Steuerung der Fernrwärme-Versorgung
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Dank KI: Fernwärmenetze könnten deutlich effizienter werden

Dank KI: Fernwärmenetze könnten deutlich effizienter werden

Fernwärme gilt als umweltfreundlich, könnte aber viel effizienter genutzt werden, wenn künstliche Intelligenz ins Spiel kommt. Die Voraussetzungen sind oft da – noch scheitert es aber meist daran, dass die Daten nicht weiterverarbeitet werden.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Die Diskussionen um das "Heizungsgesetz" und die stark gestiegenen Kosten für Öl und Gas in Folge des Irankriegs zeigen den großen Vorteil der Fernwärme auf: Die Heiznetze können betrieben werden, ohne von einem einzelnen Energieträger abhängig zu sein. Die Technik ist zukunftssicher. Außerdem gilt Fernwärme als effizient und umweltfreundlich. Und doch besteht ausgerechnet bei dieser Heizungsart noch viel Potenzial, Energie einzusparen. Der Einsatz digitaler Wärmezähler und künstlicher Intelligenz verspricht eine Effizienzsteigerung von bis zu 20 Prozent. Wie das funktionieren soll, zeigt ein Pilotprojekt in Hersbruck im Nürnberger Land.

Pilotprojekt mit digitalen Wärmezählern in Hersbruck

Ein Neubaugebiet im Süden von Hersbruck. Die Ein- und Mehrfamilienhäuser sind ans Fernwärmenetz der Stadtwerke angeschlossen. Was die elf Einheiten an Heizenergie verbrauchen, wird über digitale Wärmezähler erfasst, erklärt Hendrick Nijhuis von den Stadtwerken Hersbruck das Pilotprojekt des Energieversorgers. Die etwa handflächengroßen Geräte der Nürnberger Firma Diehl Metering mit Namen "Sharky" funken die Daten quasi in Echtzeit an eine nahegelegene Heizzentrale der Stadtwerke. Das einmal jährliche klassische Ablesen "per Hand" wird so überflüssig.

KI kombiniert Verbrauch und Wetterdaten zu Prognose

In der Heizzentrale der Stadtwerke Hersbruck laufen die Fernwärme-Verbrauchsdaten aus dem Neubaugebiet zusammen. Ziel ist es, den künftigen Verbrauch vorherzusagen, sagt Jonas Porzelt von Diehl Metering. Dafür bindet das System mit Hilfe von künstlicher Intelligenz auch Wetterprognosen mit ein. Denn: Fernwärme funktioniert nicht auf Knopfdruck, sie braucht einen zeitlichen Vorlauf. Die KI stimmt die Fernwärme-Erzeugung auf die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien ab. Ein Beispiel: Aktuell ist es sonnig und mild, doch in zwei Tagen wird es kälter. Dann würde es Sinn machen, den billigen Photovoltaikstrom schon jetzt zur Erzeugung von Fernwärme zu nutzen. Und nicht erst dann, wenn die Fernwärme akut gebraucht wird, sagt Hendrik Nijhuis von den Stadtwerken Hersbruck.

Bis zu 20 Prozent Effizienzsteigerung möglich – oft scheitert es aber an der Datennutzung

Das Potenzial digitaler Wärmezähler in Kombination mit künstlicher Intelligenz ist groß. "Man kann eigentlich davon ausgehen, dass man bis zu 20 Prozent in jedem Fernwärmenetz rausholen kann", schätzt Jonas Porzelt von Diehl Metering. Das Nadelöhr ist dabei nicht die Hardware. Die digitalen Wärmezähler sind bereits in vielen Haushalten mit Fernwärmeheizung in Deutschland verbaut, meint Porzelt. Aber: "Die Daten werden noch nicht immer so ausgewertet." Hier seien die nordeuropäischen Länder Deutschland voraus. In Hersbruck beobachten die Stadtwerke nun genau, ob die digitalen Wärmezähler und die KI-gestützte Datenauswertung die erhoffte Effizienzsteigerung bringen. Falls ja, könnten weitere Fernwärmenetze im Stadtgebiet technisch aufgerüstet werden.

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