"Frankenschnellweg" steht auf einem Straßenschild an einer Ampelkreuzung in Nürnberg.
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Bürgerentscheid: Ausbau des Frankenschnellwegs kommt

Bürgerentscheid: Ausbau des Frankenschnellwegs kommt

Der Ausbau des stauanfälligen Frankenschnellwegs in Nürnberg sorgt seit vielen Jahren für Streit in der Stadt. Bei einem Bürgerentscheid hat nun eine Mehrheit gegen den Stopp des Milliardenprojekts gestimmt.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Grünes Licht für den Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg: Beim Bürgerentscheid am Sonntag hat sich eine Mehrheit von 53,1 Prozent dafür entschieden, dass die staugeplagte Verkehrsachse für rund eine Milliarde Euro kreuzungsfrei ausgebaut wird.

80.734 Nürnberger votierten gegen einen Stopp der Pläne. 71.368 stimmten dafür, dass die Planungen zurück auf Anfang gesetzt werden. Das hatte die Bürgerinitiative "Zurück auf Los" mit dem Entscheid erreichen wollen.

Nürnbergs OB begrüßt eindeutiges Bürger-Votum

"Wir werden jetzt die Planung, die wir haben, vorantreiben", erklärte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Nun gebe es ein eindeutiges Bürger-Votum. "Jetzt müssen auch die Gegner endgültig akzeptieren, dass die Bevölkerung einen Ausbau und keine weiteren Verzögerungen mehr möchte", so König.

Die Stadt will die Stauprobleme auf der Verkehrsachse mithilfe eines 1,8 Kilometer langen Tunnels lösen, durch den künftig der Durchgangsverkehr fahren soll. Die Ampeln sollen verschwinden. Außerdem sollen eine dritte Spur im Westen und weitere Lärmschutzwände entstehen. Zudem ist ein Park auf einem Teil des Tunneldeckels geplant. Damit soll das Grün-Defizit in der Südstadt verringert werden.

Frankenschnellweg-Ausbau spaltet Stadt seit Jahren

Die Bürgerinitiative "Zurück auf Los" hält die Baukosten von mehr als einer Milliarde Euro für zu hoch und das Projekt für zu kurz gedacht, da der Ausbau ihrer Ansicht nach zu noch mehr Verkehr – vor allem von Lastwagen – auf der Strecke führen würde. 

Der Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg spaltet die Stadt seit vielen Jahren und beschäftigte bereits mehrere Gerichte, vor denen die Gegner Niederlagen kassierten. Der Bürgerentscheid war für die Gegner das letzte Mittel, das milliardenschwere Bauprojekt noch zu stoppen. 

"Natürlich sind wir enttäuscht"

Das Ergebnis ist laut bayerischer Gemeindeordnung so bindend wie ein Beschluss des Stadtrats. Allerdings könnte es innerhalb eines Jahres durch einen neuen Bürgerentscheid abgeändert werden. "Natürlich sind wir enttäuscht", sagte Michael Hauck von den Initiatoren des Bürgerentscheids. Die Initiative werde das Ergebnis jedoch akzeptieren. Nürnbergs Verkehrsbürgermeister Andreas Krieglstein (CSU) hat der Initiative angeboten, während der weiteren Planungs- und Bauphase im Gespräch zu bleiben.

Doch wie geht es nun konkret weiter? Die Pläne für den Ausbau stehen zwar, sie ruhten in letzter Zeit allerdings. "Jetzt werden die Ausschreibungen freigegeben", sagte OB König. Die Stadtverwaltung habe diese wegen des Bürgerentscheids zurückgehalten. Der Abschnitt West sei nach den Worten von Krieglstein "durchfinanziert".

Nach Angaben der Stadt könnten die Bauarbeiten im Abschnitt West mit dritter Fahrspur und Lärmschutzwänden im Frühjahr 2027 beginnen. Danach – voraussichtlich 2030 – könnten die Bauarbeiten im Mittelabschnitt weitergehen. Rund zehn Jahre sind dafür veranschlagt. Die Bauzeit für das gesamte Projekt wird derzeit auf etwa zwölf Jahre geschätzt.

Ein tägliches Nadelöhr für Pendler

Der Frankenschnellweg, die A73, ist für viele Pendler in der Metropolregion Nürnberg ein tägliches Nadelöhr. Obwohl die A73 von Norden über Erlangen und Nürnberg weiter zur A9 führt, wird sie im Stadtgebiet auf einem kurzen Abschnitt zu einer städtischen Straße mit insgesamt sieben Ampeln. Die Folge sind regelmäßige Staus.

Mit Informationen von dpa

Im Video: Reaktionen zum Ergebnis

Autos stehen im Stau.
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Der Frankenschnellweg soll ausgebaut werden. Denn er ist für viele kein Schnellweg, sondern ein Schleichweg.

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