Werksgelände von Kelheim Fibres
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Doch kein endgültiges Aus? Hoffnung bei Kelheim Fibres

Doch kein endgültiges Aus? Hoffnung bei Kelheim Fibres

Wende bei Kelheim Fibres: Die endgültige Schließung war beschlossen, doch nun hat sich offenbar ein neuer Interessent gemeldet, der das Traditionswerk möglicherweise weiterbetreiben will. Eine Entscheidung muss jedoch bald fallen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Damit hat niemand mehr gerechnet: Kurz nach der Verkündung des endgültigen Aus für den Viskose-Hersteller Kelheim Fibres ist die Rede von einem neuen Interessenten. Man sei in Gesprächen, teilte am Mittwoch der Betriebsratsvorsitzende Josef Rummel dem Bayerischen Rundfunk mit. Die Planungen für die sogenannte Ausproduktion und einen Sozialplan würden aber parallel weiter laufen.

Kelheim Fibres: Entscheidung bis Mitte Januar

Gibt es keine Einigung mit dem Interessenten, soll das Traditionsunternehmen mit rund 400 Beschäftigten im kommenden Frühjahr geschlossen werden. Bis Mitte Januar müsse sich der Investor laut Rummel entscheiden, da dann bei einem Aus die Kündigungen rausgehen müssten. Erst Ende November war ein potentieller Investor abgesprungen.

Gewerkschaft sprach von einem "Schlag ins Gesicht" für Kelheim

Am Dienstag war den Mitarbeitern bei einer Betriebsversammlung mitgeteilt worden, dass für das Werk im März Schluss sei und die Anlagen danach stillgelegt werden. Andreas Blaser, der Leiter des Bezirks Kelheim-Zwiesel der Gewerkschaft IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) hatte danach von einem "Schlag ins Gesicht" für Kelheim gesprochen. Mit der Schließung werde ein großes Stück der Wirtschaftskraft für Kelheim verloren gehen – mit erheblichen Auswirkungen auf die örtlichen Klein- und Mittelstandsbetriebe.

Hohe Energiekosten und Preisdruck

Kelheim Fibres befindet sich schon länger in Schieflage und musste vergangenes Jahr Insolvenz anmelden. Die Viskose aus Kelheim steckt in Kosmetiktüchern, Teebeuteln und Tampons. Das Unternehmen ist ein führender Hersteller der Spezialfasern. Doch hohe Gaspreise, hohe Rohstoffkosten und ein starker Preisdruck durch Konkurrenten im Ausland, vor allem aus Asien, setzen dem Werk laut Geschäftsleitung schwer zu.

Bürgermeister Christian Schweiger (CSU) reagierte daher noch zurückhaltend auf die Nachricht von einem neuen Interessenten. "Je länger die Ausproduktion läuft, desto mehr ergeben sich natürlich potentielle Optionen und damit natürlich auch eine gewisse Resthoffnung", sagte er dem BR. "Aber die Lage, das darf man nicht verkennen, ist sehr sehr ernst. Da muss man ehrlich mit den Leuten umgehen."

Das Firmengelände von Kelheim Fibres.
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Das Firmengelände von Kelheim Fibres.

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