Jetzt im Sommer strömen die Menschen in die Freibäder. Eine besondere Herausforderung für die Bademeister, denn: Je mehr Leute in den Schwimmbecken sind, um so aufmerksamer müssen sie sein. Im Schweinfurter Silvana-Freibad gibt es jetzt für die Badeaufsichten Unterstützung durch Künstliche Intelligenz. Dafür werden rund um das Schwimmbecken Kameras installiert. "SharKI" heißt dieses System, welches bereits seit März 2025 im Silvana Hallenbad eingesetzt wird. Damals war es das bayernweit erste Bademeister-Unterstützungsprojekt.
Überwachung im Freibad deutlich schwieriger
Die KI-gestützte Überwachung ist im Freibad schwieriger als in der Halle. "Die Wasserfläche im Freibad ist deutlich größer, das heißt, wir brauchen mehr Kameras und wir haben natürlich keine Decke wie im Hallenbad, wo man recht einfach die Kameras anbringen kann. Somit mussten einige Masten neu gestellt werden", erklärt Tobias Steinmetz, Leiter des Kaufmännischen Service der Stadtwerke Schweinfurt. 23 Kameras wurden nun also auf dem Freibadgelände aufgebaut.
Mit deren Hilfe überwacht "SharKI" die Becken dauerhaft, erkennt potenziell kritische Situationen und alarmiert die Beckenaufsichten im Notfall über eine Smartwatch. Denn die Badeaufsichten sehen hauptsächlich, was über der Wasseroberfläche passiert, aber nicht, was darunter. "Wir müssen dauerhaft die Wasseroberfläche überwachen und auch sehen, was unter der Wasseroberfläche ist und dazu müssen wir auch ums Becken gehen, weil durch die Wasserspiegelung würden wir es nicht erkennen, wenn einer länger taucht", sagt Nikolai Suchoweew, Schwimmmeister im Silvana-Freibad Schweinfurt.
Strichmännchen und Schwimmbewegungen
Das intelligente Überwachungssystem erkennt neben akuten Gefahren auch die Anzahl der Personen im Schwimmbecken und bewertet damit das aktuelle Risikoniveau. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auch auf den Datenschutz gelegt. Die Kameras erfassen keine realen Bilder, sondern verwenden anonyme Silhouetten, die sich aus Punkten zusammensetzen.
"Man muss sich das so vorstellen, dass die Badegäste in Strichmännchen umgewandelt werden und diese Silhouetten der Badegäste werden abgeglichen mit klassischen Schwimmbewegungen", erklärt Tobias Steinmetz von den Stadtwerken. Die KI konzentriert sich dabei auf Arme und Beine. Wenn die sich 20 Sekunden nicht bewegen, löst sie Alarm aus.
Schon eine Rettung mit KI
Bisher hat sich das System bewährt – so gut, dass es nun eben auch im Freibad eingesetzt wird. Rund 100.000 Euro hat die Investition in die KI zur Unterstützung der Badeaufsichten im Freibad gekostet. Und sie hat sich schon gelohnt, berichtet Schwimmmeister Suchoweew. Ein Mann konnte dank der künstlichen Überwachung bereits gerettet werden.
Die Badegäste selbst fühlen sich durch die vielen Kameras nicht gestört, im Gegenteil. "Wenn mal die Sonne scheint, ist es hier ja auch rappelvoll, dementsprechend ist das auch ein gutes Tool. Alles, was Sicherheit schafft, ist grundsätzlich nie verkehrt", sagt Ben Stacy. "Für Junge und für Leute, die nicht so sicher sind, es gibt es halt mehr Sicherheit und ist auch noch ein Schutz für die Bademeister", fügt Besucher Gerd Spyra hinzu.
Keine 100-prozentige Sicherheit
Unterstützung für die Badeaufsichten ja, ein Freischein zum Nicht-Hinsehen sei die neue Überwachung aber keinesfalls, warnt Tobias Steinmetz. Vor allem Eltern müssten sich bewusst sein, dass sie auch im Schwimmbad ihre Aufsichtspflicht nicht abgeben dürfen – trotz KI und Bademeistern. Diese habe in den vergangenen Jahren stark nachgelassen. Immer öfter müssten die Badeaufsichten Kinder aus dem Wasser holen, während ihre Eltern aufs Handy schauten oder in Unterhaltungen vertieft waren.
Das Silvana Freibad in Schweinfurt setzt auf künstliche Intelligenz bei der Badeaufsicht. "SharKI" soll die Bademeister künftig unterstützen.
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