Aufnahme aus der Maschinenfabrik
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Die MR Maschinenfabrik Reinhausen GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz im Regensburger Stadtteil Reinhausen
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Gegen den Trend: Neue Industrie-Jobs für Regensburg

Gegen den Trend: Neue Industrie-Jobs für Regensburg

Die wirtschaftliche Lage ist bei vielen Industriebetrieben in Bayern angespannt. Die Maschinenfabrik Reinhausen aus Regensburg stellt dagegen jährlich mehrere hundert Menschen neu ein. Doch auch hier macht die Konjunktur Sorgen.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Es läuft bei der Maschinenfabrik Reinhausen (MR). Das Unternehmen aus Regensburg ist Marktführer bei Produkten, die für den Betrieb von Stromnetzen wichtig sind. Dafür braucht man Mitarbeitende - 300 neue sind 2025 in Regensburg hinzugekommen, 2026 kommen wohl noch einmal so viele dazu.

Betrieb profitiert von Energiewende weltweit

Spezielle Stufenschalter kommen bei Transformationen weltweit zum Einsatz. Damit profitiert MR direkt von der Energiewende in vielen Ländern, in deren Folge Stromnetze erneuert und massiv ausgebaut werden müssen. "Das passiert weltweit", sagt der Sprecher der Geschäftsführung Nicolas Maier-Scheubeck. Zusammengerechnet gebe es global 84 Millionen Kilometer Stromnetz. "Es gibt valide Prognosen, dass das bis 2050 mindestens verdoppelt wird“, sagt der Geschäftsführer.

300 neue Stellen 2026 geplant

Davon soll sein Unternehmen weiter profitieren. Das Unternehmen mit 5.500 Angestellten weltweit und 3.000 davon in Regensburg soll weiter wachsen. Den Fachkräftemangel muss die Unternehmensleitung dabei aktuell nicht fürchten. Zum Teil werden die neuen Stellen mit Mitarbeitern einer Tochterfirma aufgefüllt. Die wurde vor kurzem teilweise verkauft. Rechnet man diese Übernahmen heraus, würden aber immer noch bis zu 200 Stellen übrigbleiben, die durch den freien Arbeitsmarkt besetzt werden müssen, so der Geschäftsführer.

Es gebe aktuell aber mehr als genügend Bewerber auf offene Stellen und auch deren Qualität sei gut. "Wir haben natürlich im Moment, so makaber das klingt, eine glückliche Situation, weil viele andere Betriebe im Moment keine Neueinstellungen vornehmen", sagt Maier-Scheubeck. Trotzdem würden neue Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen. "Da profitieren wir natürlich davon."

Branche mit Sorgenfalten

Dass die Lage gerade bei vielen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie in der Oberpfalz eigentlich angespannt ist, bestätigt auch eine aktuelle Branchen-Umfrage des Arbeitgeberverbands bayme vbm. Gerade seien die Aussichten für den Arbeitsmarkt schwierig, sagt die Vorsitzende für die Oberpfalz Alexandra Bornemann. Sie prognostiziert einen Abbau in der Branche von bis zu 2500 Jobs. Industriestrompreis, Bürokratieabbau, sinkende Arbeitskosten: Um die Lage für die Industriebetriebe zu verbessern, sei die Politik gefragt, sagt Bornemann.

Rico Irmischer von der IG Metall weist aber daraufhin, dass die Lage selbst innerhalb der Metall- und Elektroindustrie differenziert betrachtet werden müsse. Während es gerade bei Automobilzulieferern große Sorgen gebe, stünden andere Oberpfälzer Firmen aus anderen Bereichen sehr gut da – zum Beispiel der Getränke-Abfüllanlagen-Spezialist Krones oder eben die Maschinenfabrik Reinhausen, sagt Irmischer.

Rahmenbedingungen „wenig Investorenfreundlich“

Deren Geschäftsführer Nicolas Maier-Scheubeck macht die allgemeine wirtschaftliche Situation dennoch Sorgen. Die aktuellen Rahmenbedingungen hätten schon dazu geführt, dass einzelne seiner Zulieferer dicht machen müssen - nicht nur wegen Insolvenzen, sondern auch weil Firmeninhaber keinen Nachfolger mehr finden und das Geschäft deshalb aufgeben mussten. Die Löhne und Energiekosten im Land seien hoch, das Umfeld wenig investorenfreundlich, so der MR-CEO. "Warum sollen Kapitalgeber aus dem Ausland dann etwa einen 50-Mann-Spezialisten in Südbayern kaufen?" Ein Unternehmen wie die Maschinenfabrik Reinhausen habe dann weniger Angebot und Bezugsmöglichkeiten. "Die Deindustrialisierung ist hier Fakt", sagt Maier-Scheubeck.

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