"Wir sind gut rausgekommen", sagt eine Frau. Erleichterung steht in vielen Gesichtern von Heimkehrern und Angehörigen im Terminal des Münchner Flughafens, nachdem zwei Flugzeuge mit Urlaubern von der Arabischen Halbinsel sicher gelandet sind. "Man hat im Live-Radar beobachtet, wo befinden wir uns gerade - sind wir noch im gefährlichen Luftraum? Aber es ist alles gut gegangen", erzählt ein Mann dem Bayerischen Rundfunk.
Viele Kreuzfahrtpassagiere unter den Heimkehrern
Eine Oman Air-Maschine brachte knapp 300 Fluggäste aus Maskat zurück. Kurz darauf landete ein Emirates-Sonderflugzeug aus Dubai mit mehr als 600 Passagieren an Bord. Viele der Heimkehrer waren in Abu Dhabi auf einem Kreuzfahrtschiff im Hafen, als die iranischen Angriffe auf die Golfstaaten begannen – die Reaktion auf die amerikanisch-israelischen Attacken auf den Iran. "Wir wussten nicht, ob wir wieder rauskommen", schildert eine junge Frau unter Tränen.
Die Kreuzfahrtreisenden seien mit Bussen zum Flughafen nach Dubai gebracht worden, erklärte ein Sprecher des Reisekonzerns Tui. Wie genau die Plätze durch die Airlines vergeben wurden, war zunächst nicht bekannt. "Ich glaube, wir hatten Glück, weil wir den Kleinen dabei hatten", sagt ein Vater mit Blick auf seinen Sohn. Freunde der Familie seien lediglich auf einer Warteliste gelandet.
Angehörige voller Anspannung
Auch für die Angehörigen gehen angespannte Tage zu Ende: "Wir haben noch Kinder zuhause. Mit denen hab ich gebangt, dass der Mama nichts passiert", erzählt ein Mann. Seine Frau war mit ihrer Schwester für eine Woche in Dubai im Urlaub. Ein anderer Mann ist extra aus Wien nach München gefahren, um seine Tochter und ihren Freund abzuholen: "Sie hat mir dann ein Foto geschickt: 'Ich bin im Flieger, Papa!' - und dann hab' ich mich sofort ins Auto begeben."
"Mir fiel schon so ein kleines Gebirge vom Herzen", erzählt eine Frau, die auf ihre Angehörigen gewartet hat. "Man kennt es ja nicht: Dass man Raketen sieht, dass man die Einschläge sieht oder wenn Drohnen abgeschossen werden - das gehört nicht zu unserem Alltag hier."
Tausende Touristen sitzen weiter fest
Wegen der jüngsten Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran können noch immer zehntausende Urlauber die Arabische Halbinsel nicht verlassen. Viele Staaten im Nahen Osten haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest.
Die Bundesregierung will ab heute eigene Rückholflüge starten - für Kinder, Kranke und Schwangere. Eine Heimkehrerin am Münchner Flughafen sagt: "Ich hoffe, alle anderen, die da noch feststecken, kommen nach Hause."
Mit Informationen von dpa
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