Merkwürdiges Gewaltverbrechen in Oberbayern: Nach dem Fund einer toten Frau in einem Bach im Landkreis Rosenheim ist deren vermisster Ex-Ehemann gefesselt in der Wohnung des mutmaßlichen Täters entdeckt worden. Ein 42-jähriger Deutscher steht im Verdacht, die 71-jährige Frau getötet zu haben, wie die Polizei in Rosenheim am Montag mitteilte. Bei seiner Festnahme entdeckten Beamte den 82-jährigen früheren Ehemann der Toten.
Leiche bereits am Samstag entdeckt
Bei einem Polizeieinsatz in Bruckmühl im Landkreis Rosenheim hatten Spezialkräfte am Samstag eine weibliche, zunächst nicht identifizierte Leiche gefunden. Zuvor war der Polizei eine "verdächtige Wahrnehmung" hinsichtlich des 82-Jährigen und einer 71-Jährigen gemeldet worden, die gemeinsam ein Anwesen in Bruckmühl bewohnten.
Bei der Überprüfung des Hauses wurde niemand angetroffen. Wenig später fanden Beamte in einem angrenzenden Bach die tote Frau, die mittlerweile als die 71-Jährige identifiziert wurde. Aufgrund der gerichtsmedizinischen Untersuchungen bestehen demnach konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Frau gewaltsam zu Tode kam.
Tatverdächtiger festgenommen – Entführungsopfer gefunden
Bei den weiteren Ermittlungen erhärtete sich der Polizei zufolge ein Tatverdacht gegen den 42-Jährigen aus München. Da die Ermittler nicht ausschließen konnten, dass sich der vermisste 82-Jährige in der Gewalt des Tatverdächtigen befindet, wurde dieser am Sonntagabend in seiner Wohnung in München festgenommen. Dort wurde auch der vermisste Mann gefesselt und mit schweren Verletzungen aufgefunden. Er wurde in eine Klinik gebracht. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks sind die Opfer und der Beschuldigte nicht miteinander verwandt.
Am Montag erließ ein Haftrichter Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die Hintergründe der Tat und die Todesumstände der Frau waren noch unklar und sind der Polizei zufolge Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Die Sonderkommission "Bach" der Rosenheimer Kriminalpolizei soll mit 35 Beamtinnen und Beamten die Hintergründe aufklären. Auch Spezialisten des Landeskriminalamtes in München arbeiten an dem Fall.
Mit Informationen von AFP und dpa
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