichtige Straßenabschnitte zur Reinigung gesperrt werden. Zwischen 16 und 17 Uhr brauchten Autofahrerinnen und Autofahrer hier durchschnittlich fast dreimal so lang wie bei freier Fahrt. In Nürnberg ging es vor allem am 5. Juni zäh voran – das war der Donnerstag vor dem langen Pfingstwochenende.

Die Auswertung der größten bayerischen Städte zeigt folgendes Bild: Generell benötigten Autofahrerinnen und Autofahrer in der gesamten Stadt München im Schnitt am längsten, um voranzukommen. Für eine Fahrtstrecke von fünf Kilometern ohne Autobahn mussten sie 2025 etwa elf Minuten einplanen. In Nürnberg waren es knapp zehn Minuten, in Fürth nur rund acht. In allen analysierten Städten waren Autofahrerinnen und Autofahrer 2025 länger unterwegs als 2024.

Grafik: Durchschnittliche Fahrzeit für fünf Kilometer

In der folgenden Grafik sehen Sie, wie die untersuchten bayerischen Städte abgeschnitten haben. Wählen Sie aus, ob Sie Fahrzeit mit oder ohne Autobahnen sehen möchten.

Nürnberger Stadtzentrum: Deutschlands Stau-Hotspot

Im jährlichen Traffic-Index betrachtet TomTom nicht nur ganze Städte, sondern auch deren Innenstadtbereich. In einem Vergleich von 29 deutschen Städten erreicht Nürnberg die Stau-Spitze. Mit einem Stauniveau von 50 Prozent im Hauptverkehrsbereich der Stadt liegt die mittelfränkische Großstadt noch vor Hamburg und Leipzig. Ein Stauniveau von 50 Prozent bedeutet, dass eine Autofahrt, die bei freien Straßen 30 Minuten dauern würde, 45 Minuten dauert.

Nach Angaben von TomTom liegt das unter an der historisch gewachsenen Stadtstruktur. Die Verkehrs- und Straßeninfrastruktur in der Innenstadt von Nürnberg sei nie für die Anforderungen des modernen Autoverkehrs ausgelegt gewesen. Die engen Straßenräume treffen heute auf hohe Pendler- und Durchgangsverkehre. Das Zentrum von München belegt Platz neun, Augsburg Platz 17.

Wann staut sich's am wenigsten?

Die längeren Fahrzeiten verteilen sich nicht gleichmäßig über den Tag. Während in Regensburg, Bamberg und Aschaffenburg die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit recht konstant ist, gab es in den anderen Städten vor allem morgens und am späten Nachmittag regelmäßig Staus und stockender Verkehr.

Sehen Sie sich in der Grafik an, wann man in den zehn größten bayerischen Städten am langsamsten durch die Stadt kommt. Wählen Sie aus, welche Stadt Sie sehen möchten.

Ingolstadt startet früher in den Berufsverkehr

In neun von zehn betrachteten bayerischen Städten sorgt der Berufsverkehr ab sieben Uhr für längere Fahrzeiten. Nur in Ingolstadt werden die Straßen schon ab sechs Uhr voller. Dafür geht es auch eine Stunde früher wieder nach Hause. Bereits ab 14 Uhr wird der Verkehr wieder mehr. Freitags verschiebt sich der Berufsverkehr generell überall etwas nach vorn.

In München und Erlangen scheint vor allem der Freitag fürs Home-Office oder als freier Tag genutzt zu werden. An diesen Tagen ist die Rushhour deutlich weniger stark ausgeprägt. Dienstag und Donnerstag ist hingegen am meisten los.

In Fürth geht's am schnellsten vorwärts

Am schnellsten konnte 2025 in Fürth gefahren werden: im Schnitt 37 Kilometer pro Stunde. Am langsamsten fuhren die Menschen durchschnittlich in München. Die größte Differenz zwischen der durchschnittlich gefahrenen Geschwindigkeit und der möglichen Geschwindigkeit gab es in Ingolstadt. Statt der durchschnittlich möglichen 48 km/h fuhren die Autofahrerinnen und Autofahrer im Schnitt 35.

Je nach Tageszeit und Verkehr variiert diese Geschwindigkeit. Die Grafik zeigt die Durchschnittsgeschwindigkeiten von Montag bis Donnerstag und ermöglicht den Vergleich mehrerer Jahre mit der freien Fahrt 2025. Wählen Sie aus, welche bayerische Stadt sie sehen möchten.

Grafik: Durchschnittliche Fahrgeschwindigkeiten in Bayerns Städten

💡 Sophie Menner und Claudia Kohler analysieren für BR24 TV, Radio und hier im Digitalen Daten – mit dem Fokus auf Bayern. Die Recherchen beleuchten datengestützt aktuelle Themen und deren Hintergründe und Zusammenhänge. Eine Kooperation mit der Tageszeitung Main-Post ist preisgekrönt. Haben Sie ein Thema, auf das wir mit der Datenbrille schauen sollen? Schreiben Sie uns: br24.feedback@br.de, Stichwort: Datenthema

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