Radfahrer auf überschwemmter Straße in Schwandorf
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Heftiges Unwetter über Schwandorf: "Das war schon massiv"

Heftiges Unwetter über Schwandorf: "Das war schon massiv"

Nach dem Ende der Hitzewelle ist ein schweres Unwetter in der Nacht zum Dienstag über Schwandorf und Umgebung gezogen. Hauskeller und Unterführungen liefen mit Wasser voll, Autos blieben stecken. Einsatzkräfte arbeiteten bis in die Morgenstunden.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am .

Auch am Tag danach sind die Folgen der Nacht im oberpfälzischen Schwandorf immer noch zu sehen: eine Unterführung, die unter Wasser steht, Dreck auf den Straßen und rund um Häuser, deren Keller einige Stunden zuvor vollgelaufen waren. Das sind die Folgen eines Starkregenereignisses, wie er es persönlich noch nicht im Landkreis erlebt habe, wie Kreisbrandrat Christian Demleitner dem BR sagte: "Das war schon massiv!"

Mehr als 400 Einsatzkräfte im Dauerstress

Um kurz nach 21 Uhr war am Montagabend die Kreiseinsatzzentrale alarmiert worden. Anschließend habe es fast im Sekundentakt Notrufe gegeben, sagte Demleitner schon in der Nacht dem BR. Letztlich musste laut Landratsamt an rund 260 Einsatzstellen geholfen werden.

Der überwiegende Teil der Einsätze konzentrierte sich dabei auf vollgelaufene Keller und Gebäude sowie überflutete Straßen und andere Verkehrsflächen. 450 Helfer waren im Einsatz: rund 350 von Feuerwehren, etwa 50 vom Technischen Hilfswerk, ergänzt von Sanitäts- und Rettungsdiensten sowie Polizei, Einsatzkräften der Kreiseinsatzzentrale sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamts.

Autos steckten im Wasser fest

Der Einsatzschwerpunkt lag im Stadtgebiet Schwandorf, aber auch in weiteren Bereichen des Landkreises hatte das Unwetter Folgen. Teilweise steckten Autos in tiefem Wasser fest, die Helfer regelten den Verkehr und pumpten Hauskeller aus. Zur Bewältigung der Lage wurde eine Örtliche Einsatzleitung nach Artikel 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes eingerichtet. Der Artikel regelt große Schadensereignisse unterhalb der Katastrophenschwelle und ermöglicht eine zentrale, behördenübergreifende Führung und Koordinierung der Einsatzkräfte. Aus den Nachbarlandkreisen Amberg-Sulzbach und Neustadt an der Waldnaab wurden beispielsweise Hochwasserpumpen angefordert.

Bildrechte: BR/Florian Deglmann
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Auch am Vormittag nach dem Unwetter waren die Spuren zu sehen. Teils stand noch Wasser in Unterführungen.

Anwohner halfen sich gegenseitig

Einige betroffene Bürger halfen sich selbst mit Pumpen, andere gingen Nachbarn zur Hand. Unter anderem mit Eimern, Schaufeln und Handtüchern wurde versucht, die Keller leer zu bekommen, sagte beispielsweise Michael Jäger, ein Anwohner, dem BR. Sein Vater betonte, der Starkregen habe ungewöhnlich lang angedauert, "gefühlt mindestens eine Stunde".

Arbeiten bis zum Morgen

Um 6 Uhr in der Früh beendete die Einsatzleitung ihre Arbeit. Anschließend gab es viel Lob für die Beteiligten: Die Zusammenarbeit sei hervorragend gewesen, hieß es aus dem Landratsamt und von der Kreisbrandinspektion. Landrat Thomas Ebeling (CSU) zeigte sich schon in der Nacht im BR-Interview beeindruckt: "Am vergangenen Wochenende waren viele Brandeinsätze aufgrund der Waldbrände, die wir gehabt haben im Landkreis Schwandorf, jetzt haben wir dieses Unwetterereignis. Die Einsatzkräfte sind bei uns enorm gefordert und von daher kann man sich wirklich nur bedanken bei allen, die mitgeholfen haben, dass diese Einsatzlagen auch bewältigt werden konnten." Es gebe immer mal wieder eine größere Einsatzlage bei Unwettern, so Ebeling – "aber so wie das jetzt der Fall ist, habe ich das noch nicht erlebt."

Unwetter-Einsätze auch andernorts

In der restlichen Oberpfalz stürzten laut Polizei einige Bäume um; verletzt wurde niemand, so ein Polizeisprecher. Aus Niederbayern meldete die Einsatzzentrale der Polizei am Dienstagmorgen 35 bis 40 Einsätze in der Nacht. Vor allem in den Landkreisen Rottal-Inn und Dingolfing-Landau fielen Bäume um und liefen Keller voll. Auch hier wurde kein Mensch verletzt. Blitzschläge lösten vereinzelt Stall- und Scheunenbrände aus. In Neufraunhofen im Landkreis Landshut entstanden dabei ein Schaden in Höhe von etwa 50.000 Euro. Neun Freiwillige Feuerwehren aus der Umgebung waren am Einsatz beteiligt. Sie ließen die betroffene Scheune kontrolliert abbrennen.

Zum Hören: Überschwemmungen nach Unwetter in Schwandorf

Eine überschwemmte Unterführung
Bildrechte: BR/Marcel Kehrer
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Eine überschwemmte Unterführung in der Nacht

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