ARCHIV (23.02.2026): Martin Huber, Generalsekretär der CSU, nimmt nach der Sitzung des CSU-Vorstands, an einer Pressekonferenz in der CSU-Landesleitung teil.
ARCHIV (23.02.2026): Martin Huber, Generalsekretär der CSU, nimmt nach der Sitzung des CSU-Vorstands, an einer Pressekonferenz in der CSU-Landesleitung teil.
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CSU widerspricht Kanzler: Atomausstieg nicht irreversibel
Bildrechte: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
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CSU widerspricht Kanzler: Atomausstieg nicht irreversibel

CSU widerspricht Kanzler: Atomausstieg nicht irreversibel

CSU-Generalsekretär Martin Huber widerspricht Bundeskanzler Friedrich Merz und fordert eine Neubewertung der Kernenergie. Während Merz den Atomausstieg als "irreversibel" sieht, will Huber auf innovative Mini-Reaktoren setzen.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Die CSU lässt beim Thema Atomkraft nicht locker. Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Atomausstieg als "irreversibel" bezeichnet hatte, legt CSU-Generalsekretär Martin Huber nach und widerspricht: "Es geht um neue Technologien, mit denen viel möglich ist. Wir sollten auf Innovationen setzen", erklärte Huber in einem Interview mit den Zeitungen der Mediengruppe Bayern [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt].

Forderungen, aber auch Kritik an Mini-Reaktoren

Der CSU-Politiker betonte, dass Energie die "Lebensader einer Industrienation" sei und mit der zunehmenden Digitalisierung sowie der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz auch der Bedarf an leistungsstarken Rechenzentren steige. "Eine Lösung könnte in sogenannten Small Modular Reactors (SMRs) liegen – kleinen, modular gebauten Kernreaktoren", so Huber. Zudem solle der Fokus stärker auf die Kernfusion gerichtet werden. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich bereits mehrfach für den Bau von Mini-Meilern ausgesprochen.

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung äußerte sich skeptisch zu SMR-Reaktoren in Deutschland. Es wird darauf hingewiesen, dass für eine nennenswerte Stromerzeugung Tausende dieser Anlagen nötig wären. Zudem sei der Bau und Betrieb teuer und mit komplexen Transporten von nuklearem Material verbunden. In der westlichen Welt gibt es jedoch bislang keine solchen Anlagen in Betrieb.

Vize des Bayerischen Landtags gegen Mini-Reaktoren

Nach Meinung von Ludwig Hartmann (Grüne), dem Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags, ist die Realität ernüchternd, was die aktuelle Debatte um die sogenannten Small Modular Reactors (SMR) betrifft, die oft als Lösung für den Klimaschutz dargestellt würden. In den Sozialen Medien übt Hartmann Kritik, denn die SMR seien bisher kaum erprobt, extrem teuer und selbst optimistische Szenarien gingen davon aus, dass sie erst in vielen Jahren in nennenswerter Zahl verfügbar sein würden. Für die dringend nötige Reduktion von CO₂ in diesem Jahrzehnt würden sie keinen Beitrag leisten, so Hartmann. Er setze auf erneuerbare Energien, Speicher und intelligente Netze.

Von der Leyen will Stärkung der Atomkraft in Europa

Die Debatte um eine "Renaissance der Kernenergie hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angesichts der gestiegenen Preise wegen des Nahostkriegs neu entfacht. Auch sie setzt dabei vor allem auf Mini-Atomkraftwerke.

Kanzler Merz sagte daraufhin, er teile die Einschätzung von der Leyens, doch der Atomausstieg sei unumkehrbar. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) nannte den Vorstoß "rückwärtsgewandt".

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Mit Informationen von dpa

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