Werner Zaulich auf dem Fußballfeld.
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Bayreuther wird Ü75-Nationalspieler
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Bayreuther wird mit 77 Jahren Fußball-Nationalspieler

Bayreuther wird mit 77 Jahren Fußball-Nationalspieler

Werner Zaulich ist 77 Jahre alt, Herzblut-Fußballer und Wahl-Bayreuther. Kommende Woche fliegt er nach Australien: zur Ü75-Weltmeisterschaft in Brisbane. Dort steht er für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf dem Platz.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Über einen Freund hat Werner Zaulich Fußball-Nationaltrainer Marek Wanik kennengelernt, wurde ins Trainingslager nach Polen eingeladen, überzeugte und wurde als linker Verteidiger nominiert. Jetzt wird er das erste Mal im Nationaltrikot auflaufen. "Ich will das nicht übertreiben, aber ist schon ein tolles Gefühl", sagt der 77-Jährige mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Mit DDR-Legende bei Dynamo Dresden auf dem Platz

Der gebürtige Dresdner hat in seiner Jugend alle Abteilungen bei Dynamo Dresden durchlaufen. Er hat in der 2. Mannschaft gespielt, stand mit DDR-Legende Hans-Jürgen "Dixie" Dörner auf dem Platz. "Ich habe schon von Kind an gespielt und bin auch von größeren Verletzungen verschont geblieben. Und bin halt immer drangeblieben", so der Vollblut-Fußballer.

1984 ist er nach Bayreuth gekommen – und seitdem auch Mitglied bei Eintracht Bayreuth. Eine Liga in seiner Altersklasse gibt es in der nordbayerischen Region nicht. Die gebe es vor allem in Niedersachsen, auch deshalb kommen seine Mannschaftskollegen überwiegend aus dieser Region, so Zaulich. Trainieren und spielen kann er bei seinem Verein dennoch jederzeit. Er ist auch immer noch regelmäßig für verschiedene Freizeitmannschaften auf dem Platz und gelegentlich bei der Kleinfeld-Stadtmeisterschaft der Altliga dabei.

Werner Zaulich, ein Vorbild für jüngere Spieler

Der 77-Jährige und seine Nominierung sind natürlich auch Gesprächsthema im Verein, sagt Alexander Tennstädt, Cheftrainer der ersten Mannschaft. Werner sei einer, dem man gerne zuhöre, wenn er von seiner aktiven Zeit in Dresden erzähle. Freude und Stolz erfüllen jetzt alle im Verein, so Tennstädt weiter. "Dass Werner noch so fit ist und sich so einen Traum erfüllen kann, ist einfach toll. Und Werner ist ein Vorbild für alle, gerade die jüngeren Spieler können zu ihm aufschauen."

Nicht nur der Verein, auch sein Stammtisch – das "Himmelfahrtskommando" – steht voll hinter Werner Zaulich. Auch wenn sie es erstmal nicht glauben konnten. "Wir haben gedacht, der verarscht uns erst einmal, das ist Stammtisch-Gschmarr, weil keiner hat was von der Ü75-Nationalmannschaft gehört. Keiner weiß, dass es das eigentlich gibt", erzählt Basti Maisel. Als aber klar war, dass das kein Scherz ist, waren die Stammtisch-Freunde hellauf begeistert. Sie unterstützen Zaulich, wo es nur geht – Basti Maisel fliegt sogar mit nach Australien, um Werner auf der Reise zu begleiten.

Klares Ziel: Titelverteidigung

Die Reise muss Zaulich selbst finanzieren. Gut 6.000 Euro kostet ihn das Abenteuer. In der Vorrunde bekommt es das deutsche Team mit den USA, Gastgeber Australien und Japan zu tun. Das Ziel dabei ganz klar: Der Titel soll verteidigt werden. Denn die deutsche Mannschaft ist im vergangenen Jahr in Japan Weltmeister geworden. "Die Jungs wollen den Titel natürlich verteidigen. Und ich werde mein Bestes geben, sie zu unterstützen", sagt Werner Zaulich.

Gespielt wird bei der Ü75-Mannschaft mit sieben Feldspielern und einem Torwart. Feld und Tore sind kleiner. Ein Spiel dauert 60 Minuten. Teilweise können es zwei Spiele an einem Tag sein. Die ganze WM dauert fünf Tage und findet jährlich statt. Zum DFB gehört die Mannschaft der Ü75-Spieler allerdings nicht.

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