Bundeswehrsoldaten
Bundeswehrsoldaten
Bild
Der Stellvertretende Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Heico Hübner, bei der Übergabe der ersten Sturmgewehre vom Typ G95
Bildrechte: BR/Ba-Long Hoang
Schlagwörter
Bildrechte: BR/Ba-Long Hoang
Audiobeitrag

Der Stellvertretende Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Heico Hübner, bei der Übergabe der ersten Sturmgewehre vom Typ G95

Audiobeitrag
>

G95: Erste Sturmgewehre an Oberpfälzer Soldaten übergeben

G95: Erste Sturmgewehre an Oberpfälzer Soldaten übergeben

Die Bundeswehr bekommt ein neues Sturmgewehr. Die ersten Exemplare des neuen G95 sind am Donnerstagabend auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr Panzergrenadieren aus Oberviechtach übergeben worden.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am .

Besonderer Termin auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr am Donnerstagabend: Panzergrenadiere der Bundeswehr aus Oberviechtach im Landkreis Schwandorf haben dort die ersten Exemplare des neuen Sturmgewehrs G95 erhalten.

"Wichtiger Moment für das deutsche Heer"

Nach 30 Jahren sei es an der Zeit, den Soldaten ein modernes und zukunftsfähiges System zur Verfügung zu stellen, betonte der nationale Rüstungsdirektor aus dem Verteidigungsministerium, Vizeadmiral Carsten Stawitzki. Der stellvertretende Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Heico Hübner, nannte die Übergabe der ersten Gewehre an das Panzergrenadierbataillon 122 einen "wichtigen Moment für das deutsche Heer" und ein "sichtbares Zeichen für Fortschritt und Einsatzbereitschaft".

Oberviechtacher Soldaten gehen nach Litauen

Die Panzergrenadiere aus Oberviechtach stünden vor einer großen und wegweisenden Aufgabe, so Hübner weiter. Im Februar wird die Einheit der neuen Panzerbrigade 45 in Litauen unterstellt. Der komplette und dauerhafte Umzug ins Baltikum soll im Jahr 2027 beginnen, wie der Kommandeur des Bataillons, Oberstleutnant Rayk Engel, bestätigte. Er nannte es eine "Ehre, die Waffe als Erstes zu bekommen".

Lob für das neue Sturmgewehr

Das G95 sei eine sehr präzise und sehr widerstandsfähige Waffe, so Engel. Bislang haben sich zehn seiner Soldaten bereits mit dem neuen Standardgewehr der Bundeswehr vertraut gemacht. Sie werden ab sofort ihre Kameradinnen und Kameraden im Bataillon daran ausbilden. Das G95 sei "definitiv ein Fortschritt zum G36", so ein Hauptfeldwebel. Vom Handling her sei das G95 einfacher als das G36, weil die Waffe deutlich schmaler sei. Sie sei deshalb leichter in den Anschlag zu bringen und länger im Anschlag zu halten.

Das neue Standardgewehr der Bundeswehr besteht überwiegend nicht mehr aus Kunststoff, sondern aus Metallteilen und ist schwerer als das G36 – es wiegt insgesamt sechs Kilogramm. Es sei aber anders ausbalanciert, der Schwerpunkt liege weiter hinten im Vergleich zum G36. Somit könne der Schütze länger im Anschlag bleiben. Die neue sand- und graubraune Farbe sei deutlich zweckmäßiger, denn im Wald gebe es keine schwarze Farbe. "Somit passt sich das Ganze besser an die Tarnung an."

Altes G36 wird nach und nach ersetzt

Das G95 wird schrittweise eingeführt. Die bisherigen G36-Waffen, die seit 30 Jahren das Standardgewehr in der Bundeswehr sind, werden Schritt für Schritt ausgemustert. Sie kommen wie alle ausrangierten Waffen in ein Depot, danach muss auf politischer Ebene entschieden werden, was damit passiert. Noch bleibt das G36 aber eine Hauptwaffe der Bundeswehr.

Denn bis 2031 sollen vom neuen G95 erst einmal knapp 120.000 Exemplare ausgeliefert werden. Allerdings steht seit dieser Woche fest, dass es dabei nicht bleibt: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am Mittwoch beschlossen, die Zahl des neuen Standardgewehrs der Bundeswehr zu verdoppeln und Mittel dafür freigegeben. Das bestätigte Vizeadmiral Carsten Stawitzki in Grafenwöhr. Dadurch sollen insgesamt 250.000 Exemplare des neuen G95 an die Truppe ausgeliefert werden können. Für die erste Tranche standen bislang 772 Millionen Euro bereit.

Wechsel auf neues Gewehr steht seit langem fest

Die Einführung eines neuen Sturmgewehrs wurden lange vor der "Zeitenwende" und dem Sondervermögen für die Bundeswehr beschlossen: 2015 verkündete die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die schrittweise Ausmusterung des viel kritisierten G36. Es folgte ein holpriges Ausschreibungs- und Vergabeverfahren, 2022 stellte der Bundestag das Geld für ein neues Sturmgewehr bereit. Im Verfahren durchgesetzt hat sich letztlich der Hersteller Heckler&Koch, wobei nach Angaben der Bundeswehr im Gewehr auch Module eines kanadischen Herstellers und von Rheinmetall verbaut sind.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!