BR24-BayernTrend im Januar: Die Sonntagsfrage
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BR24-BayernTrend: Freie Wähler rutschen ab, AfD mit Höchstwert

BR24-BayernTrend: Freie Wähler rutschen ab, AfD mit Höchstwert

Umfragedämpfer für die Freien Wähler in Bayern kurz vor der Halbzeit der Wahlperiode: Im BR24-BayernTrend rutschen sie unter die Zehn-Prozent-Marke, während die CSU stabil bleibt. Zweitstärkste Partei: die AfD mit einem Höchstwert.

Über dieses Thema berichtet: BR24live am .

Die CSU startet mit einem insgesamt stabilen Umfragewert ins neue Jahr: Laut BR24-BayernTrend kämen die Christsozialen auf 39 Prozent, wenn an diesem Sonntag Landtagswahl im Freistaat wäre. Das ist ein Prozentpunkt weniger als im BayernTrend vor zwei Jahren, aber mehr als bei der Landtagswahl im Herbst 2023: Damals hatte die CSU mit 37 Prozent ihr schlechtestes Resultat seit 1950 verzeichnet.

Die Freien Wähler, die bei der Landtagswahl ein Rekordergebnis (15,8 Prozent) erzielt hatten, müssen dagegen einen Umfragedämpfer hinnehmen: Im Vergleich zum BayernTrend vom Januar 2024 geht es für sie um vier Prozentpunkte auf neun Prozent herunter.

Zufriedenheit mit Staatsregierung nimmt ab

CSU und Freie Wähler streben eine Fortsetzung ihrer Koalition an. Wenige Wochen vor der Halbzeit der Wahlperiode haben sie der repräsentativen Umfrage zufolge zusammen einen Vorsprung von acht Prozentpunkten auf die anderen im Landtag vertretenen Parteien und hätten damit eine komfortable Mehrheit.

Allerdings ist die Zufriedenheit mit der Arbeit der Staatsregierung zurückgegangen. Anders als vor zwei Jahren ist eine knappe Mehrheit mit der Arbeit der Staatsregierung weniger oder gar nicht zufrieden: 50 Prozent (+2 Punkte). Zufrieden oder sehr zufrieden sind noch 47 Prozent (-3). Auffällig: Während von den CSU-Anhängern 85 Prozent der bayerischen Regierung ein gutes Zeugnis ausstellen, sind es bei FW-Sympathisanten mit 55 Prozent deutlich weniger.

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BR24-BayernTrend: Zufriedenheit mit der Staatsregierung

Aiwanger büßt Zustimmung ein

Deutlich zurückgegangen ist der Zustimmungswert des Freie-Wähler-Chefs und bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger: um 10 Prozentpunkte auf 40 Prozent (im Vergleich zum Oktober 2023). Mit der Arbeit des Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Markus Söder sind 49 Prozent zufrieden (-6). Beide haben die mit Abstand größte Bekanntheit unter den abgefragten Landespolitikern: neun von zehn Bayern kennen Söder und Aiwanger (96 und 90 Prozent).

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek ist zwei Dritteln der Bayern ein Begriff, 33 Prozent sind mit ihm zufrieden. Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze kennen 56 Prozent (Zufriedenheit: 25 Prozent), die AfD-Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner 38 Prozent (Zufriedenheit: 9 Prozent), Holger Grießhammer von der SPD 23 Prozent (Zustimmung: 7 Prozent).

AfD festigt Platz zwei

Die AfD kann in der Umfrage ihre Position als zweitstärkste Partei im Freistaat festigen und den Vorsprung gegenüber Januar 2024 ausbauen: Sie legt vier Punkte auf 19 Prozent zu. Es ist der bisher höchste AfD-Wert in einem BayernTrend zur Landtagswahl.

Die Grünen stehen in der Umfrage unverändert bei 13 Prozent. Die SPD verbessert sich auf acht Prozent (+1). Die Linke würde mit drei Prozent den Einzug in den Landtag verpassen. Alle anderen Parteien, unter ihnen die FDP, kämen zusammen auf neun Prozent.

Aiwanger: Kann mit Umfrage leben

AfD-Landeschef Stephan Protschka zeigt sich erfreut über das Plus: Es sei vor allem mit Blick auf die Kommunalwahl im März "ein schönes Zeichen" – und ein Verdienst der Mitglieder, die tagtäglich auf der Straße "die Ideen der AfD der Bevölkerung nahebringen".

CSU-Generalsekretär Martin Huber sieht das Erstarken der AfD als Bundestrend, der auch an Bayern nicht spurlos vorüber gehe. Die beste Methode, der AfD den Nährboden zu entziehen, sei gutes Regieren. Und der Umfragewert der Christsozialen bestätige den CSU-Kurs, die schwarz-orange Koalition stehe für Stabilität. Die Freien Wähler können laut Parteichef Hubert Aiwanger mit dem Umfragewert leben: "Wir sind stabil im Wasser, wir haben eine Regierungsmehrheit." Die nächste Wahl sei aber "erst in ein paar Jahren".

Grünen-Landeschefin Gisela Sengl betont, sie sei "total glücklich" über 13 Prozent in Bayern: "Nach dem, was wir hinter uns haben, ist das ein super Ergebnis." Ihr SPD-Kollege Sebastian Roloff räumt ein, dass seine Partei mit 8 Prozent nicht zufrieden sein könne. Doch auf Bundesebene gebe es ein "Allzeit-Tief". Und wenn es der bayerischen SPD gelinge, sich ein bisschen gegen den Bundestrend zu stemmen, sei es eine positive Nachricht.

Video: Die wichtigsten Ergebnisse des BR24-BayernTrends

Hubert Aiwanger, (l, Freie Wähler) Stellvertretender Ministerpräsident und bayerischer Wirtschaftsminister, sitzt neben Markus Söder, (r, CSU) Ministerpräsident von Bayern, auf der Pressekonferenz zur Haushaltsklausur des bayerischen Kabinetts.
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Der BR24 BayernTrend

Infratest dimap verweist darauf, dass die Sonntagsfrage zu Wahlen aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten messe. Sie ermittele einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen sei. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang seien damit nur bedingt möglich. Immer mehr Wähler legen sich den Meinungsforschern zufolge kurzfristig vor einer Wahl fest, zudem habe die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

Für den neuen BR24 BayernTrend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von 8. bis 12. Januar 2026 insgesamt 1.177 Wahlberechtigte in Bayern (691 per Telefon, 486 online). Es handelt sich um eine repräsentative Studie.

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