Nach dem Brandanschlag auf eine Baustelle in unmittelbarer Nähe zum Münchner Rüstungsunternehmen Rohde & Schwarz sind zwei aus Bulgarien stammende Tatverdächtige in Untersuchungshaft gekommen. Sie sollen aus einem Auto heraus Brandsätze geworfen haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft München und das bayerische Landeskriminalamt mitteilten.
Drei Wohnungen im Landkreis München durchsucht
Die Generalstaatsanwaltschaft wirft der 28-jährigen Bulgarin und dem 38-jährigen Bulgaren Sachbeschädigung und versuchte Brandstiftung vor. Ein Ermittlungsrichter erließ die Haftbefehle. Die beiden wurden in verschiedene bayerische Justizvollzugsanstalten gebracht.
Wie die Generalstaatsanwaltschaft München und das Bayerische Landeskriminalamt in einer gemeinsamen Pressemitteilung berichten, durchsuchte die Polizei am Donnerstag mit Unterstützung von Spezialeinheiten drei Wohnungen im Landkreis München. Dabei wurden den Angaben zufolge zahlreiche Gegenstände sichergestellt, die nun untersucht und ausgewertet werden sollen.
LKA: Keine weiteren Tatverdächtigen
Gegen Mitternacht waren am Mittwoch aus einem fahrenden Auto heraus Brandsätze auf eine Baustelle vor der Firmenzentrale des Technologiekonzerns Rohde & Schwarz geworfen worden. Einer der Brandsätze zündete und konnte von der Polizei schnell gelöscht werden. Es entstand nur ein geringer Sachschaden. Am Tatort fanden die Ermittler einen weiteren Brandsatz, der nicht gezündet hatte. Er wurde von Spezialkräften des Landeskriminalamts unschädlich gemacht.
Ein Zeuge beobachtete die mutmaßlichen Täter. Bei der Fahndung nahmen Polizeibeamte an einer nahegelegenen Tankstelle die 28-Jährige und den 38-Jährigen fest. Weitere Verdächtige gibt es bislang nicht, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts sagte.
In Nachbarschaft der Baustelle befinden sich unter anderem die Firmenzentralen des Sicherheitstechnikherstellers Rohde & Schwarz und des Drohnenherstellers Helsing. Bei letzterem ist öffentlich bekannt, dass das Unternehmen die ukrainischen Streitkräfte im Krieg gegen Russland beliefert.
Ermittler und Politiker gehen von politischem Motiv aus
Ob die Unternehmen das Ziel der Brandanschläge waren, ist bisher nicht geklärt. Die Ermittler und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gehen jedoch von einem politischen Hintergrund aus. Deswegen hat die Münchner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Bei der Behörde ist die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus angesiedelt.
Mit Informationen von dpa.
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